Gedichte im Islam
Heimat

von Bayburtlu Zihni, übersetzt von Prof. Annemarie Schimmel

Ich ging hinweg, ich muss die Heimat Lassen;
Mein Kind zog fort, der Herd ist ausgebrannt.
Die Gläser brachen, und der Wein vergossen,
Der Schenk hat von den Trunknen sich gewandt!

Die Rose dornig, bleich die Hyazinth‘,
Den Thron des Salomo ergriff der Wind,
Die Liebenden voll Seufzer tränenblind,
Die Freudenzeit ward ganz zum Kummerbrand.

Auf welchem Berge finde ich mein Lieb?
Wen frag ich, - wo die Rehgeaugte blieb?
O Laila, deren Abbild Medschnun trieb
Verlassen, heimatlos durch Berg und Sand!

So schlug das Schicksal mich, dass stets ich weine;
Der Hag weint mit dem Gärtner im Vereine,
Die Rosen weinen Blut, verwirrt im Haine;
Seitdem die Nachtigall verließ dies Land.

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