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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Der
osmanische Zerstörer Muavenet-i Milliye (Muavenet-i
Milliye Muhribi) ist bekannt dafür, dass er in der Nacht vom
12. auf den 13. Mai 1915 während des
Dardanellenkriegs
(Schlacht um Gallipoli) das britische Schlachtschiff HMS
Goliath mit Torpedos versenkte.
Das Schiff war bei den Schichau-Werken in Deutschland
gebaut worden. Es wurde 1908 auf Kiel gelegt, lief 1909 vom
Stapel und kam 1910 in
osmanischen Dienst. Es war etwa 74 Meter lang, verdrängte
rund 765 Tonnen, erreichte ungefähr 26 Knoten und war mit zwei
75-mm-Geschützen, zwei 57-mm-Geschützen und drei
450-mm-Torpedorohren bewaffnet.
Der Name Muâvenet-i Millîye bedeutet ungefähr „Nationale
Hilfe“ oder „Unterstützung der Nation“. Das Schiff gehörte zu
einer Gruppe moderner Zerstörer, die das
Osmanische Reich kurz vor dem Ersten Weltkrieg zur
Modernisierung seiner Marine beschafft hatte.
Berühmt wurde die Muâvenet-i Millîye in der Nacht vom 12.
auf den 13. Mai 1915. Zu dieser Zeit lagen britische
Schlachtschiffe vor Kap Helles und unterstützten die
alliierten Truppen auf
Gallipoli mit Artilleriefeuer. Die HMS Goliath, ein
älteres britisches Linienschiff, lag zusammen mit der HMS
Cornwallis in der Morto Bay und wurde von mehreren britischen
Zerstörern geschützt.
Die
osmanische Seite beschloss, die Goliath mit einem
Torpedoangriff auszuschalten. Kommandant der Muâvenet-i
Millîye war Ahmet Saffet Bey. Außerdem befand sich der
deutsche Marineoffizier Kapitänleutnant Rudolph Firle an Bord
und war an Planung und Durchführung des Torpedoangriffs
beteiligt.
Am Abend des 12. Mai lief die Muâvenet in Richtung der
alliierten Stellung. Sie passierte die osmanischen
Minensperren und wartete zunächst bei Soğanlıdere. Nach
Mitternacht setzte sie sich wieder in Bewegung. Weil es dunkel
war und das Schiff langsam und vorsichtig vorging, gelang es
ihm, die britische Zerstörersicherung zu passieren.
Als sich die Muâvenet der Goliath näherte, bemerkte das
britische Schlachtschiff das unbekannte Fahrzeug und verlangte
ein Erkennungssignal. Die
Osmanen antworteten nicht mit einer normalen
Identifikation, sondern gingen zum Angriff über. Gegen etwa
01:00 Uhr am 13. Mai wurden drei Torpedos abgefeuert. Alle
drei trafen die Goliath: im Bereich der Brücke, nahe dem
vorderen Schornstein und schließlich weiter achtern. Die
Wirkung war verheerend. Die rund 13.000 Tonnen schwere Goliath
begann sehr schnell zu krängen, kenterte und sank innerhalb
weniger Minuten. Etwa 570 britische Seeleute, darunter der
Kommandant Captain Thomas Shelford, kamen ums Leben. Nur
ungefähr 140 Mann konnten gerettet werden.
Der Größenunterschied war bemerkenswert: Ein relativ
kleiner Zerstörer von nur etwa 765 Tonnen hatte ein wesentlich
größeres britisches Schlachtschiff versenkt. Gerade deshalb
wurde die Aktion im
Osmanischen Reich als außergewöhnlicher Erfolg gefeiert.
Die Muâvenet-i Millîye konnte anschließend trotz britischer
Verfolgung entkommen und in die osmanischen Stellungen
zurückkehren. Ahmet Saffet Bey, Rudolph Firle und die
Besatzung wurden in Istanbul
als Helden empfangen und ausgezeichnet. Ahmet Saffet wurde
später befördert. Firle erhielt unter anderem das deutsche
Eiserne Kreuz I. Klasse.
Militärisch war der Untergang der Goliath auch deshalb
wichtig, weil er den Alliierten erneut vor Augen führte, wie
gefährlich selbst relativ kleine
osmanische und deutsche Seestreitkräfte in den engen
Gewässern der
Dardanellen (Çanakkale Boğazı) waren. Kurz
darauf gingen auch die britischen Schlachtschiffe HMS Triumph
und HMS Majestic verloren, diesmal durch das deutsche U-Boot U
21. Dadurch wurde der Einsatz großer britischer Kriegsschiffe
unmittelbar vor
Gallipoli zunehmend eingeschränkt.
Die Muâvenet-i Millîye selbst blieb bis zum Ende des Ersten
Weltkriegs im Dienst. Sie wurde 1918 außer Dienst gestellt und
schließlich erst 1953 abgewrackt.
Ein maßstabsgerechtes Modell des Kreuzers Mecidiye ist im
Marine-Museum Tschanakkale (Çanakkale Deniz Müzesi)
ausgestellt.

Foto Y.Özoguz (2026 n.Chr.)