Rosenöl
Rosenöl (Hammer-Purgstall)

Aussprache:
arabisch:
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1813 n.Chr.

Mehr zum Thema siehe: Rosenöl (Hammer-Purgstall)

Rosenöl - Joseph von Hammer-Purgstall

86. Da ich, sprach er

Da ich, sprach er, in Bagdad ein sehr lustiges Leben auf großem Fuße führte, so hatte ich in wenig Jahren für fünfzig tausend Dukaten Schulden gemacht. Unvermögend, dieselben zu bezahlen, sollte ich von meinen Gläubigern im Tigris ertränket werden, nach dem Gesetze, das diese Strafe über mutwillige Bankerutirer verhänget. In dem Augenblicke, wo ich in den Fluss gestürzt werden sollte, ging Dschafer, der Barmekide, vorbei. Er erkundigte sich um meine Umstände, und trug meinen Gläubigern ein Kapital von hundert tausend Dukaten an, mit dem sie nach Kum und Kaschan in Seidenwaren spekulieren, und sich nach und nach von den Interessen des Kapitals (wovon sich Dschafer das Eigentum vorbehielt) bezahlt machen würden. Meine Gläubiger nahmen den Vorschlag an, und verdoppelten die Summe gar bald durch den Erfolg ihrer Spekulationen.

Sie behielten die Hälfte, und die andere Hälfte überließ mir Dschafer, so, dass ich dieselbe als Kapital zu neuen Unternehmungen zum Grunde legen, und dann den Gewinn mit ihm teilen sollte. In weniger als vier Jahren hatte ich siebenmal hundert tausend Dukaten gewonnen, die ich Dschafern brachte, und ihn bat, mir davon zu geben nach seinem Gutbefinden. Er schenkte mir das Ganze, und setzte hinzu: er habe sich das Eigentum des Kapitals nur in der Absicht vorbehalten, um mich zu neuen Unternehmungen anzuspornen, und mir einen bessern Wirtschaftsgeist einzuflößen.

Dies, fuhr Asmai fort, erzählte mir Ali, der Sohn Saher's; von der folgenden Szene aber war ich selbst Zeuge.

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