Rosenöl
Rosenöl (Hammer-Purgstall)

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1813 n.Chr.

Mehr zum Thema siehe: Rosenöl (Hammer-Purgstall)

Rosenöl - Joseph von Hammer-Purgstall

146. Ein Schulmeister

Ein Schulmeister ging auf den Markt, in der Absicht, durch seine Redekunst ein Paar Pantoffeln umsonst zu erhalten. Was kostet dies Paar? – Zwölf Pfennige. – Freund, du bist von der Sekte Mulhad, welche die zwölf Monate verehret – Nun, so gib elf. – Ei, das riecht nach Aberglauben an, Josephs elf Brüder. – Zehen. – Das hieße der zehn Jünger des Propheten spotten. – Aber neun. – Glaubst du vielleicht, ich sei ein Jude, der an die neun Gebote Moses glaubt? – So will ich's denn um acht geben. – Gott behüte! das ist die Zahl der Engel, welche nach der Schrift den Thron Gottes tragen. – Nun, sieben wenigstens. – Scheust du dich nicht, so öffentlich die Lehre der Sabäer, die so viel auf Sieben halten, zu bekennen? – So bleiben wir denn bei sechs stehen. – Da bin ich zu gewissenhaft, denn das ist die Zahl der Schöpfungstage. – Aber wenigstens fünf. – Das ist ja die heilige Zahl der gesetzmäßigen täglichen Gebete. – Nun, so schließen wir mit vier ab. – Nein! den vier rechtgläubigen Sekten will ich nicht zu nahe treten. – Drei. – Was, kannst du vergessen, dass die Religion die Zahl drei durch die Monate Redscheb, Schaban und Ramasan heiliget? – Zwei. – Ei, des abscheulichen Manichäers! – Nun, wie ich sehe, so soll ich bis auf eins herunterhandeln. – Gottloser Atheist. – Eins ist nur Gott. – Der Schuster, ein von Natur abergläubischer Mensch, sagte: Nimm die Pantoffeln in Gottes Namen hin, sonst verleidest du mir meinen Glauben noch ganz und gar.

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