Gebrüder Özoguz

Wir sind (keine) “fundamentalistische Islamisten“ in Deutschland

Eine andere Perspektive

Dr. Yavuz Özoguz und Dr. Gürhan Özoguz

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Eine idealistische Lösung für Palästina

Dieses Kapitel enthält eine der für uns wertvollsten Reden unserer bisherigen Lebzeit. Daher konnten wir uns nicht einigen, wer von uns beiden dieses Kapitel schreibt, und so haben wir uns gemeinsam dafür entschieden.

Alle bisher vorgestellten Ideen zur Lösung des Israel-Konflikts waren zum Scheitern verurteilt, noch bevor sie aufs Papier gebracht wurden, oder sie waren das Papier nicht wert, auf dem sie standen. Es wird niemals einen auch nur halbwegs haltbaren Frieden oder jegliche Freiheit in der Region geben ohne ein Minimum an Gerechtigkeit. Aber es ist erstaunlich. Je öfter man die Worte “Frieden und Freiheit“ aus den Mündern einiger Politiker hört, umso seltener sprechen sie das Wort “Gerechtigkeit“ aus. Sicher, eine ideale Gerechtigkeit gibt es nur bei Gott, aber wir sind doch zumindest verpflichtet, auch in dieser Welt Gerechtigkeit anzustreben. Wie sollte die Welt ohne Gerechtigkeit jemals funktionieren können?

Es gibt eine sicherlich als historisch zu bezeichnende Rede Imam Chamene´is, dem Oberhaupt der Islamischen Republik im Iran, zum Thema, welche die Gedankenwelt so vieler Muslime viel besser verdeutlicht, als wir es mit eigenen Worten jemals so treffend beschreiben könnten. Daher geben wir die Rede mit dem Friedensplan für Palästina aus muslimischer Sicht im Folgenden wieder. Es war die zweite Rede der Freitagsansprache am Freitag, den 5. April 2002 in Teheran, und mit einigen Nuancen ist es die Vorstellung, die viele Muslime in der Welt teilen, auch heute noch. Es sei daran erinnert, dass jene Rede fast sieben Jahre vor dem Gaza-Massaker gehalten wurde.

Im Namen Allahs, der Erbarmers, des Barmherzigen

Das Problem, das ich heute in der zweiten Ansprache erörtern möchte, ist die sehr wichtige Angelegenheit Palästinas und die Tragödien, die in diesen Tagen in den von Palästinensern bewohnten Gebieten in dem lieben islamischen Land Palästina stattfindet. Bevor die Diskussion darüber beginnt, ermahne ich erneut alle an die göttliche Tugend. In dieser Diskussion erinnern wir uns alle an Gott, was ist unsere Pflicht? Das, was wir mit der Zunge sagen, (müssen wir) in die Tat umzusetzen.

Das, was heute in den palästinensisch bewohnten Gebieten stattfindet, ist eine seltene menschliche Tragödie. Selbst in der Geschichte Palästinas finden wir nichts Ähnliches, mit solch einer Härte; mit solch einer Brutalität; mit solch einer Ruchlosigkeit. Die Verbrechen, die in Palästina stattfinden, sind wahrlich bewegend. Die illegale Regierung des Zionismus ist unter Anwendung der militärischen Möglichkeiten mit Soldaten und Panzern – ich hörte, dass es ca. 30.000 Mann und hunderte Panzer seien – in die Städte und Straßen eingedrungen und schaffen Tragödien. Die Städte Ramallah, Nablus, Gaza, Khan Yunis, Bethlehem, Rafah und andere palästinensisch bewohnte Gebiete sind von der Plage betroffen. Sie handeln derart, dass wir keinen Vergleich in der uns nahen Vergangenheit finden. Sie zerstören die Häuser; mit Panzern und Bulldozern vergehen sie sich an den kleinen Häusern der Palästinenser. Ob in diesen Städten oder in den Flüchtlingslagern, sie vertreiben die Familien. Wenn ihnen eine Frau oder ein Mann in die Quere kommt[1], töten sie sie; sie nehmen überhaupt keine Rücksicht. Ich hörte, dass sie junge Männer von 13 Jahren und (erwachsene) Männer bis 50 Jahre verhaften und einige Männer der Familien, insbesondere die Jugendlichen verschleppen, wobei man nicht weiß, wo dieser Ort ist (an den sie verschleppt werden). Die Informationen, die aus den Internierungslagern spärlich heraus kamen, welche in der Presse der Welt ein Echo fanden, besagen, dass sie gefoltert und gequält werden. Selbst in den Internierungslagern sind diese gefesselt. Sie attackieren die Moscheen und Kirchen in Bethlehem. Sie verhindern, dass Krankenwagen, Lebensmittel und Medikamente die Verletzten erreichen. Sie beschießen die Krankenwagen. So, wie berichtet wurde, sind viele der Verwundeten durch Verbluten und Mangel an Medikamenten gestorben und zum Märtyrer geworden. Selbst Krankenhäuser und Apotheken sind attackiert worden. Sie plündern die Geschäfte und Zentren, in denen sich Lebensmittel befinden. Die Menschen in Ramallah und anderen Städten wagen sich nicht mehr aus ihren Häusern. Frauen, Kinder, diese Familien sind vertrieben und müssen zu den Häusern der Verwandten und zu anderen ziehen, weil die Decke ihres Hauses herabgestürzt ist. Gott weiß in welcher Katastrophe, in welcher Härte sie leben. In manchen Städten ist Wasser und Strom abgestellt. Die Dreistigkeit wurde so weit getrieben, dass sie Ramallah, den Sitz des Chefs der Autonomieregierung (damals Arafat), attackiert und besetzt haben; also jene Regierung, die sie selbst anerkannt und selbst den Vertrag unterzeichnet haben.

Sie haben eine merkwürdige Situation geschaffen und die Welt aufgebracht. Politiker, die wegen der Hemmung vor den Zionisten nicht bereit waren, (je) ein Wort gegen die zionistische Regierung zu sagen, protestieren jetzt deutlich. Die moslemischen Völker sind überall wütend und kochen. Wenn die Regierungen der muslimischen Völker und arabischen Völker diese nicht daran hindern würden, so hätte man sehen können, was eine Milliarde Muslime getan hätte und was sie tun können. Das Symbol der Blutrünstigkeit, Tyrannei, Brutalität und Gleichgültigkeit gegenüber allen humanen Maßstäben, Menschenrechten und humanen Werten auf der einen Seite, was die zionistischen Soldaten verkörpern, und das Symbol des heldenhaften und wehrlosen Widerstands auf der anderen Seite, was die Palästinenser verkörpern, stehen sich heute gegenüber. Ich bitte das Gewissen der Welt um ein Urteil und um einen Schiedsspruch.

Alle Aussagen, die als politische Analysen, Lösungsweg und Ratschlag geäußert werden, sind in Bezug auf die gegebene Realität nur ein Märchen und Aberglaube. Realität ist folgendes: Ein Volk wird im eigenen Haus erniedrigt, verhaftet, getötet, dessen Jugend wird geraubt, die Sicherheit für Leben, Eigentum und das Heim ist durch die selben Usurpatoren bedroht. Jetzt soll das Gewissen der Welt entscheiden! Wer ist hier im Recht? Was ist die Pflicht der Menschen? Wir brauchen kein anderes Medium; vergegenwärtigt Euch diese Wahrheit und seht, was passiert!?

Als am Anfang, vor 54 Jahren, diese Zionisten an die Macht kamen, haben sie dafür gesorgt, dass die Welt nicht erfährt, welche Verbrechen sie begingen. Aber heute sieht die Welt das. Natürlich können Fernsehen und Kameras nicht die (vollständige) Wahrheit zeigen. Sie zeigen nur einen Teil der Wahrheit; (nur) ein Bild, (nur) einen Eindruck der Wahrheit. Die Wahrheit ist viel umfangreicher und viel bitterer als diese. Die Wahrheit sollen sie mit Hilfe der Filme – falls sie gezeigt werden – beurteilen. Natürlich erlauben die Zionisten nicht, dass die Wahrheit bekannt wird, da viele der Kommunikationsmedien und Presse in deren Hand bzw. unter deren Einfluss stehen oder ihnen gehören. Aber die Leute sollen nachforschen. Die Völker der Welt sollen nachforschen. Dieses ist die Realität der Sachlage. Das ist eine Angelegenheit, die in diesen Tagen stattfindet. Es gehört nicht der Geschichte der Vergangenheit an. Es gehört unserer Zeit an, in der wir miteinander sprechen.

Sie greifen die Kirchen an. Die Christen sollen wenigstens den Pfarrer verteidigen, der in den vergangenen Tagen während der religiösen Zeremonie getötet wurde; derjenige, der während der Belagerung der Kirche in Bethlehem und der Attacken der Zionisten auf die Kirche und die Leute, die dort Schutz gesucht haben, sein Leben verloren hat. Diese Angelegenheit ist keine islamische Angelegenheit. Es ist eine menschheitsübergreifende Angelegenheit. Es ist eine Angelegenheit der (gesamten) Menschheit. Hier ist das Maß der Beurteilung des "Mensch-Seins" und des "Verstehens" der menschlichen Werte. Nun, das ist die Realität.

Natürlich haben einige europäische und nicht-europäische Regierungen Position bezogen. Nun, es war zwar schwach, aber schließlich haben sie eine Position ergriffen. Sie zeigten ein leichtes Verziehen der Augenbrauen gegenüber den Zionisten. Aber die Position der USA (ist anders): Die USA hat in dieser Sache die schlechteste Position ergriffen. Noch schlimmer geht es nicht. In den letzten sieben, acht, zehn Tagen, in denen die Ereignisse derart extrem verschärft wurden, hat der Präsident der USA zwei, drei Mal Reden gehalten, deren letzte gestern morgen war, die sehr lang war. Fast durchweg war sie eine Unterstützung der Taten und Operationen Israels. Um nicht einseitig zu erscheinen, fügte er während seiner Rede und (während) vieler Unterstützungen für die zionistischen Verbrecher hinzu, dass die Regierung Israels keine jüdischen Siedlungen mehr in den palästinensisch bewohnten Gebiete bauen solle. Nun, er selbst weiß es; die ganze Welt weiß es, dass diese Ermahnung eine Lüge, eine Show und Fassade ist. Seit Jahren haben die internationalen Gremien beschlossen, internationale Machtzentren und die Politik haben gesagt, dass sie kein Recht haben, in den palästinensisch bewohnten Gebieten jüdische Siedlungen zu errichten. Dieses Raubtier, das heute im besetzten Palästina an der Spitze der Macht ist, diese Person war damals Bauminister und hat gegen diese (Beschlüsse) gestanden und sagte "ich baue" und baute auch, was bis heute andauert. Wer hört denn zu? Er (Bush) weiß auch, dass sie nicht zuhören. Durchweg erfolgt die Unterstützung der Zionisten, und das auch noch mit schwachen Begründungen, mit falschen und für die Menschen der Welt unakzeptablen Begründungen.

Dieser derzeitige Präsident der USA hat leider seit der Zeit seiner Amtsübernahme bis jetzt mit jeder Rede und Handlung einen Schlag gegen den Frieden und gegen die globale Sicherheit versetzt. Die Entscheidungen, die er traf, waren alle gegen den Frieden und die globale Sicherheit. Er trat aus dem Umweltabkommen von Kyoto aus, das der vorherige Präsident unterzeichnet hatte. Er trat aus dem Abkommen der Begrenzung des Anti-Raketen-Programms aus und hat seine atomaren Projekte und Aktivität der atomaren Aufrüstung erweitert und verkündet dies (auch) noch öffentlich und direkt. Jedes Mal nach dem Ereignis von 20. Schahriwar (11. September), wenn er eine Rede gehalten hat, hat er entweder die Welt bedroht, die Völker erniedrigt oder das Volk der USA und (andere) westliche Völker zum Hass gegen Muslime und allgemein gegen die östlichen (Länder) aufgerufen, oder er berichtet über seine zukünftigen Angriffe dieses oder jenes Ortes oder bedroht die Länder mit einem nuklearem Angriff. Seine Aussagen und Positionsbekundungen sind genau das Gegenteilige von Frieden und globaler Sicherheit.

Wer lenkt diese Leute? Es ist zu überlegen! Wer dirigiert diesen in der Politik Unerfahrenen und Machtbesessenen, der weit entfernt ist von Moralwerten in dieser Situation, die vorangetrieben wird? Es ist sehr zu überlegen! Er verteidigt die Taten des usurpatorischen Regimes Israels und sagt, Israel verteidige sich. Israel begeht diese Massaker, und er sagt, Israel verteidige sich und nennt dessen Werk „Kampf gegen Terrorismus“. Ist denn das Töten von Frauen, Kindern, Jugendlichen und Zerstören von Lehmhäusern der Palästinenser mit Bulldozern Selbstverteidigung? Der, der sich selbst verteidigt, ist das Volk Palästinas. Der, der bedingt durch Unterdrückung und Unrecht des Besatzers zum Handeln gedrängt wurde, sind diese palästinensischen Frauen und Kinder, die zum Handeln gedrängt werden, und die die Kraft zum Erdulden verloren haben und den Ausweg darin sehen, herauszukommen.

Wer möchte seinen Jugendlichen losschicken, (wohl wissend, dass) er in einem blutigen Zwischenfall eine Stunde später getötet wird? Dass eine Mutter ihr junges Kind in die Arme nimmt, küsst, aber nicht weint (und) sagt, ich schicke ihn; seht, was ihr mit dieser Mutter gemacht habt! Seht, was ihr mit diesem Volk gemacht habt, dass sie bereit ist, ihren Jugendlichen in die Arena zu schicken und (auch noch) sagt, wenn ich noch 100 Jugendliche hätte, so hätte ich sie ebenfalls geschickt, damit sie auf dieser Weise sterben; was habt ihr mit diesem Volk angestellt, dass ein 17-, 18-jähriges Mädchen bereit ist, sich eine Bombe umzubinden, inmitten der Zionisten zu gehen und sich zu töten, damit diese (Feinde) sterben. Ihr habt alle Wege für sie versperrt! Dann sagt er (Bush), die Regierung Israels verteidige sich. Ist das Verteidigung? Ist diese Aussage vernünftig? Ist diese Aussage eines Präsidenten würdig? Ist das die würdige Aussage einer Regierung, die sich als Führer der Welt sieht und meint, alle müssen ihr gehorsam leisten?

Die Bevölkerung der Welt soll dieser unvernünftigen Beweisführung und dieser schwachen Begründung folgen und gehorchen? Ihr habt ein Volk erniedrigt; mit List und Gewalt seines Hauses beraubt; sein Leben zerstört; täglich werden sie erniedrigt; von einer Stadt in die andere wandert es aus; muss (aber) in seinem Haus, in seinem Land von Fremden kontrolliert werden. Wenn sie mal angreifen und einen töten, (dann) hält ihre Regierung eine Kabinettsitzung und beschließt, dass wo (immer man) diese Leute finde, sie getötet werden mögen. Wo kennt die Welt etwas Vergleichbares außer bei diesen Zionisten? Dann wird dieses (palästinensische) Volk “Terrorist“ genannt und den schamlosen, räuberischen und ehrlosen Terroristen wird Selbstverteidigung zugeschrieben. Kann denn die US-Regierung eine schlechtere Position als diese ergreifen? Die Handlungen Israels haben mit diesen Bestätigungen der USA begonnen. Wenn die USA nicht bestätigt hätten, wenn sie nicht grünes Licht gegeben hätten, wenn sie nicht versprochen hätten (Israel) zu unterstützen, so hätten sie nicht gewagt, derart einzumarschieren. Sie fühlen sich durch die Unterstützungen der USA wohl, deshalb begehen sie so viele Verbrechen. Folglich sind die USA an allen Verbrechen, die in Palästina stattfinden, beteiligt. Sie sind Mittäter. Beachtet dies!

Die Intifada des palästinensischen Volkes ist der Aufstand eines Volkes. Das Volk Palästinas hat die Hände aus den Taschen geholt. Beschuldigt nicht diesen oder jenen. Ein Volk macht einen Aufstand. Seine Ehre, seine Würde, seine Identität und sein Erwachen hat es in die Arena gezogen. Nun nennt ihr diese “Terroristen“. Sind diese Terroristen? Wenn die Regierung Israels behauptet, dass sie mit wenigen Terroristen zu tun hat, wieso geht sie in die Häuser der Leute hinein? Wieso zerstören sie die Häuser? Wieso begehen sie soviel Verbrechen in den Gassen und Bazaren? Geht und begegnet dieser Gruppe. Was für eine Schuld tragen die Frauen und Kinder der Leute? Diese Logik ist Fehler über Fehler; die Vorbereitung (war) falsch; die Schlussfolgerung (ist) falsch. Und das sagt ein Präsident in der Weltöffentlichkeit. Damit die Aussagen dieses und jenes Staates nicht hohl klingen, beschuldigen sie die Regierung der Islamischen Republik (Iran), Irak, Syrien und andere. Dieses macht die USA gegenüber der Weltbevölkerung verächtlich. Sie beachten das nicht.

Heute ist in der islamischen Welt keine Regierung verachteter als die Regierung der USA. Dieser Präsident sagte in einer Rede an die eigene Bevölkerung, als sie Afghanistan angreifen wollten, dass (nur) einige sie verachten würden. Jawohl, das galt nicht (nur) für die Bevölkerung Afghanistans. Sie haben selber später Statistiken erstellt und (die Leute) befragt und auch in der Presse veröffentlicht, so dass es klar wurde, dass in allen islamischen und arabischen Ländern die Mehrheit der Menschen die USA verachten. Aber diese Verachtung ist im Gegensatz zu der Behauptung, die dieser (Bush) aufstellt, nicht die Verachtung der Wissenschaft (und) nicht die Verachtung der Kultur. Er sagt, diese (Muslime) seien gegen Kultur; sie seien gegen Wissenschaften. Nein! Entweder hast du es falsch verstanden, oder du sagst nicht die Wahrheit. Die Menschen verachten nicht die Wissenschaft und die Kultur. Die Menschen in den islamischen Ländern verachten auch nicht die Menschen in den USA. Die Verachtung gilt dem Machtsystem der USA, dem Präsidenten und denjenigen, die hinter ihm (stehend) die Politik der USA organisieren. Die Menschen verachten diese.

Die Logik der USA heute ist, dass man die Welt mit Gewalt kontrollieren muss. Sie sagen, wir haben Macht, wir haben die Waffen, die Welt zu zwingen, das zu akzeptieren und zu tun, was wir wollen. Aber sie irren sich. Es geht nicht. So etwas ist nicht möglich. Solche Personen (gab es) in der Geschichte der Welt und auch in unserer Zeit, die glaubten, unverletzbar zu sein, glaubten, mit Gewalt und Bajonetten über das eigene Volk und fremde Völker regieren und diese ausnutzen[2] zu können. Die Welt hat die Hitlers gesehen. Die Welt hat die Anfänge der Sowjetunion gesehen. Die Welt hat andere Mächte vorher und danach gesehen. Sie alle haben verloren. Die Amerikaner haben (sogar) selber diese Erfahrung in Vietnam gemacht. An dem Tag, an dem nach dem Abzug der Franzosen aus Vietnam die Amerikaner einmarschierten, zweifelten die Mächtigen und Politiker der USA nicht daran, dass sie siegreich daraus hervorgehen würden. So haben sie sieben, acht, zehn Jahre mit oberflächlichem Machtgehabe die Menschen getötet, gepeinigt und die Felder vernichtet. Zum Schluss sind sie im Jahre 1975 mit Scham und Schande niedergeschlagen aus Vietnam abgezogen. Die ganze Welt sagte und akzeptierte das, nämlich, dass sie die Niederlage erlitten hatten. Vietnam ist vollständig in der Hand der Bürger Vietnams geblieben, und sie mussten von dort abziehen.

Sie wissen nicht, dass es eine Macht gibt, (die) stärker (ist) als Waffen, und das ist die Macht der Völker, die Macht der Menschen. Jedes Volk, das einen Ursprung, eine Logik und eine Basis der gedanklichen Überzeugung hat und mit standhaftem Willen für seine Logik eintritt, kann durch keine Macht, sei sie atomar, stärker oder schwächer als atomar, unterworfen werden. Das ist die Macht der Völker und die Macht des Erhabenen Gottes, die hinter dem Willen der Völker steht. Sie haben sie unterschätzt. "Ihnen allen, diesen und jenen, gewähren Wir die Gabe deines Herrn." (Heiliger Qur´an 17:20). Jede Gruppe, die sich für irgendwelche Ziele, an die sie glaubt, einsetzt, wird der Erhabene Gott unterstützen. Wenn sie dann noch von Gott überzeugt sind, dann wird die Auseinandersetzung und das Besiegen zehn Mal so schwer. Ist es denn leicht? Wer sich gegen diese Macht, die Macht der Völker und Menschen stellt, wird zerstört werden. Die USA werden ebenfalls zerstört werden. Sie wollen den Widerstand des palästinensischen Volkes brechen. Sie können es nicht. Was passiert nun?

Das, was heute passiert ist, hat eine oberflächliche und eine tiefsinnige (Dimension). Oberflächlich ist es das, was wir (bereits) erwähnten: Eine Gruppe attackiert mit Gewalt, Bajonetten, Gewehren, Panzern und mit der Unterstützung der USA die Frauen, Männer, alte Frauen, Kinder und andere. Sie töten sie, sie zerstören deren Häuser, sie legen deren Hände in Handschellen, sie erniedrigen sie mit der Vertreibung aus ihren Häusern, indem sie sie beleidigen, und sie vertreiben die Familien. Dies ist das Oberflächliche der Angelegenheit. Aber das Tiefsinnige der Angelegenheit ist, dass diese äußerlich kontrollierende Macht innerlich zerfällt, innerlich zerschmilzt. Das Volk Palästinas hat beschlossen, die kämpfenden Organisationen, sei es die PLO, die Hamas-Organisation, die Nationale Front, Dschihad, Hizbullah und andere, sie haben sich Hand in Hand verbunden und zusammengeschlossen; sie haben alle eine Schlussfolgerung gezogen und den Weg der Opferbereitschaft gefunden; sie haben verstanden, dass der Feind gegenüber Martyrium, Martyriumssehnsucht und Furchtlosigkeit vor dem Tode schwach ist. Yassir Arafat hat auch verkündet, dass er bereit sei, Märtyrer zu werden. Das ist eine gute Entscheidung. Ich hoffe, dass er diese Entscheidung nicht revidiert und sich selbst treu bleibt. Der, der im Wege Gottes Märtyrer wird, der verbleibt. Seine Gedanken, seine Persönlichkeit verbleiben. Der, der nicht für seine Hoffnung den Weg der Opferbereitschaft geht, kann möglicherweise für kurze Zeit seinen Körper am Leben erhalten, aber seine Persönlichkeit und Identität wird vernichtet. Die Bürger Palästinas haben das Martyrium entdeckt. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen der Autonomieregierung – wie gesagt – ihren Worten treu bleiben, ihr Volk auf diesem Wege begleiten (und) nicht kapitulieren werden. Der Feind wird täglich schwächer.

Alle radikalen Zionisten hatten ihre Hoffnung an dieses Raubtier geknüpft, das jetzt an der Spitze der Macht ist, an der Spitze der Regierung, jener illegalen und verlogenen Regierung, damit es mit eisernem Stiefel, stählender Faust und Bajonetten die Bürger Palästinas, die sich erhoben haben, niederschmettert und die Intifada löscht. Aber seit dieser da ist, lodern die Flammen der Intifada stärker. Dies war deren letzte Hoffnung. Intern gibt es nun zwischen ihnen Differenzen. Diejenigen, die aus der Ferne kamen, um in dem usurpierten Gebiet, in dem usurpierten Land in Sicherheit zu leben, kehren nun zurück. Viele von denen kehren zurück und wagen nicht zu kommen. Sie sind demoralisiert und fühlen Schwäche, und sie haben interne Differenzen. Sie sind zuversichtslos über ihre Zukunft. Sie sehen für ihre Zukunft keinen klaren Horizont. Diese Zionisten sind aufgeregt und übereilig, und deren Aussagen und Taten zeigen das. So traurig und bitter diese Ereignisse für das palästinensische Volk sind, so sind sie auch für deren Feind bitter.

Wie klar sagt der geehrte Vers des Qur´an s: „Wenn ihr (unter den Beschwerden des Krieges) zu leiden habt, so hat er (ebenso darunter) zu leiden wie ihr. Ihr aber habt von Seiten Gottes etwas zu erhoffen, was er nicht zu hoffen hat“ (Heiliger Qur´an 4:104).

Wenn ihr Schmerz und Leid habt, so erlebt der Feind ebenfalls Schmerz und Leid. Wenn ihr verwundet werdet, so wird der Feind auch verwundet, (und zwar) schlimmer als ihr. Der Unterschied ist, dass das palästinensische Volk einem klaren Horizont entgegensieht, aber die usurpatorischen Zionisten keinen klaren Horizont sehen. Das palästinensische Volk hat einen klaren Horizont (vor sich) und kann es erreichen mit der Bemühung, der Anstrengung und dem Versuch, den alle aufbringen (müssen).

Nun, was ist der Lösungsweg? Wir haben eine Lösung für dieses Problem. Die Lösungen, die (bisher) angeboten werden, sind keine (echte) Lösungen. Palästina war in den letzten 50 Jahren eine wichtige Angelegenheit der Welt und des Nahen Ostens. Für diese wichtige Angelegenheit und dieses große Problem sind zwei Lösungen angeboten worden: Eine falsche und eine richtige. Die falsche Lösung ist mit diesen Usurpatoren, die keinen humanen Wert akzeptieren, keine der internationalen Gesetze (und) keine der Beschlüsse der internationalen Organisationen respektierten, (und diese falsche Lösung ist) Verhandlungen zu führen und mit diesen in einem Punkt Übereinkunft zu treffen. Diese Lösung ist eine falsche Lösung. Diese (Lösung) - (unabhängig davon,) in welcher Form sie auftritt - ist falsch. Israel hat gezeigt, dass es sich an keine seiner Unterschriften hält. Wenn es eine Übereinkunft trifft und auch unterschreibt, (wird) es sich (dennoch) nicht daran halten. Der beste und stärkste Beweis dafür ist die heutige Situation in Ramallah. Nun, sie selber saßen in Oslo und hatten unterschrieben. Sie hatten die Autonomieregierung anerkannt. Na bitte schön! Das ist das Verhalten, das sie gegenüber der Autonomieregierung und ihrem Verhandlungspartner, das heißt Jassir Arafat, zeigen. Sie halten sich nicht an ihre Unterschrift. Unabhängig davon, welche Unterschrift die Gegenseite denen geben würde, sie würden es mit Füßen treten und einen Schritt weiter gehen. Das ist ihre Eigenschaft. Diese Lösung ist keine richtige Lösung.

Die Aussagen, die ich mache, sind nicht an Personen gerichtet, die um jeden Preis dieses Krebsgeschwür schützen wollen. Sie akzeptieren diese Aussagen nicht. Das wissen wir. Meine Aussagen sind gerichtet an die arabischen Regierungen, an die islamischen Regierungen, islamischen Völker und alle mit wachem Gewissen in der ganzen Welt. Mit denen spreche ich. Dieser (bisherige) Lösungsweg, den diese (Unterstützer Israels) als einen Happen in den Rachen der Besatzer werfen, um sie fetter zu machen, damit sie den nächsten Schritt machen können, ist kein Lösungsweg. Dies ist die 50-jährige Erfahrung Palästinas. In der UNO sind Resolutionen beschlossen worden, und obwohl die USA Unterstützer der Zionisten sind, haben sie zum Schein diese Resolutionen unterzeichnet. Aber dieser Usurpator hat diese Resolutionen nicht umgesetzt, und keiner hat etwas gesagt. Mit so einer Regierung, mit so einem; was soll man verhandeln? Dieser Weg ist ein falscher Lösungsweg. Dies ist kein richtiger Lösungsweg.

Aber für dieses Problem gibt es einen Lösungsweg. Der vernünftige Lösungsweg ist für alle wachen Gewissens, und alle, die die Werte der heutigen Welt akzeptieren, müssen ihn annehmen. (Dieser Lösungsweg) ist jener, den wir vor anderthalb Jahren vorgeschlagen haben; welche die Regierung der Islamischen Republik häufig in den interlateralen Gesprächen und Versammlungen wiederholt hat. Auch jetzt sagen wir dieses und bestehen darauf. Der Lösungsweg ist die Befragung der Bürger Palästinas; all derjeniger, die vertrieben wurden - natürlich jener, die in das Gebiet Palästinas und ihre Häuser zurückkehren wollen. Dies ist eine vernünftige Vorgehensweise. Diejenigen, die in Libanon, Jordanien, Kuwait, Ägypten und anderen arabischen Ländern herumirren, natürlich (nur) die, die wollen, sollen in das Land Palästina und ihr Haus zurückkehren. Wir sagen nicht, dass sie mit Gewalt zurückgebracht werden sollen. Diejenigen sollen befragt werden, die vor 1948, als die illegale Regierung aufgebaut wurde, dort wohnten, seien es Muslime, seien es Christen, seien es Juden. Sie sollen in einer allgemeinen Befragung über das zu herrschende Regime entscheiden. Das ist Demokratie. Wieso ist Demokratie (nach Angaben des Westens) für alle gut, aber nicht für das palästinensische Volk? Wieso dürfen alle Völker der Welt in ihr Schicksal einwirken, aber das palästinensische Volk darf es nicht? Niemand bezweifelt, dass das Regime, das heute in Palästina regiert, mit Gewalt, Tricks, List und Druck an die Macht kam. Das bezweifelt keiner. Die Zionisten sind nicht friedlich an die Macht gekommen. Ein wenig mit List und Tücke, ein wenig mit Druck und Waffengewalt. Folglich ist dieses Regime ein aufgezwungenes Regime.

Nun gut, die Bürger Palästinas sollen sich versammeln und wählen. Sie sollen das zu herrschende Regime auswählen. Jenes Regime, jene Regierung soll gebildet werden, und diese soll (dann) über diejenigen, die nach 1948 kamen, entscheiden. Was (immer) sie auch entscheiden: Falls sie entscheiden, dass sie bleiben sollen, dann sollen sie bleiben. Falls sie entscheiden, dass sie gehen müssen, dann sollen sie gehen. Es ist sowohl die Stimme der Bürger, als auch Demokratie, als auch Menschenrecht, als auch kompatibel mit der derzeitigen Logik der Welt. Das ist die Lösung. Nun, dieser Lösungsweg muss in die Tat umgesetzt werden. Die Usurpatoren werden nicht mit freundlichen Worten diesen Lösungsweg akzeptieren. So müssen sich alle Beteiligten in dieser Angelegenheit verantwortlich fühlen. Sowohl die arabischen Regierungen, als auch die islamischen Regierungen, als auch die islamischen Völker in aller Welt, insbesondere das palästinensische Volk, als auch die internationalen Organe, jeder hat eine Verantwortung, um (darauf) zu beharren, dass diese logische Lösung vollzogen wird.

Manche sollen nicht sagen, Herr (Chamene´i,) das geht doch nicht. Dies ist doch ein Traum und Wunschdenken. Unmöglich. NEIN! ES GEHT! Die Länder des Baltikums, die mehr als 40 Jahre ein Teil der ehemaligen Sowjetunion waren, sind zurückgekehrt und sind unabhängig. Manche Länder des Kaukasus waren ungefähr 100 Jahre, bevor die Sowjetunion entstand, in der Hand des zaristischen Russlands und kehrten (nun) zurück und sind unabhängig. Heute sind Kasachstan, Aserbaidschan, Georgien und andere unabhängig. Sie sind sie selbst. Also es ist möglich. Es ist nicht so, dass es eine unmögliche Sache ist, nein, es ist möglich! Aber es bedarf des Willens. Es bedarf Mut und Heldenhaftigkeit. Wer muss Heldenhaftigkeit zeigen? Die Völker oder die Regierungen? Die Völker sind heldenhaft; die Völker haben keine Angst; die Völker haben gezeigt, dass sie bereit sind. Also haben die Regierungen hier eine Verantwortung und speziell die arabischen Regierungen.

Die Sitzung der arabischen Liga in Beirut war keine gute Sitzung. Sie hätten bei dieser Tagung sehr großen Nutzen ziehen können; es wäre nicht nur zugunsten der Palästinenser, sondern auch zugunsten der arabischen Regierungen. Heute könnten die arabischen Regierungen in dieser Angelegenheit Palästinas Vorreiter werden und die Unterstützung und Beliebtheit ihres Volkes ernten. Wenn eine Regierung, ein Regime die Unterstützung ihres Volkes genießt, so können die USA dieser Regierung nichts mehr anhaben; sie hat (auch) vor den USA keine Angst; sie braucht nicht mehr die USA zu berücksichtigen. In dieser Sache konnten und können die arabischen Regierungen sehr viele gute Werke leisten.

Ich denke mir, dass zu den wichtigen Werken, die die arabischen Regierungen tun können – jene, die Ölexporteure sind – (die Kontrolle über) das Öl gehört. Die Aussage, die die westlichen (Staaten) in der Welt in Umlauf bringen, nämlich das Öl nicht als Waffe zu benutzen, diese Aussage ist nicht richtig. Das Öl ist Eigentum der Völker und muss zu deren Nutzen verwendet werden. Die Amerikaner verwendeten Weizen und Nahrungsmittel als Waffe (und) benutzen es (immer noch) an vielen Orten der Welt. Warum dürfen die islamischen und arabischen Staaten nicht dieses Recht haben? Einen Monat, nur einen Monat, als Zeichen, als Symbol (sollen) sie das Öl für die Länder, die gute Beziehungen zu Israel haben, sperren. Heute verdankt die Welt seine Bewegung, das Funktionieren der Fabriken, das Licht, die Energie, den Strom und die Wärme – diese essentiellen Elemente – unserem Öl. Wenn unser Öl denen nicht zur Verfügung stehen würde, würden die Funktionen der Fabriken, das Licht und die Wärme zum Stillstand kommen. Ist es denn unbedeutend? Die arabischen Länder sollen für sich etwas tun; für einen Monat, nicht permanent. Sie sollen es einen Monat als Zeichen zur Unterstützung der Bürger und des Volkes Palästinas tun. Die Welt wird beben. Das ist eine der Sachen, welche sie tun können.

Eine andere Sache, welche sie tun können ist, dass sie alle ihre politischen und wirtschaftlichen Beziehungen und Verträge mit der zionistischen Regierung annullieren. Sie sollen nicht kooperieren. Die arabischen Völker werden dadurch glücklich. Die arabischen Völker werden hinter einer Regierung stehen, die diesen mutigen Schritt vollzieht.

Wehe der Regierung, deren Volk erkennt, dass sie hinter deren Rücken mit Israel geheimdienstliche und sicherheitsmäßige Beziehungen unterhält. Die Völker wollen es nicht. Die islamischen Regierungen haben auch Verpflichtungen. Deren Verpflichtungen sind nicht geringer als die der arabischen Staaten, weil diese Angelegenheit keine arabische Angelegenheit ist. Diese Angelegenheit ist weit mehr als diese; sie ist eine islamische Angelegenheit und Angelegenheit der gesamten Menschheit. Die islamischen Regierungen, die auch Ölpotential und Ähnliches besitzen, müssen genauso verfahren.

Die Konferenz der Außenminister, die in Malaysia tagte, war keine gute Konferenz. Natürlich haben sie Position ergriffen (und) ihr Dasein bekundet, aber es war schwach. Sie müssten viel stärker agieren als derart. (Es gibt) so viele islamische Regierungen, so viele islamische Länder, und ihre moslemischen Brüder haben so viele Probleme; sie müssten stärker agieren. Alle Völker können in der Wirkung bei dieser Angelegenheit mitwirken und teilnehmen. Alle moslemischen Völker können helfen. Finanzielle Hilfe an die Palästinenser ist nicht spezifisch für die Regierungen, damit jene Regierung sagt, ich gab 10 Millionen, 20 Millionen, 50 Millionen Dollar. (Dann) ist auch nicht klar, wohin sie die Hilfe gaben, wie sie sie gaben, an wen sie sie gaben. Heute benötigt das Volk Palästinas Nahrungsmittel, sie benötigen Medikamente. Das palästinensische Volk ist kein Bettler, sondern würdig, aber sie stehen unter der Herrschaft des Feindes. Alle sind verpflichtet ihnen zu helfen. Nehmen wir mal an, die gesamte islamische Welt – unser Land und andere Länder – würden je Person (ungerechnet) 1,30 € bezahlen; seht, was passieren würde. Was für eine Wirkung diese 1,3 Milliarden € auf die Leute Palästinas und deren Leben hätte. …

Noch wertvoller als die finanzielle Hilfe ist die moralische Hilfe, weil die Palästinenser fühlen werden, dass die Herzen der Völker mit ihnen sind. Die Demonstrationen, die dieser Tage in der islamischen Welt stattfanden, waren sehr wertvoll. Die Aktion, die ihr heute machen wollt, um bis zum Palästina-Platz (in Teheran) gegenüber der Botschaft Palästinas aufzumarschieren, ist eine sehr wichtige Angelegenheit. Diese Dinge sind sehr wertvoll. Die Nachricht von diesen Dingen wird sich verbreiten. Die Bürger Palästinas werden fühlen, dass die Völker hinter ihnen stehen.

Lob sei Allah, dass unser Volk nie zu wenig getan hat. Jedes mal, wenn es gerufen wurde, ist es erschienen und hat Position bezogen. Und endlich müssen die internationalen Organe und die UNO aktiv werden. Diese Organisationen der Menschenrechte, die immer oder häufig im Dienste der Ziele der (internationalen) Arroganz standen, sollen wenigstens einmal gegen die Wünsche der Arroganzmaschinerie zugunsten der Völker handeln. Sie sollen die Aufmerksamkeit der Welt auf sich lenken, den Unterdrücker und Aggressor verurteilen und das Volk Palästinas bestätigen. Wenn dieser Druck ausgeübt wird, dann wird jener Plan Irans in der Angelegenheit Palästinas in die Tat umgesetzt. Der Aggressor wird bezwungen. Wenn die arabischen und islamischen Regierungen, die moslemischen Völker und internationale Organisationen, wenn alle in diesem Wege aktiv werden, wird diese Tat vollbracht. Wer in dieser Angelegenheit zu wenig tut, wird sicher aus der Sicht der Völker, der Geschichte und, bedeutender als alles andere, beim Erhabenen Gott verantwortlich sein und belangt werden. Wir alle sind verpflichtet!

An obige Rede schloss sich eine Qur´an-Rezitation an. Im Anschluss an das Freitagsgebet fand eine Großkundgebung zum Palästina-Platz in Teheran statt. Obwohl die Rede nunmehr einige Jahre zurück liegt, hat sie nichts an Aktualität eingebüßt.

Den Anhängern Imam Chamene´is wird vorgeworfen, dass sie manipuliert, ja geradezu hirngewaschen seien. Aber wir haben uns immer darüber gewundert, wie das ausgerechnet diejenigen beurteilen konnten, die noch nie eine Rede von Imam Chamene´i zu Gesicht bzw. zu Gehör bekommen haben, denn darin ist sich die westliche Presse einig, die Reden dieses hohen Geistlichen durfte bis vor kurzem niemand hören. Die Wahrheiten sind zu offensichtlich und für jeden frei Denkenden Menschen verständlich. Aber durch die Ereignisse nach den Präsidentschaftswahlen im Iran in 2009 geschah etwas bis dahin einmaliges in der islamischen Geschichte. Die Freitagsansprache von Imam Chamene’i vom 19.6.2009 wurde weltweit übertragen. Es war wohl die erste Freitagsansprache in der Menschheitsgeschichte, die auf allen Kontinenten in voller Länge gleichzeitig zu sehen war, aber das ist eine andre Geschichte.

So lange es fast schon als Verbrechen bezeichnet wird, dieser Rede Imam Chamene´is zuzustimmen, so lange wird die Verständigung zwischen vielen Muslimen und Nichtmuslimen sicherlich enorm erschwert werden. Aber es muss einen Weg geben zum gegenseitigen Respekt und zum kritischen Dialog. Die Weltlage verpflichtet uns alle dazu.

[1] wörtlich: in deren Klinge hinein läuft

[2] wörtlich: reiten

 

 

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