Gedichte im Islam
Man weiß

von Ibn Hazm al-Andalusi aus dem Buch "Halsband der Taube", übersetzt von Max Weisweiler (1941)

Man weiß, dass ich dass ich ein Jüngling bin voll Liebespein,
Bekümmert und in Not. Jedoch um wen mag's sein?
Wenn sie mein Wesen schaun, so zweifeln sie nicht dran;
Wer nach dem Urgrund forscht, ihn nur vermuten kann.
Der Schrift vergleichbar, deren Zeichen klar zu sehn.
Doch fragt man nach dem Sinn, wird man sie nicht verstehn.
So ist's auch mit der Tauben Ruf in dichtem Wald:
Wenn mannigfaltig ihrer Stimme Beben schallt,
Dann wird durch seinen Ausdruck uns die Freud erweckt
Allein sein tiefster Sinn bleibt dunkel und versteckt.
"Bei Allah" sprechen sie, "sag, wessen Liebe macht.
Dass deinem Aug nicht mehr der süße Schlummer lacht!"

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