Oguibe-Obelisk
Fremdlinge und Flüchtlinge Monument

Aussprache: nußb al-ghurabaa wal-laadschiʾiyn
arabisch:
نُصْب الغرباء واللاجئين
persisch:
یادمان بیگانگان و پناهجویان
englisch:
Monument for Strangers and Refugees

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Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument ist ein Obelisk in Kassel.

Das Monument ist ein 16,20 m hoch und wurde vom nigerianisch-amerikanischen Künstlers Olu Oguibe für die documenta 14 im Jahr 2017 n.Chr. erstellt. Auf den vier Seiten trägt es in vier Sprachen (Deutsch, Englisch, Arabisch, Türkisch) die Inschrift „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherberg“ aus Matthäus 25:35.

Der Obelisk ist eine robust monolithische Betonkonstruktion. Oguibe wählte die Sprachen so, dass sie zu Kassel passen. Die Form ist bewusst schlicht, die Botschaft demgegenüber ausdrücklich humanitär und direkt.

Olu Oguibe ist 1964 in Nigeria geboren und lebt u.a. in den USA. Sein Werk bezieht sich auf persönliche Erfahrungender Flucht in seiner Kindheit im Kontext des Biafra-Krieges und auf allgemeine Verantwortung gegenüber Geflüchteten. Für Oguibe ist das Zitat aus Matthäus ein universaler humanitärer Imperativ. Der Obelisk wurde zur documenta 14 installiert und am Königsplatz aufgestellt. das Werk gehörte zu den meistdiskutierten Außenarbeiten der Ausstellung.

Politische Auseinandersetzung: Nach der Ausstellung entwickelte sich in Kassel eine öffentliche Kontroverse um An- und Verbleib des Werks. 2018 entfernte die Stadt das Monument überraschend, was eine heftige Debatte über Kulturverwaltung, Transparenz und Zensur auslöste.

Durch eine Spendenaktion kamen Mittel zusammen, so dass der Künstler und die Stadt eine Lösung fanden. Das Werk bekam 2019 einen festen Standort in der Treppenstraße nahe der Kreuzung zur Oberen Königsstraße, mitten im belebten Einkaufs- und Stadtzentrum. Die Wiederaufstellung erfolgte am 18. April 2019.

Oguibe erhielt u.a. 2017 den Arnold-Bode-Preis. Das Monument gilt als eines der nachhaltig diskutierten Außenwerke der documenta-Geschichte.

Foto S.Özoguz (2025 n.Chr.)

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