Das ABC des Islam
Das ABC des Islam

von

Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai

 

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Was tun mit dem landesinternen Feind?

Wie uns Gewissen und Religion sagen, ist der Feind, der aus der Fremde kommend die muslimische Gesellschaft bedroht bzw. angreift, zu bekämpfen und daran zu hindern, Verwüstung, Elend und Vernichtung ins Land zu tragen.

Das gleiche gilt im Zusammenhang mit dem landesinternen Widersacher. Wer ist ein landesinterner Widersacher? Jener, der gegen das in der islamischen Gesellschaft herrschende Recht und Gesetz verstößt, es unterminiert, auf diese Weise Unruhe und Verwirrung hervorruft, der Bevölkerung Ruhe und Frieden raubt und die islamische Ordnung zu ruinieren gedenkt.

Es versteht sich von selbst, das derartig zersetzenden Elementen das Handwerk gelegt werden muß, um die gesunde Ordnung, die im Sinne des allgemeinen Fortschritts und Wohlergehens unerläßlich ist, aufrechterhalten zu können. Dieses geschieht im Rahmen strafrechtlicher Maßnahmen, die das Gesetz vorschreibt.

Darüber hinaus hat der Islam die Regelung “Gutes gebieten, Schlechtes verwehren” eingesetzt. Eine Regelung, die für alle in der Gesellschaft gilt. Ein jeder hat diese Weisung wahrzunehmen, das heißt zum Guten aufzurufen und vor dem Schlechten zu warnen bzw. Es zu verhindern. Auf diese Weise wird der “Kampf gegen Unheilstifter” “kollektiv” und somit effektiver.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Verfahren des Islam und anderer Gesellschaftslehren bzw. -Ordnungen beruht darin, das in letzteren nur die Reformierung des Tun und Lassens der Gesellschaftsmitglieder berücksichtigt wird. Der Islam aber will sowohl deren Handeln und Verhalten als auch Moral und Gesinnung bereinigen. Das heißt, sein Kampf gegen Unheil und Verderbnis wird auf beiden Ebenen geführt..., auf der geistig-moralischen als auch praktischen.

Das, dem der Islam konsequent entgegentritt, sind Dinge bzw. Praktiken, die sich folgenschwer auf die Gesellschaft auswirken. Einige davon “verseuchen” zunächst einzelne Personen und diese dann - im Endeffekt - die gesamte Gesellschaft. Wie ein Eiterherd im Körper, der sich, so er nicht behandelt wird, immer mehr ausweitet und schließlich den ganzen Organismus in Mitleidenschaft zieht. Das, was beispielsweise die Gottesdienerschaft des Menschen beeinträchtigt bzw. zunichte macht, wodurch die Pflichten, die der Mensch Gott gegenüber hat verletzt werden, ist zum großen Teil auf Faktoren dieser Art zurückzuführen. (Unter anderen das Vernachlässigen des Gebets- oder Fastenspflicht)

Anderes über betrifft und bedroht unmittelbar das soziale Leben, das Miteinander in der Gemeinschaft. Gleich unheilvoller “Epidemien” und Versuchungen, die in kürzester Zeit Gesundheit und Leben zum Erlöschen bringen. Zu diesen soziale Verelendigung heraufbeschworenen Faktoren gehören Ungerechtigkeit, Verleumdung, Unaufrichtigkeit, Wucher, Bestechung, die Mißachtung der Rechte anderer - insbesondere auch der Eltern - sowie sämtliche Übergriffe gegen Ehre und Würde der Mitmenschen.

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