Das ABC des Islam
Das ABC des Islam

von

Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai

 

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Eigenschaften der Propheten

Der Erhabene Gott versah also einige Seiner getreuen Geschöpfe mit jenem hohen Wissen und jenen Weisungen und Richtlinien, die der Menschheit Wohl und Glück garantieren und schickte sie zu ihr. Und sie, die Überbringer der göttlichen Botschaften, werden als Propheten, als Gesandte Gottes, bezeichnet. Die Gesamtheit der Botschaften, die sie überbringen, ist die göttliche “Religion”.

Wie ein Prophet sein muss bzw. ist, wird an folgendem deutlich:

Erstens: Bei der Ausführung seiner Mission, das heißt der Übermittlung der göttlichen Botschaft, unterläuft ihm kein Irrtum oder Fehler. Gegen derlei ist er “immun”. Weder vergisst er etwas, noch leidet er einem geistig-gedanklichen Manko. Das, was ihm offenbart wird, gibt er absolut zuverlässig an die Menschen weiter, ohne etwas auszulassen, hinzuzufügen oder aber zu entstellen. Das kann und darf auch gar nicht anders sein, da ansonsten die göttliche Rechtleitung, die durch die Propheten erfolgt - die Hidayat taschri´i, wie es in den islamischen Terminologie heißt - nicht in ihrer reinen Form dem Menschen zugänglich gemacht wurde. Das aber hätte zur Folge, das dieser von der “Allgemeinen Göttlichen Rechtleitung”, zu der die “Hidãyat taschri´i” gehört, ausgeschlossen wäre und sie (die “Allgemeine Göttliche Rechtleitung’), die ja für alle Geschöpfe vorgesehen ist, ihren universalen Charakter verlöre.

Zweitens: Der Propheten Reden, Tun und Lassen ist ebenfalls frei von jeglichem Fehl. Wäre es nicht so und würden sie sich unrichtig verhalten oder gar sündigen, so könnten ihre Worte nicht überzeugen. Schließlich wird man den Reden jener, deren Tun und Lassen im Widerspruch steht zu dem, was sie sagen, keinen Glauben schenken, da sie ohne “Überzeugungskraft” sind. Und nicht nur das. Man würde ihre Worte - falls sie sich selbst nicht an ihnen orientierten - als Beweis für Unaufrichtigkeit und Scharlatanerei betrachten. Es würde heißen: Wenn das, was dieser “Prophet” da redet, richtig und wahr wäre, hielte er sich selbst daran...

Kurz, damit die Mission des Propheten, sein “Aufruf zu Gott”, richtig und glaubhaft sind, muss er gegen Fehl, Irrtum und Sünde “gefeit” sein. Auf diesen Punkt weist der Erhabene Gott in den Versen 26 bis 28 den Sure 72, Gin, hin, indem er sagt:

Gott, der absolutes Wissen über das Verborgene hat, klärt niemanden darüber auf. Mit Ausnahme der von Ihm auserwählten Gesandten, denen Er von Seinen Geheimnissen offenbart . Und Er stellt sie (Seine Gesandten)

unter “Geleitschutz”, um gewiss zu sein, das sie Seine Botschaften richtig verkünden.

Drittens: Zudem zeichnet sich ein Prophet durch hervornagende ethische Eigenschaften aus wie Reinheit, Tapferkeit, Edelsinn, Gerechtigkeit etc.. Kurz, durch höchste Tugenden. Anders wäre es auch gar nicht zu erwarten bzw. anzunehmen, da sich jemand, der gegen Fehler und Irrtum geschützt ist und sich der Religion voll und ganz folgt, niemals durch moralische Entgleisungen beflecken wird.

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