Musawi Lari

Westliche Zivilisation und Islam

Sayyid Mudschtaba Musawi Lari

Ins Englische Übersetzt J.F. Goulding, hiernach ins Deutsche Übertragung R. H. Sengler

Das Folgende Manuskript ist eine geringfügig überarbeitete und sprachliche verfeinerte Version der 1995 in Qum erschienen deutschen Übersetzung.

Delmenhorst 2004

Ergebnis aus Teil II

In diesem Teil unseres Buches haben wir den denkbar kürzesten Abriss von einigen geistigen Schätzen gegeben, welche die Menschheit dem Aufstieg des Islam verdankt.

Sie werden nicht prahlerisch aufgeführt, vielmehr als eine Tatsachenbewertung der menschlichen Geschichte. Allzu lange sind sie vernachlässigt und vergessen worden, nicht nur von solchen, denen sie zugute kamen, sondern sogar auch von den eigentlichen Nachkommen derer, die sie ge­schaffen haben.

Wenn aber die Menschheit sich dazu aufschwingen soll, wie eine geeinte Familie zu leben, was unsere Berufung und Bestimmung ist, wird das nun aufeinen Basis gegenseitiger Anerkennung geschehen können.

Diese reife Bewertung ist im Wachsen. Moderne Gelehrte zeigen sich heute dankbar, das der arabische General Tareq-bin-Ziyyat im Jahre 711 bei dem Berge landete, der seither nach ihm Dschebel-al-Taneq (Gibraltar) heißt. Seine Mauren waren damals unwillkommene Eindringlinge. Es war ein Augenblick, da Europa den Segen der Einigung und des kulturellen Fortschnitts durch die Römer größtenteils eingebüßt hatte und in ein dunkles Zeitalten unter barbarischen Horden zurückgesunken war, die es von Norden her überrannten. Mit den Mauren kam ein frischer Stimulus lebenssprühender Geister, welche in arabischen Sprache die besten Gedan­ken der alten Griechen und Römer mitbrachten, nämlich den Antrieb zum Forschen und zur Bildung, den Drang nach wissenschaftlicher und philo­sophier Spekulation, die ästhetische Freude an künstlerischem Schaffen.

Islamische Universitäten, die so weit wie Bagdad und Andalusien auseinander lagen, hießen christliche und jüdische Studenten willkommen, und viele von diesen ernteten hohen Gewinn durch Unterweisungen, wie sie sonst nirgendwo erhältlich waren. Ihre muslimischen Gastgeber empfingen sie mit Beistand und großzügigen Subventionen und behandelten sie als geehrte Gäste. Dynamik, Statistik, Chemie, Physik befanden sich unter ihren Fächern.

In seiner „Entwicklung der Menschheit“ („Making of Hurnanity“) schreibt Brilioth: „Die moderne europäische Bildung stammt in allen ihren Zweigen aus dem Wissensdurst und der Beharrlichkeit der Muslime, die Geheimnisse der Natur zu ergründen.“

Wenn unser kurzer Abriss die Straße zur Erforschung östlicher Ent­deckungen für die Abendländer öffnet, sind wir zufrieden und können damit zu Teil III fortschreiten, d. h. untersuchen, wie der Islam einige soziale Probleme angeht, welche jeder menschlichen Gemeinschaft zusetzen.

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