Gebrüder Özoguz

Wir sind (keine) “fundamentalistische Islamisten“ in Deutschland

Eine andere Perspektive

Dr. Yavuz Özoguz und Dr. Gürhan Özoguz

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Die neue Zukunft mit Enzyklopädie

Ich hatte bereits einige Jahre zuvor ein kleines Unternehmen aufgebaut, das zumindest mich und meine Familie ernähren konnte. Allerdings war die Arbeit im Büro auch damit verbunden, dass ich fast immer alleine war, außer Kundschaft kam zu Besuch. Jetzt freute ich mich darauf, dass auch mein Bruder mit einsteigen würde. Wir wussten zwar zunächst beide nicht, womit er seinen Lebensunterhalt verdienen sollte, aber zahlreiche durch Gottes Gnade “eingefädelte“ Umstände kamen uns dabei zur Hilfe.

Die ganze Affäre seines Universitätsabschiedes wurde nicht nur in den deutschen Medien heiß gekocht. Auch im Iran wurde fast täglich darüber berichtet, nur mit dem Unterschied, dass mein Bruder dort ein Medienstar wurde, der sich für den Islam aufopferte. Er war zeitweilig so berühmt, dass man ihn bei einer späteren Iranreise auf der Straße daraufhin ansprach.

In den letzten Jahren seines beruflichen Engagements an der Universität Bremen hatte er das mit Abstand größte Lexikon im Bereich für Wasser- und Abwassertechnik aufgebaut[1]. Gleichzeitig war er bekannt für sein profundes islamisches Wissen. Seine Medienpräsenz im iranischen Fernsehen führte u.a. den damaligen Kulturrat der Islamischen Republik Iran zu der Anfrage, ob mein Bruder nicht seine berufliche Erfahrung mit seinem islamischen Wissen kombinieren wolle. Innerhalb kürzester Zeit war ein ausführlicher Förderantrag zum Aufbau einer “Enzyklopädie des Islam“ geschrieben, und die tatsächlich noch freie Domain www.eslam.de reserviert. Nach nur wenigen Monaten kam der Förderbescheid, der wie ein Wunder wirkte. Ein ganzes Jahr lang sollte die “Enzyklopädie des Islam“ gefördert werden. Damit war Zeit gewonnen, um auch weitere Einnahmemöglichkeiten aufzubauen.

Gleichzeitig trat der Oberingenieur im Abwasserbereich der TU Hamburg-Harburg an meinen Bruder heran. Über die Medien hatte er von seinem “Abgang“ gehört und wollte ihn für ein Projekt gewinnen, dass über Internet technische Lehre im Bereich Wasser und Abwasser an Mittelmeeranrainerstaaten vermittelte. Den Hard- und Software Bereich sollte eine Firma übernehmen, dessen Geschäftführer das Vorläuferbuch zu diesem Buch gelesen hatte und schon deshalb Sympathie zu uns empfand. Augeschrieben wurde das Projekt von “Invent“, ausgerechnet der Nachfolgeorganisation der CDG, für die wir schon “Kriege“ geschlichtet hatten. Und tatsächlich gewann der Verbund mit meinem Bruder und ein weiteres Polster für den Neuaufbau war gegeben. So war der Ausstieg aus der Abwassertechnik auch nicht zu abrupt!

Die Enzyklopädie des Islam ist inzwischen weltweit wohl das umfangreichste in seinem Bereich. In der Zeit wurde gleichzeitig ein Verlag aufgebaut, die Halal-Zertifizierung in die Firma eingegliedert und Islam-Beratung auch in Form von Seminaren angeboten. Nach und nach entwickelte sich das Geschäft – Gott sei Dank – so erfolgreich, dass zumindest auch eine zweite Familie davon leben konnte, selbst wenn sich das Gehalt meines Bruders gegenüber dem früheren Universitätsgehalt drastisch reduziert hat. Während er zu seinen Universitätszeiten seine islamischen Aktivitäten auf die “Freizeit“ reduzieren musste, konnte er jetzt sozusagen “professionell“ und ganztags für seine Ideale einstehen. Ich bin mir sicher, dass all jene, die ihn zuvor “abgesägt“ haben, heute die Zeit gerne zurück drehen würden, wenn sie könnten.

[1] www-wasser-wissen.de

 

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