Gebrüder Özoguz

Wir sind (keine) “fundamentalistische Islamisten“ in Deutschland

Eine andere Perspektive

Dr. Yavuz Özoguz und Dr. Gürhan Özoguz

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Ja, wir beten auch

Zu den Vorwürfen unserer begrenzten Integration gehört natürlich auch, dass wir regelmäßig fünf rituelle Gebete am Tag verrichten. Ist das aber wirklich so gefährlich, dass man davor Angst haben muss. Ängstigt es denn wirklich eine Gesellschaft, wenn ein gottesehrfürchtiger Mensch sich fünf Mal am Tag vor seinen Schöpfer stellt und sein Dasein vergegenwärtigt?

Am Anfang steht das Geschöpf aufrecht vor seinem Herrn und richtet sich in Richtung Mekka zum Heiligen Haus Kaaba aus. Er fühlt sich vereint mit der Menschheit, die gemeinsam mit ihm an jedem Ort der Erde in die gleiche Zielrichtung betet. Er “verabschiedet“ sich für eine Weile von dieser Welt und tritt ein in eine Art Weihezustand, in der ihn nichts und niemand mehr von der Konzentration auf seinen Schöpfer abbringen soll. Nach dem Verlesen einer vorgeschriebenen und einer frei wählbaren Sure verbeugen wir uns vor dem barmherzigsten aller Barmherzigen und bitten ihn um mehr, denn wir wollen mehr. Wir streben nach dem ewigen Leben in der Glückseiligkeit der Liebe Gottes. Dann richten wir uns wieder auf und erfahren von Gott, ausgesprochen durch unsere Zungen, dass er uns unseren Wunsch gewährt hat. Wir erhalten tatsächlich die Freiheit die höchsten Stufen der Glückseligkeit anstreben zu dürfen. Dafür werden wir auf die Erde geschickt. Der noch eben stehende sinkt zu Boden und seine Stirn berührt die Erde, die Erde, aus der er als irdischen Wesen erschaffen wird. Wir richten uns für eine kurze Zeit auf und werfen uns wieder nieder. Von der Erde kommen wir und zu ihr kehren wir zurück. Von Gott kommen wir und zu Ihm ist die Heimkehr. Nach der zweiten Niederwerfung richten wir uns wieder auf, denn es gibt die Widerauferstehung. Und damit ist ein Gebetsabschnitt beendet. Das Gebet endet mit dem schönsten Friedensgruß.

Ist es wirklich so gefährlich, wenn ein Mensch diesen Befreiungsritus fünf Mal am Tag in mehreren Gebetsabschnitten vollzieht? Ist ein Mensch für die deutsche Gesellschaft gefährlich, der kein Sklave irgendeiner irdischen Macht ist und sich ausschließlich Gott unterwirft? Oder könnte er nicht als befreiendes Element für die gesamte Gesellschaft wirken, die sich vom Materialismus hat versklaven lassen und sich nur noch vor dem Kapital niederwirft?

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