.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Arius war ein christlicher Presbyter (eine Art Vorreiter
des Priesters) aus
Alexandria, der der Lhere der
Dreieinigkeit widersprach. Er gilt als Begründer des
Arianismus.
Er ist ca. 256 n. Chr. vermutlich in Libyen (Kyrenaika)
geboren. Er wurde theologisch geprägt durch die antiochenische
Schule (stark schriftbezogen, rational, antiplatonisch)
geprägt. Er steig zum Presbyter in
Alexandria und wirkte unter Bischof Alexander von
Alexandria. Er galt als rhetorisch begabt und lebte
asketisch. Er war sehr beliebt bei Teilen des Klerus und
Volkes.
Seine damals noch innerhalb des
Christentums akzeptierte Lehre war schnörkellos. Gott ist
absolut einzigartig und ungezeugt. Der sogenannte Sohn
hingegen sei erschaffen, nicht ewig, da es eine Zeit gab, in
der es ihn nicht gab, und nicht wesensgleich mit
Gott.
ein berühmter Arius zugeschriebener Satz lautet: „Es gab eine
Zeit, da der Sohn nicht war.“
Im Zeitraum um 318–321 n.Chr kommt es zum offenen
Lehrstreit in
Alexandria. Arius wird exkommuniziert und verbannt. Er
findet Unterstützung unter anderem bei Eusebius von Nikomedia.
Arius soll beim Konzil von Nicäa (325 n.Chr.) anwesend
gewesen sein. Kaiser Konstantin will kirchliche Einheit, was
zu dem Ergebnis führt, dass der Begriff
„wesensgleich“
eingeführt wird. Das wiederum führt zur Verurteilung
des Arianismus. Arius wird erneut verbannt und seine Schriften
werden teilweise verbrannt.
In Nicäa (325 n.Chr.) spielt sich nach einer Legende eine
dramatische Szene zwischen Arius und Nikolaus von Myra ab, dem
Namensgeber des heutigen Nikolaus. Nikolaus nimmt ebenfalls am
Konzil von Nicäa teil, wo Arius seine Christologie verteidigt
und
Jesus (a.) die Gottschaft abspricht. Nikolaus verliert
daraufhin die Beherrschung und ohrfeigt Arius öffentlich.
Daraufhin wird Nikolaus kurzzeitig seiner Bischofswürde
entkleidet und inhaftiert. Angeblich erscheinen ihm im Traum
Jesus (a.) und
Maria (a.), worauf er rehabilitiert wird. Jene Legende
deutet darauf hin, dass von kirchlicher Seite die
Dreieinigkeit durchgesetzt werden sollte. Historische
Belege für jnes Ereignis liegen nicht vor.
Auch Arius wird später zeitweise rehabilitiert. Doch kurz
vor offizieller Wiederaufnahme in die Kirche stirbt er 336 n.
Chr. in Konstantinopel (heute
Istanbul).
Aus islamischer Sicht war Arius ein christlicher Theologe,
dessen Lehre in zentralen Punkten näher an dem
Islam liegt als die spätere
Trinitätslehre.
Frühe muslimische Gelehrte kannten Arius meist nicht
namentlich, beschrieben aber Gruppen von Christen, die
Jesus (a.)s als Diener Gottes sahen.