Rosenöl
Rosenöl (Hammer-Purgstall)

Aussprache:
arabisch:
persisch:
englisch:

1813 n.Chr.

Mehr zum Thema siehe: Rosenöl (Hammer-Purgstall)

Rosenöl - Joseph von Hammer-Purgstall

169. Ebulaina

Ebulaina brachte eines Tages dem Chalifen Mahadi ein Gedicht dar. Der Chalife erlaubte ihm eine Gnade zu begehren als Belohnung seiner Verse. Der Dichter begehrte einen Jagdhund. Mahadi geriet in Zorn; begehre, sprach er, was dir Not ist. Ich weiß am besten, Herr, was mir Noth ist, ich[298] bitte um einen Jagdhund. Der Chalife ließ einen bringen. Nun bitte ich um ein Pferd, dass ich bei meinen Jagdpartien nicht zu Fuße laufen müsse. Mahadi gab ihm eine Stute. – Herr! nun bedarf ich eines Stallknechtes, des Pferdes zu warten. – Der Chalife schenkte ihm einen Ägypter. – Fürst der Rechtgläubigen, wo soll ich jagen? weise mir zu Gnaden ein Jagdrevier an. Mahadi verschrieb ihm ein Landgut mit dem dazu gehörigen Jagdreviere. – Aber nun brauche ich Jemanden, der mein Haus leite. – Er erhielt einen Sklaven. Und von was soll ich nun mit meiner Familie leben? – Der Chalife schenkte ihm Palmwälder und fragte ihn: ist dir vielleicht noch etwas Not. Ja, sprach Ebulaina, das Glück, deine Huld zu besitzen, Fürst der Rechtgläubigen, und die Erlaubnis, dir für alle diese Gnaden die Hand zu küssen. Die sey dir gewährt, antwortete Mahadi, und noch obendrein, was du zu begehren vergessen, und was, wie mich deucht, zu einem glücklichen Leben nicht weniger not ist: eine schöne Sklavin aus meinem Harem.

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