Das ABC des Islam
Das ABC des Islam

von

Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai

 

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Selbstvertrauen

Wir haben eingangs wiederholt darauf hingewiesen, das der Islam dazu aufruft, nur den Einzigen Gott anzubeten, niemanden als lhn zu heiligen und zu verherrlichen und sich niemandem als Ihm zu Füßen zu werfen. Alles ist von Ihm erschaffen worden und wird durch Ihn erhalten. Alles wird von dem ernährt, was Er gibt, und niemand hat Vorrang vor dem anderen..., es sei denn, er zeichne sich durch besondere Ehrfurcht vor Gott aus und sein Tun und Lassen sei besonders gottwohlgefällig.

Jeder Mensch hat die göttliche Gabe “Selbstständigkeit’ zu nutzen und Möglichkeiten und Mittel, die ihm der Erhabene Gott zur Verfügung stellte, einzusetzen, um sein Leben menschenwürdig leben zu können. Niemand sollte sich auf andere stützen und verlassen, in der Hoffnung, das sie für ihn und sein Wohlergehen sorgen werden. Es gilt, sich nach Kräften selbst darum zu bemühen, seinen Weg “selbsttätig” zu gehen, niemandem zur Last zu fallen und niemals in anderen seine “Zuflucht’ zu sehen. Zuflucht und Unterstützung sind allein bei Gott zu finden. Wer sie in anderen Personen und Kräften sucht bzw. sieht, begeht “Schirk”.

Der Arbeiter bzw. Dienstbote hat zu wissen und dafür zu sorgen, das es sein eigenes Brot ist, das er und seine Familie essen, nicht das seines “Dienstherrn”. Er muss wissen, das er den Verdienst seiner eigenen Hände Arbeit empfangt, nicht ein Almosen oder eine Spende seines Arbeitgebers. Jeder Angestellte muss sich dessen bewusst sein, das es der Lohn für seine geleistete Arbeit ist, der ihn ernährt, nicht aber sein Chef, die Öffentlichkeit oder irgendeine Behörde.

Kurz, der freie Mensch muss sich auf sich selbst stützen, in der Hoffnung auf Gott. Nur bei Gott ist wahre Hilfe und Zuflucht zu suchen, und allein auf Gott und Seinen Beistand ist zu. hoffen.

Andernfalls, wenn er auf andere und anderes hofft, wird in ihm Unterwürfigkeit 165

entstehen..., vor irgendwelchen Menschen, Götzen und Göttern, die er sich selbst schuf. Er wird in “moderne Sklaverei” geraten, sklavisches Denken wird in ihm geboren. All das aber ist nichts anderes als “Schirk”, als Vielgötterei und Götzentum..., als “Gott andere Gottheiten beisetzen”.

Abschließend sei daran erinnert, das Selbstvertrauen darin beruht, das der Mensch seine gottgegebene natürliche Würde nicht aus der Hand gibt, das er sie nutzt, in Vertrauen auf seine gottgegebene Kraft und Fähigkeit und den göttlichen Beistand. Das er sich bemüht, auf eigene Füße zu stehen zu kommen und sich nicht auf andere verlässt. Nur auf Gott! Seine Hoffnung gelte nur Ihm!

Selbstvertrauen bedeutet jedoch nicht, das er sich nur auf sich allein verlässt und glaubt, keiner Hilfe, auch nicht der göttlichen, zu benötigen. Auch ist mit Selbstvertrauen nicht gemeint, das der Mensch hingeht und sich selbst als Zentrum und Mittelpunkt aller Dinge wahrt. Oder das er glaubt, aus eigener Kraft - ohne Gottes Beistand, Hilfe und Erbarmen -etwas zuwege bringen zu können. Das wäre kein Selbstvertrauen, das wäre “Kufr”!

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