Mamuns Brief
  Brief von Mamun an seinen Gouverneur in Medina namens Qutham ibn Dschafar bezüglich Fadak

15.2.826 n.Chr.

Wisse, dass der Befehlshaber der Gläubigen, in Ausübung seiner Macht, mit der er durch die göttliche Religion bekleidet war als Kalif, Nachfolger und Verwandter des Propheten, sich als würdiger betrachtete, der Verhaltensweise des Propheten [sunnatun-nabi] zu folgen und seine Befehle auszuführen. Und der Führer ist befugter, den rechtmäßigen Personen jegliche Zuwendungen zurückzuerstatten, die der Prophet ihnen hatte zukommen lassen. Der Erfolg und die Führung des Befehlshabers der Gläubigen ist von Allah, und er ist besonders bestrebt, auf eine Art zu handeln, die die Zufriedenheit des Allmächtigen Allahs bewirkt.

Wahrlich, der Prophet hat das Landstück von Fadak seiner Tochter Fatima geschenkt. Er hat ihr die Eigentumsrechte daran übertragen. Es ist eine klare und bekannte Tatsache. Niemand der Verwandten des Propheten hat eine andere Ansicht darüber. Fatima hatte immer das gesagt, was berechtigter war (das man ihm glaubte) als die Person (Abu Bakr), dessen Wort geglaubt wurde. Der Befehlshaber der Gläubigen sah es als gut und richtig an, Fadak den Erben Fatimas zurückzugeben. Er würde damit die Nähe Allahs Des Allmächtigen bewirken, indem er Seine Gerechtigkeit und Recht ausführte. Es würde die Wertschätzung des Propheten zur Folge haben, wenn man seine Befehle in die Tat umsetzte. Der Befehlshaber der Gläubigen hatte befohlen, dass die Rückerstattung Fadaks angemessen registriert werden sollte. Die Befehle sollten allen Beamten übermittelt werden.

Zudem, wie es Brauch war, bei jeder Pilgerfahrt [hadsch] (jedes Jahr) nach dem Tod des Propheten zu proklamieren, dass jeder, dem der Prophet ein Geschenk oder Zuwendung versprochen hatte, vortreten sollte, sein Anspruch würde akzeptiert und das Versprechen erfüllt werden. Fatima (a.) hatte das größere Recht, dass ihre Aussagen akzeptiert wurden in Sachen Fadaks, das der Prophet ihr geschenkt hatte.

Wahrlich, der Befehlshaber der Gläubigen hatte seinem Diener Mubarak at-Tabari befohlen, Fadak an die Nachkommen Fatimas, der Tochter des Propheten, zurückzuerstatten mit all seinen Grenzen, Befugnissen und Dienern, die dazu gehörten, Getreide und anderem. Das Gleiche wurde auch Muhammad ibn Yahya ibn Hasan ibn Zaid ibn Ali ibn al-Husain ibn Ali ibn Abi Talib und an Muhammad ibn Abdullah ibn al-Hasan ibn Ali ibn al-Husain ibn Ali ibn Abi Talib zurückgegeben.“

Der Befehlshaber der Gläubigen hatte die beiden als Bevollmächtigte be-stimmt, die die Eigentümer der Ländereien vertreten sollten – die Erben von Fatima. Wisse dann, dass dies die Sicht des Befehlshabers der Gläu-bigen ist, und dass Allah im eingegeben hat, den Befehlen Allahs zu folgen und Seine Zufriedenheit zu die des Heiligen Propheten zu erlangen. Lasst das auch eure Untergebenen wissen. Benehmt euch gegenüber Muham-mad ibn Yahya und Muhammad ibn Abdullah genauso, wie ihr euch ge-genüber Mubarak at-Tabari verhalten habt. Helft den beiden in allem, was mit dem Gedeihen und Erblühen und der Mehrung des Ertrags an Getreide (von Fadak) zu tun hat, mit Allahs Willen,

und Frieden (sei mit Euch).

Dies wurde verfasst am Mittwoch, zwei Nächte nach (dem Monat) Dhul Qa´dah, im Jahre 210 n.d.H. (15.2.826 n.Chr.).

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