Gedichte im Islam
Um dessen willen

von Fudhuli, übersetzt von Prof. Annemarie Schimmel

Dass ich, geseufzet, geschah um deines Zypressenleibs willen.
Dass Blut ich geweinet, geschah um ‚des lächelnden Knospenmunds willen.
Dass ich ganz verdreht bin, kommt nur von deiner gedreht schwarzen Locke,
Dass ich ganzverwirrt bin, geschah um deines verwirrten Haars willen.
Mein Körper ward krank durch den Schmerz des Auges, deines berauschten,
Die Leber zu Blut um des Munds, des perlenverstreuenden willen.
Verbrannte den Leib kerzengleich am Tage der Einung ich doch
Geschah dies aus Vorsorge nur der dunkelen Trennungsnacht willen.
Dass ich mich bemühe, mein Herz vom Raubzug des Grames um dich
Zu retten, geschah deines Blicks, des aufruhrerregenden, willen.
Fudhuli, der Prediger hat uns gestern die Hölle geschildert —
Um deines Hauses geschah‘s, der Hütte der Traurigkeit willen!

 

© seit 2006 - m-haditec GmbH & Co KG - info@eslam.de