Yazid ibn Muawiya

Bild: Der Kopf Imam Husains (a.) wird Yazid vorgeführt, während Imam Zain-ul-Abidien (a.) abgeführt wird.
Yazid ibn Muawiya

Aussprache: yaziid ibn muawiyah
arabisch: يزيد بن معاوية
persisch: یزیدبن معاویه
englisch: Yazid ibn Muawiyah

ca. 25 - 64 n.d.H.
644 - 11.683 n.Chr.

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Obwohl es mehrere Personen mit dem Namen "Yazid" in der islamischen Geschichte gab, wird der Name allein genannt immer nur mit dem Sohn von Muawiya ibn Abu Sufyan in Verbindung gebracht, da seine Verbrechen derart grausam waren, dass sein Namen zum Synonym für Verbrechen wurde.

Er ist der Sohn von Muawiya ibn Abu Sufyan und der Südaraberin Maisun. Entgegen den im Friedensvertrag Imam Hasans (a.) mit Muawiya vereinbarten Bestimmungen setzte letztgenannter seinen Sohn Yazid als seinen Nachfolger ein. So wurde Yazid ibn Muawiya nach dem Tod seines Vaters (680 n.Chr.) der zweite Kalif der Dynastie der Umayyaden.

Im Gegensatz zu seinem Vater, der zumindest äußerlich den Anschein von Nähe zum Islam zu wahren suchte, hatte Yazid nicht die geringsten Skrupel seinen Palast mit Orgien mit Alkohol und Unzucht zu füllen. Aufgrund seines Lebenswandels und des offenen Bruchs des Friedensvertrag Imam Hasans (a.) wurde Yazid im Zentralarabien sowie Teilen des Irak und des Iran nicht als rechtmäßiger Herrscher anerkannt.

Entscheidend dabei war seine grausame Rolle bei dem Befehl zu Aschura und sein anschließendes Verhalten gegenüber den Gefangenen. Erstmalig hatte ein Kalif im missbrauchten Namen des Islam die wertvollsten Muslime, darunter auch Ahl-ul-Bait (a.), ermorden lassen. Das Ereignis hatte einen derart grausamen epochalen Charakter, dass der Sohn Yazids voller Scham versuchte das Verbrechen zu sühnen, wofür er von seinen Verwandten umgebracht wurde. In Yazids Zeit wurde zudem Medina geplündert und bei der Belagerung Mekkas durch die Umayyaden auch die Kaaba 683 n.Chr. schwer beschädigt. Die Verbrechen Yazids waren derart grausam und warfen einen derart unerträglichen Charakter auf das Kalifat, dass die Ereignisse von Kerbela am Tage Aschura über ein Jahrtausend den meisten Muslimen durch die "offizielle" von den zunächst von Umayyaden beherrschten Geschichtsschreibung vorenthalten wurden. Die späteren Abbasiden, die ihre Macht unter anderem als Widerstand gegen die unrechtmäßigen Umayyaden verstanden, versuchten ebenfalls von der Geschichte abzulenken, da sie darin ein zu hohes Widerstandspotential gegen ihre eigene unrechtmäßige Herrschaft sahen.

Yazid starb psychisch gezeichnet von seinen Verbrechen und körperlich gezeichnet von seinen Ausschweifungen mit 39 Jahren in 683 n.Chr.. Sein ihm nachfolgender Sohn Muawiya ibn Yazid wurde im ersten Jahr seines Kalifats ermordet, weil er die Macht an die Ahl-ul-Bait (a.) übergeben wollte.

Da es nach ihm weitere umayyadische Kalifen mit dem Namen "Yazid" gab, wurde er später Yazid I. genannt. Muslime verbinden die Nennung seines Namens oft mit einer Fluchformel.

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