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Ein Dolmetscher ist ein
türkisches Lehnwort im Deutschen und
wird für einen mündlichen Übersetzer verwendet, der
gesprochenen Text mündlich oder mittels Gebärdensprache von
einer Ausgangssprache in eine Zielsprache überträgt.
Der Wortursprung von „Dolmetscher“ ist gut erforscht und
kulturhistorisch sehr aufschlussreich. Das Wort ist ein
klassisches Beispiel für eine mittelalterliche Lehnwortkette
zwischen Zentralasien, dem
Nahen Osten und Europa.
Die ursprüngliche Herkunft entstammt den Turksprachen. Der
älteste rekonstruierbare Ursprung liegt im Alttürkischen:
tılmač / tilmäč, was Übersetzer oder Sprachmittler bedeutet.
Dieses Wort ist bereits in zentralasiatischen Turksprachen
belegt und bezeichnete Personen, die zwischen verschiedenen
Sprachen vermittelten – ein Beruf, der im Kontakt zwischen
Steppenvölkern, Persern, Arabern und Byzantinern zentral war.
Aus dem Turksprachigen gelangte das Wort ins Arabische: •
تُرْجُمَان / تَرْجُمَان (turdschuman / tardschuman). Die
Bedeutung blieb Dolmetscher, Übersetzer. Das Wort passte sich
der arabischen Morphologie an. Vom Arabischen bzw. direkt aus
dem Turksprachigen ging das Wort ins Mittelgriechische: δραγομάνος
/ δραγουμάνος (dragomános / dragoumános). Das war die bekannte
byzantinische Amtsbezeichnung für Hof- und
Diplomatendolmetscher. Aus dem Griechischen (und teils über
slawische Vermittlung) gelangte das Wort ins
Mittelhochdeutsche: tolmetsche / dolmetsche. Daraus
entwickelte sich das neuhochdeutsche: Dolmetscher. Es
erfolgten parallele Entwicklungen in Europa. So stammen aus
derselben Wurzel auch: