Waraqa ibn Naufal
  Waraqa ibn Naufal

Aussprache: waraqa ibn naufal
arabisch:
ورقه بن نوفل
persisch:
englisch: Waraqah ibn Nawfal

Waraqa Ibn Naufal Ibn Asad Ibn Abd-ul-Uzza, nach anderen Waraqah ibn Naufal ibn Assad ibn al-Azi ibn Kassi al-Kurschi wird in einigen Geschichtsbüchern als angeblicher betagter Onkel Chadidschas (a.) angegeben, manchmal auch als Cousin.

Jene Bücher geben eine aus religiöser Sicht sehr anzuzweifelnde Version der ersten Offenbarung wieder, wonach Prophet Muhammad (s.) nach der Rückkehr von der Höhle Hira voller Zweifel war. Demnach soll Chadidscha (a.) zu jenem angeblich christlichen Onkel gegangen sein, der nach den Schilderungen Chadidschas (a.) bestätigte, dass Prophet Muhammad (s.) wirklich ein Prophet sei. Demnach hätte nicht Gott seinen eigenen Propheten überzeugt, sondern Waraqa. Und nicht Prophet Muhammad (s.) hätte Waraqa ibn Naufal zum Islam eingeladen sondern Waraqa den Propheten Muhammad (s.). In Variationen der Legende geht Prophet Muhammad (s.)  selbst zu Waraqa.

Allerdings fällt auf, dass jener Waraqa in keinem einzigen Geschichtswerk als erster Muslim Erwähnung findet, was er allerdings wäre, wenn die Geschichte stimmig wäre. Zudem kommt Waraqa ansonsten kaum vor. Da Prophet Muhammad (s.) ihn aber über Chadidscha (a.) hätte kennen gelernt haben müssen - schließlich war er 15 Jahre mit ihr vor der ersten Offenbarung verheiratet - erstaunt es, dass es keine frühere Begegnung gegeben haben soll.

Aus oben genannten und weiteren Gründen kommen viele Gelehrte zu dem Schluss, dass es Waraqa ibn Naufal nicht gab oder zumindest die genannte Geschichte frei erfunden ist zumal ein Sohn von Asad, dem Großvater Chadidschas (a.), mit dem Namen Naufal kaum bekannt ist. An anderen Stellen wird manchmal ein Naufal ibn Chuwailid erwähnt, wie bei einem angeblichen Lob auf Talha, dann wäre dessen Sohn aber Neffe Chadidschas gewesen!