Das ABC des Islam
Das ABC des Islam

von

Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai

 

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Üble Nachrede, Verleumden

Über andere negativ zu sprechen - und dazu noch hinter ihrem Rücken - ist “üble Nachrede”. Und wenn derartiges gar auf Unwahrheit beruht, so bezeichnet man es als “Verleumdung”.

Gott hat den Menschen - mit Ausnahme der Propheten und Imame (a.s.) - nicht “unfehlbar” erschaffen. Und ein jeder begeht, aufgrund seiner ‘Schwachstellen’, Fehler und strauchelt hin und wieder. Mit anderen Worten, die meisten leben ihr Lehen sind ihren Mängeln und Unzulänglichkeiten, ohne das diese den Mitmenschen sonderlich auffallen.

Auch hierin - d.h., das die Unzulänglichkeiten des Menschen seiner Umwelt mehr oder weniger verborgen bleiben - ist die Weisheit des Allmächtigen und Erhabenen Gottes zu erkennen. Wie könnte sich auch der einzelne in Ruhe entfalten und an sich selbst “arbeiten’, wenn er ständig auf seine schwachen Punkte hingewiesen und an den Pranger gestellt würde.

Gott hat aber in Seiner grenzenlosen Huld und Weisheit einen “Schleier” über die Mängel des Menschen gelegt. Entfernte man diesen nur für einen Augenblick, so wären Seine Mitmenschen über seine Schwächen gleich im Bilde. Man würde ihn mit “anderen Augen” betrachten und möglicherweise einen Bogen um ihn machen. Das aber wäre das Ende einer intakten Gesellschaft...

Der Erhabene Gott hat daher strikt untersagt, über andere “schlecht zu reden”, sie in den Augen anderer abzuwerten. Damit das Milieu ein gutes und freundliches sei, in dessen Frieden einem jeden die Gelegenheit gegeben ist, sich unbehelligt und in aller Ruhe berichtigen zu können.

Gott spricht im 12. Vers der Sure 49, Hugurat:

Meidet üble Nachrede, denn über seine muslimischen Geschwister schlecht zu sprechen ist so, als würde man am Fleisch seines toten (wehrlosen) Bruders nagen.

Zu verleumden aber ist noch um ein Vielfaches schlimmer als üble Nachrede. Wie abgrundtief häßlich und niedrig derartiges ist, ist dem, der sich sein menschliches Empfinden bewahrt hat, offenkundig. Gott weist auf das schwere Vergehen dessen, der verleumdet, hin und spricht im 105. Vers der Sure 16, NahI:

Die Verleumder glauben nicht an Gott...

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