Gedichte im Islam
Über das "Ich"

von Mahmud Schabistari aus "Gulschan-e-Raz" (der Rosengarten der Mystik)

Wenn du mich fragst: "Was dieses 'Ich' wohl heißt,
Zeig' mir mein 'Ich', damit ich es weiß!
Wenn es das 'Absolute Sein' ist, gefragt in diesem Rahmen,
Nenn' es 'Ich' bei seinem richtigen Namen.
Die Wahrheit zeigt die Bestimmung ganz offen,
Heiss 'Ich', darauf darfst du immer hoffen.
Ich und du sind Strahlen des 'Göttlichen Seins',
Unser Antlitz leuchtet in seinem Schein.
Körper und Seelen als gleiches Licht betrachtete,
Direkte Strahlen und Widerspiegelungen Gott daraus machte.

Du sprichst vom Wort 'Ich' in all deinen Worten,
Es ist die Seele, die ruht in allen Orten.
Wenn irdische Weisheit deine Führung ist, wie du es nennst,
Dein eigenes 'Selbst', ein Teil von dir, du aber nicht kennst.
Oh Mensch, geh jetzt und lerne dich kennen,
Hüte dich, einen Kräftigen für aufgeblasen zu nennen.
Mein 'Ich' und deines übertreffen Seele und Körper,
Beide Teile eines ganzen 'Ichs' sind, dieses erörter.
Auch das 'Ich' ist nicht einmalig auf den Menschen begrenzt,
dass du nicht sagst, dass sich die Seele nur auf den Menschen beschränkt.
Überschreit' das Universum, verlass diese Welt mit dem Verlangen,
sie in dir selbst zu finden und göttlich zu empfangen.

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