Gedichte im Islam
Aus dem Sinn von Muhammad Schams ad-Din (Hafiz), übersetzt von Friedrich Rückert.

Aus dem Sinn will eines, was mir
liegt darin, nicht gehn,
Eine wandelnde Zypresse
aus dem Sinn nicht gehn.

Aus dem Hirn des wirren Hauptes
wird dein Wangenbild
Mir trotz Himmels Ungunst, Weltlaufs
Ungewinn nicht gehn.

Mit dir schloss ich im Beginn der
Welt den Bund und will
Bis zum Weltend' aus dem Bund vom
Anbeginn nicht gehn.

Alles, was im Herzen außer
deiner Liebe wohnt,
Soll aus meinen Herzen, sie nur
soll dahin nicht gehn.

Also wohnt der Liebe Schmerz in
meinem Sinn, dass er,
Wenn die Sinne mir vergehn, wird
aus dem Sinn nicht gehn.

Wenn mein Herz den Schönen nachgeht,
so entschuldigt es;
Wo das kranke Heilung hofft, sollt'
es dahin nicht gehn?

Wer nicht will, dass ihm wie Hafis
schwindeln soll das Haupt,
Soll den Liebesweg, den ich ge-
gangen bin, nicht gehn!

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