Wahab ibn Abdullah
Wahab ibn Abdullah Qalbi

Aussprache: wahab ibn abdullah al-kalbiy
arabisch: وهب ابن عبد الله الكلبي
persisch: وهب ابن عبد الله كلبي
englisch: Wahab ibn Abdullah Al-Kalbi

??? - 10.1.61 n.d.H.

Wahab bin Abdullah Qalbi ist einer der Helden von Aschura und Märtyrer von Kerbela.

Die Überlieferungen zu seiner Person sind die Geschichte einer jungen Braut und ihres Bräutigams, die in Kerbela waren. Sie waren erst zwei Monate miteinander verheiratet. Der Bräutigam war das einzige Kind seiner Mutter. Nach der Hochzeit entschied die Mutter die Pilgerfahrt [hadsch] zu machen und ihren Sohn und seine Braut mitzunehmen. Sie verließen Kufa im Monat Schawwal 60 n.d.H..

Auf dem Rückweg fanden sie Kufa verschlossen. An der Grenze fragte die Mutter nach dem Grund der Blockade. Es wurde ihr mitgeteilt, dass eine Gruppe von Rebellen in Kerbela ihr Lager aufgeschlagen hätte und Kufa verschlossen worden sei, um die Bevölkerung vor dem Angriff der Rebellen zu schützen. Als sie fragte, wer die angeblichen Rebellen seien, erfuhr sie, dass ihr Anführer Imam Husain (a.) war. Als sie diesen Namen hörte, wurde ihr die Situation klar. Sie war die Witwe Abdullah Qalbis und ihr Sohn, der frisch verheiratete Bräutigam, war Wahab bin Abdullah Qalbi. Sein Vater war ein Gefährte Imam Ali (a.) gewesen. Im 40. Jahr n.d.H., als seine Frau schwanger war und sehr krank wurde, ging Abdullah Qalbi zu Imam Ali (a.) und sagte: „Meine Frau und ich sind so lange kinderlos geblieben. Und nun, wo wir ein Baby erwarten, ist sie so krank, dass ich sie vielleicht verliere. Bitte Maula, bete für sie.“ Imam Ali (a.) betete und Abdullah Qalbis Frau wurde gesund. Im selben Jahr erlangte Imam Ali (a.) sein Martyrium. Einige Monate später kam Wahab zur Welt, und zwei Jahre später starb sein Vater. Die Witwe hatte ihren Sohn mit großer Liebe aufgezogen.

Nun hörte sie, dass der Sohn Imam Alis (a.) bezichtigt wurde Kufa angreifen zu wollen, um die dortige Bevölkerung zu töten. Sie lehnte ab, dies zu glauben und sagte zu ihrem Sohn: „Wahab, ich muss herausfinden, was vorgeht“, und Wahab antwortete ihr: „Mutter, ich möchte mit dir gehen.“ Am 7. Muharram 61 n.d.H. erreichten die drei Kerbela. Als sie die wahren Umstände erfuhren, entschied Wahab bei Imam Husain (a.) zu bleiben, um für ihn zu kämpfen. Als er seine Mutter davon in Kenntnis setzte sprach sie zu ihm: „Ich bin die stolzeste Mutter im Irak.“

Am Tage von Aschura kämpfte Wahab für Imam Husain (a.). Als er getötet wurde, standen seine Mutter und seine Braut am Eingang des Lagers. Ihre Gesichter strahlten vor Stolz. Umar ibn Saad befahl Wahabs Kopf vom Körper abzutrennen und warf ihn zu Wahabs Mutter. Sie hob ihn auf, küsste ihn und warf ihn Umar ibn Saad zurück und rief: „Was wir für unseren Imam und den Islam einmal geopfert haben, nehmen wir nicht wieder zurück. Es tut mir leid, dass ich nur einen einzigen Sohn hatte, hätte ich zwanzig gehabt, würden alle zwanzig heute gegen Yazid  gekämpft haben!“. Dann ging sie ins Zelt und umarmte die junge Braut. In diesem Moment wurde der Zeltvorhang hochgehoben und Sayyida Zainab kam herein. Sie umarmte sie beide, richtete ihnen ihr Beileid aus und sprach: „Möge Allah euch Geduld geben um Wahabs Verlust zu verkraften.“  Nach manchen Überlieferungen starb auch die Braut in Kerbela.