Zayd ibn Haritha
  Zayd ibn Haritha

Aussprache: zayd ibn hariitha
arabisch:
زيد بن حارثة
persisch:
زيد بن حارثة
englisch: Zayd bin Haritha

578-627 n.Chr.

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Zayd ibn Haritha ibn Scharahil al Qalbi war ein früher Gefährte von Prophet Muhammad (s.) und sein Ziehsohn.

Er ist der Sohn eines Haritha über den allerdings wenig bekannt ist. Er soll als Sklave Chadidscha (a.) übereignet worden sein, die ihn frei gab. Danach nahm Prophet Muhammad (s.) ihn als seinen Ziehsohn an. Fortan lebte er im Hauhalt von Prophet Muhammad (s.) und Chadidscha (a.) und wurde von diesen erzogen.

Nach verschiedenen Quellen war Zayd nach Imam Ali (a.) der zweite männliche Muslim. In jedem Fall gehört er zu den allerersten Muslimen. Zayd war bei der Auswanderung dabei. Er war auch einer der ersten Heerführer des Islam.

Die wohl bekannteste und gleichzeitig auch missverständlichste Geschichte aus seinem Leben war seine Heirat mit Zaynab bint Dschahsch. Die Ehe war auf Vermittlung vom Prophet Muhammad (s.) zustande gekommen, der damit auch dazu beitragen wollte "Standesunterschiede" zu überwinden, da Zayd ein ehemaliger Sklave war und Zaynab bint Dschahsch aus wohlhabendem Hause stammte. Aber die Ehe scheiterte und Zayd hielt seine Abneigung eine Weile geheim. Obwohl Prophet Muhammad (s.) ihm anriet, die Ehe aufrecht zu erhalten, kam es letztendlich zur Scheidung. Daraufhin bekam Prophet Muhammad (s.) die Offenbarung die geschiedene Frau zu heiraten. Das galt damals als Skandal unter den Arabern, da der angenommene Sohn den gleichen Verwandtschaftsstatus hatte wie der leibliche Sohn und die Heirat der geschiedenen Frau des eigenen Sohnes nicht möglich war, da sie zu den Mahram-Verwandten gehörte. Durch die Heirat des Propheten Muhammad (s.) mit Zaynab bint Dschahsch wurde der Status des angenommenen Sohnes in Bezug auf Verwandtschaft im Islam anders definiert, als vorher unter Arabern üblich (siehe dazu Heiliger Qur'an 33:5). Vorher wurde Zayd oft auch Zayd ibn Muhammad genannt, was danach aber unterlassen wurde.

Jegliche Behauptungen gegenüber dem Propheten Muhammad (s.), er habe Zaynab bint Dschahsch bereits begehrt, als sie verheiratet war, sind Verleumdungen und Erfindungen, welche unter den späteren Umayyaden hervorgerufen wurden, um das zügellose Verhalten der umayadischen Kalifen gegenüber Frauen zu rechtfertigen. Bedauerlicherweise haben solche Behauptungen auch Eingang in islamische Bücher gefunden, wobei die Übersetzungen Heiliger Qur'an (33:37) oft zu Missverständnissen führt. Die oft gängige Übersetzung lautet:

"Und als du (Muhammad) zu dem (Zayd), dem Allah Gnade erwiesen hatte und dem auch du Gnade erwiesen hattest, sagtest: »Behalte deine Gattin für dich und fürchte Allah«, und du hieltest in deinem Inneren geheim, was Allah doch offen legt, und du fürchtetest die Menschen, während Allah eher darauf Anspruch hat, dass du Ihn fürchtest. Als dann Zayd seinen Wunsch an ihr erfüllt hatte, gaben Wir sie dir zur Gattin, damit für die Gläubigen kein Grund zur Bedrängnis bestehe in Bezug auf die Gattinnen ihrer Adoptivsöhne, wenn diese ihren Wunsch an ihnen erfüllt haben. Und der Befehl Gottes wird ausgeführt."

In dieser Form wird Propheten Muhammad (s.) getadelt und es wird ihm sogar vorgeworfen, dass er die Menschen mehr fürchtete als Allah, was mit dem Glauben des Islam nicht vereinbar wäre. Entsprechend oft haben Orientalisten diese Missinterpretationen für ihre Vorwürfe gegen Propheten Muhammad (s.) missbraucht. Anders hingegen sieht es aus, wenn man einfach nur die wörtliche Rede (jeweils unterstrichen) derart verlängert, wie es im arabischen Original zu erkennen ist.

"Und als du (Muhammad) zu dem (Zayd), dem Allah Gnade erwiesen hatte und dem auch du Gnade erwiesen hattest, sagtest: »Behalte deine Gattin für dich und fürchte Allah, und du hieltest in deinem Inneren geheim, was Allah doch offen legt, und du fürchtetest die Menschen, während Allah eher darauf Anspruch hat, dass du Ihn fürchtest.« Als dann Zayd seinen Wunsch an ihr erfüllt hatte, gaben Wir sie dir zur Gattin, damit für die Gläubigen kein Grund zur Bedrängnis bestehe in Bezug auf die Gattinnen ihrer Adoptivsöhne, wenn diese ihren Wunsch an ihnen erfüllt haben. Und der Befehl Gottes wird ausgeführt."

Allerdings gibt es auch andere Interpretationen zu dem Vers. So betrachtet Ayatollah Nasir Makarim Schirazi den Satzteil "und du hieltest in deinem Inneren geheim, was Allah doch offen legt, und du fürchtetest die Menschen" als an den Propheten Muhammad (s.) gerichtet. Er erläutert, dass Prophet Muhammad (s.) vorhatte, nach der Scheidung die Frau des Zayd zu heiraten, zumal er die Ehe seiner Cousine Zaynab bint Dschahsch mit Zayd in die Wege geleitet hatte. Er nahm sich daher vor, den Misserfolg wieder gut zu machen, indem er Zaynab heiratet, falls Zayd sich von ihr trennt. Der Prophet befürchtete jedoch aus zweierlei Hinsicht dass die Feinde des Islams einen großen Skandal daraus machen werden. Die anderen würden seine Heirat mit Zaynab verwerflich finden, weil es verpönt war die geschiedene Frau eines Ziehsohnes zu heiraten, und außerdem würden sie ihm vorwerfen, es sei unter seiner Würde die geschiedene Frau eines freigelassenen Sklaven zu heiraten. So würde diese Heirat eine wirksame Maßnahme sein, um mit den beiden falschen Ansichten in der Gesellschaft Schluss zu machen. Ayatollah Nasir Makarim Schirazi legt dar, dass der Entschluss des Propheten Muhammad (s.) Zaynab nach ihrer Scheidung zu heiraten, auf einen göttlichen Befehl zurückgeht und hebt hervor, dass der darauf folgende Satz im Vers 37 der Sure 33 darauf hinweist, dass die Ehe des Propheten Muhammad (s.) mit der geschiedenen Zaynab einem besonderen Zweck und der Durchführung des göttlichen Befehls diente.

Des Weiteren wird oft behauptet, dass Zayd der einzige namentlich erwähnte Gefährte im Heiligen Qur'an sei (zuweilen wird auch Abu Lahab genannt, obwohl es nicht der richtige Name der Person ist). Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Begriff "Zayd" im arabischen auch für "jener" verwendet wird.

Später heiratete Zayd die Witwe Umm Ayman mit der er den bekannten Sohn Usama ibn Zayd hatte.

Zayd nahm teil an der Schlacht von Mutah als einer von drei Kommandeuren, die dort allesamt Märtyrer geworden sind. Dementsprechend ist sein Grab in der Ortschaft Al-Mazar Al-Dschanubi bei Kerak im heutigen Jordanien. Er ist dort begraben zusammen mit den anderen beiden Kommandeuren Dschafar ibn Abu Talib und Abdullah ibn Rawahha.

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