.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Blau ist die Farbe des Himmels und des tiefen Wassers. Die
Farbe steht für Ruhe, Tiefe, Klarheit und Geistigkeit.
Physikalisch entspricht sie kurzwelligerem Licht (etwa
450–495 nm) und wirkt daher kühl und beruhigend. Symbolisch
verbindet Blau Himmel und Unendlichkeit, das Irdische mit dem
Göttlichen.
Die Farbe blau kommt im
Heiliger Quran an einer Stelle vor (20:102), wobei darauf
verwiesen wird, dass an dem Tag, da in die Posaune geblasen
wird, schuldige Menschen als „Blaue“ erscheinen werden.
In der
Auslegung [tafsir] wird zuweilen behauptet, dass damit vor
allem „blind“ gemeint sei.
Scheich
Abbas Qummi versteht „blau“ metaphorisch: Die „Verbrecher“ (المجرمون) werden blind, ihre Augen sind
verfärbt oder entstellt, weil das
Licht
[nur] des Glaubens und der
Rechtleitung erloschen ist.
Verschiedene Deutungsebenen werden von den
Auslegern [mufassir] wiedergegeben für „blau“ im
Vers
20:102:
- Zorn / Angst / Erstickung: die Augen laufen blau an.
- Blindheit: sie sehen nicht das göttliche Licht.
- Durst / Trockenheit: blau als Zeichen des Erstickens und
Leidens.
Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai beschreibt Bläue
im Auge als ein Zeichen von Blindheit oder einer
Störung des Blutflusses. Es sei ein Bild für den inneren Tod
und das Erlöschen des Lichts des Glaubens.
Es gibt medizinisch-physiologische Zusammenhänge, die sehr
plausibel erklären, warum im Arabischen (und anderen alten
Sprachen) „Blaue Augen“ oder „Blaufärbung“ als Bild für Tod,
Erstickung, Schock oder extreme Schwäche verwendet wurde. Dazu
gehört die Blaufärbung durch Sauerstoffmangel. Bei
Sauerstoffmangel enthält das Blut vermehrt
reduziertes Hämoglobin, das dunkelblau erscheint. Das sieht man zuerst an Lippen, Fingernägeln, Augenlidern
und um die Augen herum.