Gedichte im Islam
Mohacz

von Yahya Kemal Beyatli übersetzt von Prof. Annemarie Schimmel

Wir waren‘s, von heißer Liebe von diesem Angriff beflügelt -
Wir waren‘s, die früh hundert Rosse zur ersten Schlachtreih gezügelt.
Wir flogen - begierig, dass man. uns erblicke auf Mohacz-Erde,
Belebt ward die Ebene wieder vorn Wiehern unserer Pferde.

Es war ein Tag, da Erobrung ließ leuchten wieder das Land,
Da, wo wir um seinetwillen das Leben gaben entbrannt.
Gleich rosenwangiger Schönheit, da Tulpe ist jeglicher Kuss:
Im Schoße des Sieges - wir tranken ersattend der Einung Genuss.

Wir sagten der Welt Lebewohl - dann, verhängten Zügels, ein Rennen;
Das war unser letzter Triumph noch - Jahrhunderte sollen ihn kennen!
Ein letztes Mal noch ein Wettlauf zum Himmel, der auftut sein Tor,
Und auf dem Wege zu Gott hin vereint mit den Engeln im Chor.

Wir galoppierten, wir alle, durch paradiesische Pforte,
Wir sahen in einem Hauch schon der ewigen Ahnen Orte.
Wir leben in einem Garten nun mit den Märtyrern allen,
Mit jenen Jünglingen-Helden, die einst so wie wir gefallen.

Doch wo wir geboren, wird bleiben, von uns, dieses Landes Söhnen,
Erinnerung wie ein Gewitter von unserer Hufe Dröhnen!

 

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