Gedichte im Islam
Des einen Jüngling

von Ibn Hazm al-Andalusi aus dem Buch "Halsband der Taube", übersetzt von Max Weisweiler (1941)

Des einen Jünglings Lieb war dick an Hals und Kinn.
Es schien, als säh er Schlanke für Gespenster an.
Und seine gute Wahl füllt ihn mit frohem Sinn,
Da er die Richtigkeit uns klar beweisen kann:
"Die Wildkuh auch, von der du oft im Gleichnis liest
Und deren Schönheit nie bezweifelt wird,
Hat einen kurzen Hals und keine anders ist.
Des Halses Länge etwa die Kamele ziert?"
Jedoch ein andrer - groß war seines Liebchens Mund
Sprach: "Ein Gazellenmund zur Freude mir gereicht." -
Des dritten Lieb war klein; er aber tat uns kund:
"Ein großes Mädchen wahrlich einem Dämon gleicht."

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