.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Das Farbwunder Jesu ist ein sowohl im
Christentum als auch im
Islam
bekanntes
Wunder
zur Zeit des noch jungen
Jesus
(a.). Es ist auch bekannt als „Farbwunder Jesu in der
Werkstatt des Färbers“.
Die Geschichte stammt aus dem „Kindheitsevangelium des
Thomas“ (nicht zu verwechseln mit dem gnostischen „Evangelium
nach Thomas“). Dieses apokryphe Evangelium entstand vermutlich
im 2. Jh. n. Chr. Die Geschichte wird folgendermaßen wiedergegeben:
Da Jesus eines Tages auch mit
anderen Knaben spielte, und sie gemeinsam herumliefen, kam er
an der Werkstadt eines
jüdischen Färbers vorbei. In der Werkstätte befanden sich
viele Tücher der Bürger jener Stadt, die mit verschiedenen
Farben gefärbt werden sollten. Da trat
Jesus
(a.) in die Werkstätte des Färbers, der abwesend war ein,
nahm alle diese Tücher und warf sie in ein einziges Färbefass.
Als der Färber zurückkehrte, und die Tücher alle im gleichen
Farbtopf sah, fing er an, mit lauter Stimme zu schreien und
Jesus
(a.) auszuschimpfen. Er beschuldigte
Jesus
(a.) ihm großen Schaden zugefügt zu haben, da jeder Bürger
eine eigene Farbe bestellt habe und nun alle Tücher zerstört
bzw. verdorben seien.
Jesus
(a.) antwortete, dass der Färber ihm mitteilen soll,
welches Tuch welche Farbe haben solle und er würde das Tuch in
genau jener Farbe aus dem Topf ziehen. Der Färber nannte die
Farben und
Jesus
(a.) erfüllte sein Versprechen, worauf viele
Juden
das Wunder erkannten, da sie dies
Zeichen
und
Wunder sahen, und sie priesen
Gott.
Das
Wunder zeigt, dass
Jesus
(a.) Macht über die Materie und die
Schöpfung hat. So wird
Einheit [tauhid] in Vielfalt zugleich offenbart, denn
viele Farben haben einem Ursprung. Das symbolisiert, dass
göttliche
Einheit [tauhid] in der Vielfalt der Welt erscheint. Es
ist eine Allegorie: Aus einer göttlichen Quelle (ein Topf)
entsteht die bunte Vielfalt der
Schöpfung.
Die Version bei
Muslimen weicht geringfügig von der obigen Schilderung ab.
Hier wird der junge
Jesus
(a.) durch seine Mutter
Maria
(a.) zum Färber als Lehrling gebracht, damit er einen
weiteren Beruf erlernt. Am Ende bietet
Jesus
(a.) dem Färber an zu erkennen und zu bekennen, dass es
nur einen
Gott
gibt und er der
Gesandte
Gottes
ist, falls er das
Wunder
mit Erlaubnis
Gottes
vollbringt. Die Version bei
Muslimen betont mehr den Gedanken der
Einheit [tauhid]: Alle
Farbe stammen aus einem Licht, wie alles aus dem einen
Gott.
Mystiker haben sich vor allem auf den Sachverhalt
konzentriert, dass
Jesus
(a.) aus einer Farbe viele Farben entwickelt hat und den
tieferen Sinn darin. Das Motiv von „Jesu Farbfass“ wird unter
anderem
von
Chaqani aufgegriffen.
Gott
ist das
Licht [nur], das sich in unzähligen Farben bricht und jede
Farbe eine Erscheinung seiner
Schönheit.
Im
Judentum wird das
Wunder nicht erzählt.