Uwais Qarani
  Uwais al-Qarani

Aussprache: uways al-qarani
arabisch:
أويس القرني
persisch:
اویس قرنی
englisch: Uways ibn Karani, Oveys Gharani

??? - 37 n.d.H.
555/560 - 657 n.Chr.

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Uwais al-Qarani, auch bekannt als Veysel Karani, wird in der Literatur oft als einer der ersten Sufis bezeichnet. Er war zwar Zeitgenosse des Propheten Muhammad (s.), traf angeblich aber mit diesem wohl nicht zusammen.

Der Überlieferung nach ist Uwais zwischen 555 und 560 n.Chr. im Ort Qaran im Jemen geboren, daher auch sein arabischer Name al-Qarani. Er lebte als Kamelhirte. Als er über den Propheten Muhammad (s.) und seine Lehren hörte, bat er seine Mutter um Erlaubnis, diesen besuchen zu dürfen. Sie antwortete ihm, dass er ihr Einverständnis habe, den Propheten einmal kurzzeitig zu sehen, um dann sofort nach Hause zurückzukehren. Sollte der Prophet daheim sein, werde er ihn treffen; falls er nicht daheim sein sollte, soll er sofort wieder in den Jemen zurückkehren. Uwais trat eine dreimonatige Fußreise an, um vom Jemen bis nach Medina zu gelangen. Als er am Haus Muhammads (s.) ankam, öffnete dessen Frau Aischa die Tür und sagte, ihr Ehemann sei nicht zu Hause, sondern in der Moschee. Uwais mochte aber sein Versprechen gegenüber seiner Mutter nach der Legende nicht brechen. Deshalb gab er Aischa den Auftrag, seine Grüße dem Propheten zu übermitteln und machte sich sofort wieder auf den Rückweg. Auf diese Weise kam Uwais al-Qarani der Legende nach nie dazu, den Propheten lebend zu treffen. Es ist aber eher davon auszugehen, dass Prophet Muhammad (s.) sich zu jener Zeit nicht in der Stadt aufhielt. Qarani hatte den Islam bereits angenommen. Als Prophet Muhammad (s.) zurückkehrte und vom Besuch erfuhr, sandte er Uwais Qarani seinen Umhang. Jener Umhang galt unter den Osmanen als eine der Insignien der Macht. Er befindet sich in einer eigens für den Edlen Mantel (Hirka-i Şerif) errichteten Moschee, der (Hirka-i Şerif Camii) und ist nicht zu verwechseln mit dem Edlen Mantel im Museum des Topkapi Palastes.

Sunnitischer Überlieferung nach lebte er anschließend als Einsiedler in der Wüste. Auf ihn soll außerdem der älteste Orden [tariqa] zurückgehen, wobei es allerdings keine überprüfbaren Belege für diese Behauptung gibt. Die Organisation Maktab Tarighat Oveyssi Shahmaghsoudi, ein hauptsächlich in der Westlichen Welt etablierter Orden, gibt an, mit einer direkten spirituellen Linie auf Uwais al-Qarani zurückzugehen.

Das widerspricht aber schiitischen Quellen, wonach sich Uwais nach dem Ableben des Propheten Muhammad (s.) zunächst nach Kufa begab und in der Schlacht von Siffin auf der Seite Imam Alis (a.) Märtyrer wurde. Da die Schlacht von Siffin zu den deutlich entlarvenden Ereignissen gegen die Umayyaden zählt, sind die Personen, die auf der Seite Imam Alis (a.) gegen Muawiya ibn Abu Sufyan gekämpft haben Ziel zahlreicher Verfälschungen der Umayyaden.

Uwais Qanranis Schrein liegt in Syrien wo er zusammen mit Ammar ibn Jasir und Ubay ibn Kaab al-Ansari begraben liegt. Nach sunnitischer Vorstellung ist er allerdings in Baykan in der Provinz Siirt in der Türkei begraben. Es gibt auch die Legende, dass er in Auftrag Umars nach Aserbaidschan aufgebrochen und dort verblieben sei.

Manche übertreibende Schiiten haben die teilweise erfolgte blutige Selbstgeißelung zu Aschura versucht damit zu begründen, dass Uwais einstmals in Trauer seine eigenen Zähne beschädigt hätte, was aber von Gelehrten [faqih] als falsch entlarvt wurde. Hadschi Mansour (ein großer iranischer Madah-Sänger) beschreibt es so, dass sein Zahn aus Liebe zum Propheten im selben Augenblick zersprang. Aber das er es sich selbst rausgeschlagen hat, ist eine Erfindung der Achbariyya.

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