Musawi Lari

Westliche Zivilisation und Islam

Sayyid Mudschtaba Musawi Lari

Ins Englische Übersetzt J.F. Goulding, hiernach ins Deutsche Übertragung R. H. Sengler

Das Folgende Manuskript ist eine geringfügig überarbeitete und sprachliche verfeinerte Version der 1995 in Qum erschienen deutschen Übersetzung.

Delmenhorst 2004

„Tierliebe“

Gewisse westliche Völker lieben Hunde bis zum Irrsinn. Ein iranischer Wissenschaftler. der in Deutschland zum Arzt promovierte, schrieb: „Mein Hauswirt liebte seinen Hund, küsste und hätschelte ihn. Ich versuchte, ihn vor der Gefahr von Wurmzysten zu warnen. Er lehnte meine Bemerkungen als unbegründet ab, worauf ich ihm ein medizinisches Werk brachte, das er voller Bestürzung durchlas und mich dann fragte: ‚Wenn Hunde zu berüh­ren so gefährlich ist, warum halten dann Ärzte und Universitätsprofessoren Hunde bei sich zu Hause?’ Ich erwiderte. es gäbe viele Gewohnheiten, die sich beruflich als gesundheitsgefährdend erwiesen hätten, denen aber Mediziner nachgeben, weil sie sie mögen, und dabei aus dem gesunden Menschenverstand, der Wissenschaft und der Vernunft eine Farce machen; denn sie setzen lieber ihr Wohlbefinden aufs Spiel!“

Der iranische Tierschutzverein zitiert in seiner Zeitschrift ein amerikanisches Magazin, welches einen Fragebogen an alle Hundeliebhaber (meistens Frauen) versandte. Die Fragen lauteten:

1.      Wen lieben Sie mehr, Ihren Hund oder Ihren Ehepartner?

2.      Wenn Sie und Ihr Hund beide hungrig wären und die Verpflegung nicht einmal für einen reichte, würden Sie das bisschen Ihrem Hund geben oder es selber essen?

3.      Schläft Ihr Hund bei Ihnen im Schlafzimmer?

4.      Wenn Ihr Hund sterben würde, würden Sie Tränen vergießen?

5.      Billigen Sie Ihrem Hund einen Persönlichkeitswert über dem Tierniveau zu?

6.      Wenn Ihr Hund Ihr Kind beißen und das Kind den Hund mit einem Steinwurf traktieren und beide heulen würden, wen würden Sie zuerst trösten?

7.      Wenn Ihr Hund und Ihr Gatte gleichzeitig krank würden, zu wem würden Sie den Arzt zuerst holen?

8.      Schweifen Ihre Gedanken gerne zu Ihrem Hund, während Sie in Ihrem Büro arbeiten?

Und nun das Ergebnis aus 75.000 Antworten:

1.      An die zwei Drittel liebten ihre Männer, wenn auch diese den Hund möchten. Aber eine Anzahl konstatierte rundweg, das ihr Hund alles für sie wäre!

2.      60.000 meinten, sie würden den Hund zuerst füttern, da es weniger aus­mache, wenn sie selbst verhungerten als wenn es den Hund täte.

3.      49.000 halten den Hund bei sich im Schlafzimmer. „Er ist besser als jeder andere“, schrieben die Frauen.

4.      Zwei Drittel würden Tränen vergießen, wenn der Hund sterben würde und ihm ein Leichenbegräbnis gewähren.

5.      Praktisch alle Antworten sahen in ihrem Hund etwas Höheres als ein Tier, so etwas wie eine geistige Persönlichkeit.

6.      „Wir würden versuchen, beide zu beruhigen.“

7.      „Zuerst den Tierarzt, dann den Doktor.“

8.      „Natürlich gehen unsere Gedanken häufig zu unseren Hunden, wenn wir bei der Arbeit sind - oder sonst irgendwo, was das betrifft. Der Hund spielt für jeden eine zu wichtige Rolle im Leben, als das wir nicht ständig an ihn dachten.“

Denken Sie sich mal einen Hund. der eine geistige Persönlichkeit ist und eine Trauerfeier verdient! Das sind die Idealisten, die Partei für die Sache der Freiheit und Unabhängigkeit ergreifen. Aber der ruchlosen Bombenkrieg, Brandsätze und Atomsprengköpfe gegen ganze Völker tun sie ohne Gewissensbisse ab. Sie lassen den Hund in ihrem Schlafzimmer schlafen, aber sie verweigern Millionen ihrer Mitmenschen die Aufnahme in die Ge­sellschaft, ur wegen ihrer schwarzen Hautfarbe. Sie rufen den Tierarzt, wenn der Hund krank ist und machen die Behandlung aus, aber sie lassen Menschen haufenweise und ohne Gewissensbisse sterben an Hungersnot, Armut und Seuchen. Amerikanische Spezialgeschäfte für Hunde führen 10 verschiedene Eaux de Cologne, sogar Zahnpasten, Kosmetika, Kämme und Schönheitsspezialartikel für diese Tiere!

Ein Zitat aus dem „Time Magazine“ im „Ettela’at“, Nr. 13 241, lautet: „Einige unserer Großstädte sind buchstäblich ein „Hundehaus“ z. B. London, Tokio, Mexiko City. Dort gibt es so viele Hunde, das sie überall Peinlichkeiten und Schmutz verursachen. Immer öfter beißen sie Kinder und machen die Verwirrung noch schlimmen. Tokio hat 280.000, Los Ange­les 300.000, New York 500.000, London 700.000, Mexico City über 1 Mil­lion Hunde; stellen die Welt auf den Kopf.“

Die französische Zeitschrift „Das Tier“ beichtete, das amerikanische Hundebesitzer 300 Millionen Dollar jährlich an Schönheitsmitteln und Kleidung für ihre Schoßtiere ausgeben. In New York, San Francisco, Chicago, Los Angeles machen Schönheitsläden mit Hunden Bombengeschäfte. Ihre Angestellten müssen einen sechs- oder zwölfmonatigen Kurs für das „Diplom eines Hundeschönheitspflegers“ belegen, um die Stelle zu bekommen. Die meisten Städte haben wenigstens einen Hundefriedhof mit eigenen Begräbnisriten für Hunde.

Mittlerweile zuckt man über 5 Millionen bettelarme Arbeitslose die Achseln. Natürlich werden die Tierschutzvereine von humanen, weichherzigen Leuten betrieben. Sollten sie nicht ihre humane Fürsorge auf ihre Mitmen­schen ausdehnen? Dr. Alexis Carrel verlieh dem Protest aller geistig norma­len Leute gegen die Widersprüche, die auf dieser Welt geduldet werden, Ausdruck: „Dies hattest du tun sollen, und das andere nicht ungetan sein lassen.“ Was heißt: „Tue die menschlich weniger wichtige Arbeit (d.h. für Tiere), ohne die größere humane Arbeit für Menschen zu vernachlässigen.“

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