Gedichte im Islam

Erblick ich

von Muhammad Schams ad-Din (Hafiz) aus seinen Ghaselen, übersetzt von Friedrich von Bodenstedt 1877

Welche Verwirrung im Laufe des Mondes erblick' ich,
Rings in der Welt nur Unheildroh'ndes erblick' ich!
Töchter mit Müttern im Streit in schlimmer Betörung,
Gegen den Vater den Sohn in Empörung erblick' ich.
Narren, die nie des Sorbets von Zucker und Rosen entbehren,
Weise, die nur vom eigenen Herzblute zehren, erblick' ich.
Edle arabische Pferde, vom drückenden Sattel verwundet,
Esel, den Hals mit Goldschmuck umrundet, erblick' ich.
Geh' und tu' Gutes! rät Hafis bedächtigen Mutes;
Mehr als ein Perlenschmuck wert, in diesem Rat Gutes erblick' ich.

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