Gedichte im Islam
Locke, Wange und Mal

von Sami, übersetzt von Prof. Annemarie Schimmel

Es sind Schmuck für der Lieblichkeit Mahl,
jene Locke und Wange und Mal,
Und sind Weihrauch und Ambra im Saal
jene Locke und Wange und Mal.

Hyazinthen und Rosen so zart
am kristallenen Hals man gewahrt.
Wie in schimmernden Spiegels Strahl:
jene Locke und Wange und Mal.

Dass das Brandmal der Liebe, der Pein
meinem Herzen entweicht, kann nicht sein.
Denn mein Herz zeigt in Freude und Qual
jene Locke und Wange und Mal.

Wie das Nächte-erhellende Licht,
wie der Falter mit Flügeln verbrannt,
So verbunden sind eng, ohne Wahl
jene Locke und Wange und Mal.

Einer Raute gleich brennet mein Herz
in den Gluten von Seufzern und Schmerz,
Wenn sich neu ins Gedächtnis mir stahl
jene Locke und Wange und Mal.

Der Verwirrungen Schlinge und Korn
legten fein für den Herzvogel mein
In der Lieblichkeit blühendem Tal
jene Locke und Wange und Mal.

Hat den Schlaf mir vom Auge verbannt
jener Sehnsucht verzehrender Brand.
Doch es zieren den Freund nun einmal
jene Locke und Wange und Mal.

Sami, sieh, wie die Schönheit des Freunds
gleich verdoppelt den Wert des Gedichts:
Wiederholt doch der Reim ohne Zahl
jene Locke und Wange und Mal.

 

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