Wiedemann
Eilhard Wiedemann

Aussprache:
arabisch:
persisch:
englisch: Eilhard Wiedemann

1.8.1852 - 7.1.1928 n.Chr.

Bild: Aus der Gedenktafel im Istanbuler Museum für Geschichte der Wissenschaft und Technik im Islam (Foto Y. Özoguz 2000)

Eilhard Wiedemann (Physiker) war ein deutscher Physiker Anfang des 20 Jh. und gilt als der erste, der aus der Literatur heraus versucht hat, Instrumente der Muslime nachzubauen.

Eilhard Wiedemann ist am 1.8.1852 in Berlin als Sohn des damaligen Privatdozenten Gustav Wiedemann, einem der hervorragenden physiker des 19. Jh. n.Chr. und dessen Frau Clara (geb. Mitscherlich) und Tochter des Berliner Chemikers und Entdeckers der Isomorphie, geboren. Eilhard besucht in Basel, Braunschweig und Karlsruhe das Gymnasium, wo sein Vater Professuren für Physik bekleidete. ER selbst studierte Mathematik, Physik und Chemie in Heidelberg. Zu seinen Lehrern zählte Hermholtz. In Leipzig promovierte er 1872 über die Polarisation von Licht. 1876 folgte die Habilitation.

Wiedemann war seit 1876 Privatdozent in Leipzig, 1878 außerordentlicher Professor in Leipzig und 1886 Professor für Physik an der Universität Erlangen, nachdem er vorher 1886 Professor in Darmstadt gewesen war. Seit 1877 redigierte er lange Zeit gemeinsam mit seinem Vater, Gustav Heinrich Wiedemann die Beiblätter der Annalen der Physik und Chemie. Eilhard Wiedemann hatte vielseitige Interessen, so bearbeitete er auch Themen aus der Wissenschaftsgeschichte, insbesondere der Araber. Allein nach 1879 veröffentlichte er 200 Arbeiten dazu und versuchte, Instrumente der Muslime nachzubauen, wodurch diese erhalten blieben.

Sein Nachlass wird im Deutschen Museum in München aufbewahrt.

Zu seinen Schriften gehören:

bulletAufsätze zur arabischen Wissenschaftsgeschichte, 2 Bände, Hildesheim 1970
bulletGesammelte Schriften zur arabisch-islamischen Wissenschaftsgeschichte, Frankfurt am Main 1986

Eine mehrsprachige Gedenktafel ist für ihn im Istanbuler Museum für Geschichte der Wissenschaft und Technik im Islam angebracht.