Imam Khamene'i

Imam Khamene'i

Das Leben des Imam-ul-Umma Ayatollah-ul-Uzma Seyyed Ali Al-Husaini Al-Khamene'i

Yavuz Özoguz

mehr zum Thema siehe Imam Chamene'i

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Imam Khamene'i - Inhaltsverzeichnis

Der Khorassani

Die bisher geschriebenen Zeilen geben sicherlich nur ein sehr unvollständiges Bild von der heiligen Person wieder, auf der die große Verantwortung für unsere Umma liegt. Sicherlich kann eine Person, wie der Autor dieses Buches nicht gebüh­rend die Persönlichkeit von Imam Khamene'i ehren. So ist diese Darstellung lediglich als Anreiz für den Leser zu ver­stehen, selbst das Leben dieser großen Persönlichkeit zu studie­ren, durch das gewissenhafte Lesen seiner Schriften, durch das Studium seiner Reden, durch die aktive Befolgung seiner Poli­tik und durch die Nachahmung seines vorbildhaften Verhaltens. Eine Auflistung der ins Deutsche übertragenen Schriften und Reden von Imam Khamene'i befindet sich im Anhang.

Auch nach der kurzen Darstellung in diesem Buch bleibt die Frage offen: Wer ist Imam Khamene'i wirklich? Bei einem kuriosen Gespräch kam einmal die Frage auf, ob Imam Kha­mene'i Iraner, Araber oder Türke sei; Iraner, weil er aus dem Iran ist, Araber, weil er Seyyid und als Nachkomme des Pro­pheten (s.) logischerweise auch von seinem Stamm ist, und Türke, weil er angeblich türkische Vorfahren habe. Dazu passt natürlich auch gut, dass Imam Khamene'i neben seiner Mutter­sprache Persisch auch perfekt Arabisch und sehr gut Türkisch (azarbaidschanischer Dialekt) spricht. Die Antwort auf diese unsinnige Frage war sehr einfach: Imam Khamene'i ist ein Kind Adams und Evas, und wenn diese Iraner waren, so ist er es auch, wenn diese Araber waren, dann er auch, und wenn diese Türken waren, dann auch er. Oder anders ausgedrückt, wir Muslime lehnen diese vom Westen aufgezwungene Definition der Nation gänzlich ab. Für uns gibt es nur die Nation der Muslime, die islamische Umma, und Imam Khamene'i ist nicht nur ein Bürger dieser Nation, oder besser dieser Umma, sondern ihr Oberhaupt! Während die Feinde des Islam immer wieder versuchen, uns den völlig unislami­schen Virus der Uneinigkeit einzuimpfen, gab Gott uns einen Imam-ul-Umma, der bereits in seiner Person die zunehmende Vereinigung und Einheit der islamischen Umma symbolisiert. Gottes Pläne sind immer besser! Der einheitsstiftende Charak­ter Imam Khamene'is wird z.B. in seiner Aussage über die Sprachen Persisch und Arabisch deutlich: "Arabisch ist die Sprache des Islam, und Persisch ist die Sprache der Islami­schen Revolution".

Nebenbei sei hier erwähnt, dass nach einigen Quellen Imam Khamene'i auch die englische Sprache versteht.

Manche Autoren, insbesondere in der arabischen Welt, haben die These aufgestellt, dass Imam Khamene'i eine vom Prophe­ten Muhammad (s.) selbst angekündigte Person sei. Eine Überlieferung (Hadith) über die Zeit der Rückkehr des 12. Imams – möge er bald erscheinen – besagt, dass der reine Imam in seinem Befreiungskampf um Mekka Unterstützung von einem großen Heerführer aus Khorassan erhalten werde, der mit schwarzen Flaggen dem reinen Imam zur Hilfe eilen wird.

Sofort fallen einem die schwarzen Flaggen im Iran ein, die bei verschiedenen Anlässen, insbesondere zu Aschura[1] gehisst werden. Und kommt Imam Khamene'i nicht aus Maschhad, der Hauptstadt von Khoras­san? Über diese Gedanken gibt es, wie bereits erwähnt, Buchveröffentlichungen in arabischer Sprache. Ein Autor glaubt noch viele andere Zeichen in der Person von Imam Khamene'i zu erkennen, die ihn als besagten Khorassani auszeichnen würden.

Imam al-Khorassani (aus einer iranischen Zeitung)

In diesem Buch soll aufgrund meines geringen Wissens nicht auf diese Thesen eingegangen werden. Fest steht aber, dass unsere Unterstützung für unseren heutigen Imam, der damit Vertreter des 12. Imams ist, sehr intensiv sein muss.

Auch muss all jenen eine Absage erteilt werden, die anfangen, Imam Khamene'i mit Imam Khomeini (r.) zu vergleichen, denn die Absicht dieses Vergleichs ist zumeist nicht islamischer Art. Eine sehr gute Parallele zum Verständnis der aktuellen Situa­tion bietet uns die islamische Geschichte. Der Prophet des Islam (s.) war der Seyyid-ul-Qainat (das beste Geschöpft), und niemand käme auf die Idee, seinen Nachfolger Imam Ali (a.) mit dem Propheten zu vergleichen und zu fragen, wer größer ist! Und dennoch, war es die Pflicht der Muslime nach dem Propheten (s.) seinem rechtmäßigen Nachfolger die gleiche Liebe, die gleiche Treue, den gleichen Respekt zu erweisen, war er doch das Tor zum Wissen des Propheten (s.). Natürlich ist weder Imam Khomeini (r.) mit dem Propheten (s.) zu vergleichen, noch Imam Khamene'i mit Imam Ali (a.), aber die Umstände und Situationen können uns eine Lehre sein, um aus der islamischen Geschichte das Beste für die jetzige Umma herauszuholen.

Deshalb erfreut es unsere Herzen so sehr, wenn wir sehen, wie die Liebe zu Imam Khamene'i Tag für Tag zunimmt, und seine Gefolgschaft weltweit immer größer wird. In den verschiede­nen Teilen der Erde werden Lieder[2] über Imam Khamene'i geschrieben und gesungen, und der Ruf nach seiner Risala (religiöses Regelwerk) ist überall in der Welt so laut, dass sicherlich sehr bald auch Übersetzungen des arabischen Originals in vielen Sprachen erhältlich sein werden, Inschaallah (Anm. zum Nachdruck: Deutsche Übersetzungen liegen inzwischen vor).

Zugegeben, der Gedanke, dass Imam Khamene'i die Rückkehr des reinen Imams der Zeit (12. Imam) ankündigen könnte, ist ein faszinierender Gedanke, und ich gebe zu, dass auch ich immer wieder daran denke, wie schön es wäre, wenn Imam Khamene'i mit seiner dann als Zeichen des Wunders geheilten rechten Hand, die Hand des erwarteten letzten reinen Imams ergreifen könnte. Aber unsere Liebe zu Imam Khamene'i ist unabhängig von allen diesen Gedanken.

In einer Zeit, in der die meisten Länder der Erde durch Frevler und Tyrannen regiert und durch die Zionisten beherrscht werden, in einer Zeit, in der Politik zu einem schmutzigen Gewerbe degradiert wurde, und die Politiker überall ihren korrupten Geschäften nachgehen, in so einer Zeit sind wir Muslime dem Allbarmherzigen und Gütigen Gott besonders dankbar, dass wir mit Gottes Erlaubnis einen Imam haben, der das Gute in seiner Person symbolisiert.

Imam Khamene'i ist der Vertreter von Imam Mahdi (a.), und wir folgen seinem Befehl und beten zu Allah, dass wir keinen seiner Befehle überhören mögen. Die Zeilen dieses Buches sollen enden mit dem Gebet, welches auf einer Postkarte abgedruckt ist, die ich aus dem Iran erhalten habe:

Im Namen Gottes des Erbarmers, des Barmherzigen

Allah und Seine Engel senden Segnungen auf den Propheten, O ihr Gläubigen, grüßt (auch) ihr ihn, und wünscht ihm Frieden in Ehrerbietung. (Heiliger Qur'an 33:56)

Oh, unser Gott, segne Muhammad und die (reine) Nachkommenschaft von Muhammad, und löse die Bindung (Verborgenheit des 12. Imams), und vernichte ihre Feinde, und schenke Deine Barmherzigkeit Imam Khomeini, und helfe Imam Khamene'i, und stärke die Armee der Muslime, und erniedrige die Leugner und Heuchler, und leite uns zur Rechtschaffenheit und auf dem geraden Weg, beim Recht von Muhammad und seiner reinen Familie.

[1] Tag des Martyriums von Imam Husain (a.) in Kerbela.

[2] Siehe im Anhang den Text des deutschsprachigen Liedes über ihn.

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