Choy
شمس تبریزی Choy

Aussprache: chooy
arabisch:
خوی
persisch:
خوی
englisch: Khoy

Bild: Schamsuddin Tabrizi Schrein

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Choy ist eine Stadt in der Provinzen des Iran West-Aserbaidschan und beansprucht das authentische Grab von Schamsuddin Tabrizi zu beherbergen.

Die Stadt liegt nördlich von Urmia nahe der Grenze zur Türkei auf einer Höhe von ca. 1.150–1.200 m über dem Meeresspiegel. Die Stadt ist von hohen Bergen umgeben und hat eine mehrheitlich turkstämmige Bevölkerung. Choy ist nach Urmia eine der größten und historisch bedeutendsten Städte der Provinz West-Aserbaidschan.

Der Name der Stadt wird zuweilen auf das aserbaidschanische Wort qoyun (Schaf) zurückgeführt. Eher anzunehmen ist die Ableitung vom kurdischen Wort Xoy für Salz, da es In der Nähe der Stadt viele Salzminen gibt.

Seine Lage machte Choy über Jahrhunderte hinweg zu einem Handels- und Durchgangszentrum, einem militärisch-strategischen Ort und einem Knotenpunkt zwischen iranischer und anatolischer Kultur.

Archäologische Funde belegen eine Besiedlung seit der urartäischen Zeit (1. Jh. v. Chr.). Die Region gehörte zu Atropatene (Alt-Aserbaidschan). In der Spätantike lag die Stadt im Spannungsfeld zwischen Sassaniden, Byzantinern und später armenischen Fürstentümern.

Ab dem 7. Jh. n.Chr. wurde Choy islamisch und entwickelte sich zu einer regionalen Verwaltungs- und Handelsstadt. Choy war zeitweise Grenzstadt zwischen Safawiden und Osmanen. Diese Epoche gilt für Choy als besonders prägend, denn es kam häufig zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen den Reichen. Choy wechselte mehrfach den Einflussbereich. Trotz Kriegen blieb Choy ein Zentrum schiitischer Gelehrsamkeit und ein wichtiger Handelsplatz. In dieser Zeit entstanden viele Moscheen, Karawanserei und Stiftung [waqf].

In der Zeit der Qadschare (19.–20. Jh. n.Chr.) war Choy Garnisonsstadt, Verwaltungssitz und Durchgangsstation für europäische Reisende und Missionare. Russische, osmanische und später auch britischer Interessen waren abwechselnd und teilweise gleichzeitig präsent.

Im Ersten Weltkrieg erlitt die Stadt schwere Schäden. Nach 1925 erfolgte die Integration in den modernen iranischen Nationalstaat. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt durch die Sowjetunion besetzt.

Als besondere Sehenswürdigkeit der Stadt gilt der Schamsuddin Tabrizi Schrein und der Schams-Turm (برج شمس تبریزی). Sein Grab in Choy wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Es gibt historische Basare, Moscheen aus safawidischer und qajarischer Zeit, Karawansereien und Reste alter Stadtmauern.

Einer der berühmtesten Gelehrten [faqih], die aus Choy stammen ist Großayatollah Abul-Qasim Chui.

Seit Dezember 2025 ist Choy Partnerstadt von Konya.

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