Baihaqi

von „Irankultur“
Abul Fadhl Baihaqi

Aussprache: abul-fadhl al-byhaqiy
arabisch:
أبو الفضل البيهقي
persisch:
ابوالفضل بیهقی
englisch:
Abu’l-Fazl Bayhaqi

385 - 470 n.d.H.
995 – 1077 n.Chr.

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Abul-Fadl Muhammad ibn Husain Baihaqi, bekannt als Baihaqi, war ein sehr bekannter Gelehrter der Sunniten und spezialisiert auf Überlieferungen.

Sein vollständiger Name ist Ahmad ibn Al-Hussain ibn Ali ibn Mussa al-Churasani. Er ist im Schaban 385 n.d.H.  (995 n.Chr.) im Dorf „Hares Abad“ in Beyhaq (Baihaq) geboren. Baihaq ist der Name einiger Dörfer vor Nischapur. Über seine Familie und seinen Vater ist wenig bekannt, außer dass sie aus Baihaq stammten und zur Elite des Hofes gehörten. Doch bereits in früher Kindheit und Jugend wurde Abul-Fadl zum Studium der Wissenschaften angehalten. Er hat mit 15 Jahren angefangen Überlieferungen zu lernen. Einer seiner Lehrer war Sulami. Dafür reiste er u.a. nach Mekka, Kufa und Bagdad.

Seine Ausbildung begann in Baihaq, seine weiterführenden Studien absolvierte er in Nischapur. Aufgrund seines großen Interesses ragte er bereits in seiner Jugend in Literatur und Schriftstellerei heraus. Im Alter von 27 Jahren wanderte er in die Stadt Ghazna aus, gelangte an den Hof der Ghaznawiden und wurde nach großen Anstrengungen schließlich Assistent von „Khaje Abunasr Meschkan“, dem Leiter der Staatskanzlei von Mahmud von Ghazna. Unter der Anleitung von Meschkan, einem gebildeten und hochrangigen Sekretär am ghaznawidischen Hof, reifte er weiter.

Unter der Herrschaft von Masud von Ghazna wurde Beyhaqi zum Sekretär in der Staatskanzlei ernannt und arbeitete unter Abusahal Zuzani. Während der Herrschaft von Azod-Doleh Abdulraschid von Ghazna (1049-1051 n.Chr.) im Jahr 440 n.d.H. übernahm er schließlich die Leitung der Staatskanzlei.

Als Baihaqi sich dem Ruhestand und dem Alter näherte, beschloss er, die Früchte seiner Erfahrungen in einem gewaltigen Werk für die Nachwelt festzuhalten. In den Jahren 448 bis 451 n.d.H. verfasste er das Buch, das später als „Tarich Baihaqi“ bekannt werden sollte.

Er hat zahlreiche Bücher geschrieben, darunter:

bullet Tarich Baihaqi
bulletAl-Sunan al-Kabir (wird oft auch "Sahih" genannt)
bulletAt-Targhib wa at-Tarhib
bulletAs-Sunanu al-Saghir

Außer Tarich Baihaqi sind die anderen Werke nur fragmenthaft oder als Zitat in anderen Werken erhalten. Tarich Baihaqi gilt als eine herausragende Form von Literatur und Literaturgeschichte und zählt zu den klassischen Texten. Es ist voller rhetorischer Kunstgriffe, literarischer Stilmittel, eines rhythmischen Prosastils und Ausdruck der geschickten Verwendung von Poesie. Daher wird er auch als „Vater der persischen Prosa“ bezeichnet.

Daher gilt Baihaqi heute als Historiker und Meister der persischen Prosa. Sein Gedenktag in der Islamischen Republik Iran ist der 1. Aban (23. Oktober) und gilt als Nationaler Tag der Persischen Prosa.

Er soll ansonsten ein bescheidenes Leben geführt haben und folgte wohl der Linie der Schafiiten.

Später soll er aufgrund von Verleumdungen seiner Neider entlassen worden sein und sein gesamter Besitz wurde angeblich konfisziert unter dem Vorwurf, er habe die Brautgabe seiner Frau unterschlagen. Er wurde ins Gefängnis geworfen. Der Vorwurf kann aber auch ein Vorwand gewesen sein, denn schon immer wies er furchtlos auf die Schwächen der Könige und Herrscher hin, beugte sich nicht den Mächtigen und sprach die Wahrheit und das Recht ohne jede Furcht aus.

Nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis verbrachte Beyhaqi den Rest seines Lebens in Abgeschiedenheit, bis er im Jahr 470 n.d.H. (1077 n.Chr.) in der Stadt Ghazna starb. Da ein Großteil der Stadt und des Friedhofs Jahre später durch die Mongolen zerstört wurde, ist keine Spur seines Grabes erhalten geblieben.

Er ist nicht zu verwechseln mit anderen Baihaqis.

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