Umar ibn Chattab
  Umar ibn Chattab, Omar

Aussprache: umar ibn chattaab
arabisch: عمر بن الخطاب
persisch:
englisch:
Umar ibn al-Khattab

 592 - 3.11.644 n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Umar ibn al-Chattab oder Omar ibn al-Khattab war der zweite Kalif nach dem Ableben von Prophet Muhammad (s.).

Umar wurde 592 in Mekka als Sohn Al-Chattabs, eines einflussreichen Quraisch vom Clan der Bau Adi geboren. Seine Mutter hieß Hatima bzw. Hantama bint Haschim ibn Mughira.

Zunächst war Umar ein erbitterter Feind der Muslime. Später nahm er jedoch den Islam an, angeblich wurde er von seiner Schwester Fatima bint al-Chattab überzeugt. Dabei soll er sie einmal blutig geschlagen haben, als er sie Verse aus dem Heiligen Qur'an rezitieren hörte, um dann zu bereuen.

Umar nahm teil an der Auswanderung sowie an zahlreichen Abwehrschlachten der Muslime wie Badr. Bei der Verbrüderung in Medina wurde ihm Utban ibn Malik zugeteilt.

Bei der Schlacht von Uhud gehörte er zu denen, die sich vom Schlachtfeld entfernten mit der Vorstellung, Prophet Muhammad (s.) sei gefallen. Manche ihm zugesprochenen Errungenschaften aber, wie der Vorschlag zum Gebetsruf gelten als zweifelhaft.

Bei dem Auftrag des Propheten Muhammad (s.) die Burg Chaibar einzunehmen kehrt er erfolglos zurück, so dass Imam Ali (a.) den Auftrag erfüllen muss. Beim Ereignis von Ghadir Chum, als Prophet Muhammad (s.) seine Nachfolge einmal mehr darlegt, gehört er zu den ersten Gratulanten!

Kurz vor dem Ableben des Propheten Muhammad (s.) tritt er deutlich in Erscheinung, als er in Anwesenheit vieler Persönlichkeiten dem Propheten Muhammad (s.) öffentlich widerspricht und ihm ein von ihm erbetenes Stück Papier und einen Schreiber verwehrt. Zuvor hatte er bereits den Befehl des Propheten Muhammad (s.) die Stadt zu verlassen und unter dem Befehl von Usama ibn Zaid auszurücken unterminiert.

Nach dem Ableben von Prophet Muhammad (s.) sorgt er mit seinem Schwert dafür, dass niemand in das Haus des Propheten (s.) eintritt, in dem Imam Ali (a.) den Leichnam wusch. Einige Gefährten wollten zu Imam Ali (a.), um ihm den Treueid zu schwören. Zusammen mit Abu Bakr eilte er dann nach Sakifa, um dort Abu Bakr als Kalifen vorzuschlagen und durchzusetzen. Eine Ernennung der Nachfolge durch Prophet Muhammad (s.) wurde trotz Kenntnis der Ereignisse von Ghadir Chum untergraben.

Die Proteste Imam Alis (a.) und insbesondere Fatimas (a.) gegen das Verhalten von Umar, führten zu der gewaltsamen Einschlagung der Haustür Fatimas (a.), hinter der sie hochschwanger schwer verletzt wurde, ihr Kind verlor und daran starb.

Abu Bakr, dessen engster Berater Umar war, ernannte vor seinem Ableben Umar zum zweiten Kalifen. Unter Umars Herrschaft als Kalif stieg das Reich in wenigen Jahren zur Großmacht im Nahen Osten auf. So wurden Palästina (634 n.Chr.) und Ägypten (639-642) unter Amr ibn Aas, Schaam unter Chalid ibn Walid und der Irak unter al-Waqqas (636) erobert. Im Februar 638 zog Kalif Umar in das eroberte Jerusalem ein. 636 gelangen den Muslimen in der Schlacht von Yarmuk und bei Qadisiyya im Irak entscheidende Siege über die Byzantiner beziehungsweise Perser. Umar setzte dabei in wichtige Führungspositionen sehr viele Gegner der Ahl-ul-Bait (a.). Seine Ernennung Muawiyas als Gouverneur von Schaam sollte später zu den blutigsten Kriegen gegen Imam Ali (a.), die Ermordung Imam Hasans (a.) und später Imam Husain (a.) in Kerbela und zur Gewaltherrschaft der Umayyaden führen. Jene teilweise eindeutig als Eroberungsfeldzüge einzustufenden Schlachten werden bei Schiiten religionsrechtlich sehr kritisch beurteilt.

Während des Kalifats Umars 17 n.d.H. im vierten Jahr seines Kalifats wurde der Beginn der Islamischen Zeitrechnung auf die Auswanderung gelegt.

Umar wurde 644 n.Chr. von einem persischen Sklaven Abu Lulua in Medina mit sechs Dolchstichen schwer verletzt; Umar starb zwei Tage später. Kurz vor seinem Ableben legte er ein Gremium von sechs Personen fest, die nach einem komplizierten Verfahren den Kalifen unter sich ausmachen sollten und das von Abdurrahman ibn Auf geleitet werden sollte.

Sunniten gaben ihm den Beinamen "al-Faruq", (der Unterscheider zwischen Wahrheit und Falschheit), ein Titel, der nach schiitischer Ansicht nur den Ahl-ul-Bait (a.) zusteht. Noch heute nennen sich manche Muslime, die ihre Abstammung auf Umar zurückführen Faruqi. Er gilt bei Sunniten als der zweite von vier Rechtgeleiteten Kalifen.

Seine Tochter Hafsa bint Umar ibn Al-Chattab wurde eine der Ehefrauen des Propheten Muhammad (s.). Einer seiner Söhne war Abdullah ibn Umar.

Aus seiner Ehe mit Umm Kulthum bint Asim entstammt sein Sohn Asim ibn Umar.

Bücher zum Thema

Videos zum Thema

© seit 2006 - m-haditec GmbH - info@eslam.de