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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Ayatollah Sayyid Abdulkarim Hascheminedschad war
ein Geistlicher, Prediger, Autor, Hawza-Lehrer und einer der
Gründer der
Islamisch
Republikanischen Partei (IRP) in
Maschhad.
Ayatollah Sayid Abdulkarim Hascheminedschad
wurde am 5. Mordad 1311 (27. Juli 1933 n.Chr.) als Sohn von Sayyid Hasan in der Ortschaft Behschahr
in der Provinz
Mazandaran geboren. Mit 10 Jahren lernte er an einer 6 km
entfernten Religionshochschule bei Muhammad Kuhestani in der
Hawza
des Dorfes Kuhestan. Später ging er nach
Qum.
Zu seinen Lehrern der Abschlusslehren gehörte
Ayatollah Boroudscherdi,
Allama Sayyid Muhammad Husain Tabatabai und
Imam
Chomeini.
Er erreichte bereits im Alter von etwa 27 Jahren den Rang
der
selbständigen Rechtsfindung [idschtihad]. Zeitweise hielt
er sich auch in
Nadschaf. Nach dem Ableben von
Ayatollah Boroudscherdi 1962 ging er nach
Maschhad und blieb dort. Er fing an höhere Lehren zu
lehren und übernahm später die Seminare des verstorbenen
Ayatollah Milani.
In
Maschhad profilierte er sich nicht nur als klassischer
Geistlicher, sondern besonders als Dozent und Debattenredner
für junge Menschen, vor allem für Schüler und Studenten. Die
Quellen heben hervor, dass er sich neben den traditionellen
Religionswissenschaften auch mit zeitgenössischen Fragen und
modernen intellektuellen Strömungen beschäftigte. Ein Teil
seiner späteren Bücher ging direkt aus solchen Unterrichts-
und Diskussionsreihen hervor.
Eines der wichtigsten historischen und politischen
Ereignisse seines Lebens im Laufe von 15 Jahren des Kampfes
gegen das Pahlavi-Regimes war seine Teilnahme an dem Aufstand
am 6. April 1963, der zu seiner Festnahme und
Inhaftierung für 41 Tage in
Teheran geführt hat. Zwischen 1963 und 1978 wurde er
insgesamt fünfmal verhaftet.
Nachdem er in
Maschhad weitgehend mit Predigtverbot belegt worden war,
wich er auf andere Städte aus. 1971 wurde er nach einer Serie
von zehn Vorträgen in
Schiraz über die Ursachen des Rückstands der
Muslime erneut verhaftet und anschließend im ganzen Land
mit einem dauerhaften Predigtverbot belegt.
Eine weitere schwere Repressionsphase traf ihn 1975 n.Chr.
Am 18. Tir 1354 ( 9. Juli 1975) wurde er zusammen mit
Ayatollah Abbas Waizh Tabassi und anderen Aktivisten wegen
„Gefährdung der Staatssicherheit“ festgenommen. Am 2. Dey 1354
(23. Dezember 1975) wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt.
Seine letzte Verhaftung erfolgte am 22. Khordad 1357 (12. Juni
1978), in der Hochphase der revolutionären Mobilisierung. Er
kam jedoch schon nach einem Tag wieder frei, nachdem Anhänger
in
Maschhad protestiert hatten. Er gehörte zu den wichtigsten
Mobilisatoren der
Islamischen Revolution in
Maschhad und der weiteren Region
Chorasan.
Ayatollah Hascheminedschad war ein produktiver Autor. Seine
Schriften verbanden klassische islamische Themen mit
apologetischen und zeitkritischen Fragen. Zu seinen
bekanntesten Werken zählen unter anderem
 | „Monāzere-ye Doktor va Pir“ („Dialog eines Doktors und
eines Alten“) |
 | „Darsi ke Hoseyn be Ensānhā Āmukht“ („Die Lehre, die
Husain die Menschen lehrte“) |
 | „Masā’el-e ʿAsr-e Mā“ („Die Fragen unserer Zeit“) |
 | „Rahbarān-e Rāstin“ („Die rechten Führer“) |
 | „Qorʾān va Ketābhā-ye Digar-e Āsemāni“ („Der Koran und
andere himmlische Bücher“) |
 | „Velāyat-e Faqih“ (Statthalterschaft des
Rechtsgelehrten) |
 | „Zahrā, Maktab-e Moqāvemat“ (Zahra, die Schule des
Widerstandes) |
 | „Resālat-e Enqelābi-ye Emām Hoseyn“ (Botschaft der
Revolution Imam Husains) |
Inhaltlich bewegte sich Ayatollah Hascheminedschad in einem
Feld, das für viele revolutionäre Geistliche der 1960er und
1970er Jahre n.Chr. typisch war: Verteidigung des
Islam
gegen Materialismus und Säkularismus, religiöse Ansprache der
Jugend, politische Deutung der
schiitischen Heilsgeschichte und Mobilisierung gegen den
Schah.
Nach dem Sieg der
Islamischen Revolution im Jahr 1979 arbeitete er für die
Gewinnung von Jugendlichen für die Ideale der
Islamischen Republik Iran. Er war vor allem als Sekretär
der
Islamisch Republikanischen Partei (IRP) in
Maschhad und als eine der prägenden religiös-politischen
Figuren
Chorasans bekannt. Als Vertreter
Mazandarans wurde er in die
Expertenversammlung [madschlis-e-chobregaan] gewählt.
Ayatollah Hascheminedschad wurde am 7. Mehr 1360 (29.
September 1981) im Büro der
Islamisch
Republikanischen Partei (IRP) in der damaligen
Eshratabad-Straße in
Maschhad Ziel eines tödlichen Anschlags. Dort wurde um ca.
8 Uhr von einem eingeschleusten Mitglied der
Terrororganisation Volkmudschahedin (MEK/MKO) namens Hadi
Alavi eine Granate gezündet. Ayatollah Hascheminedschad wurde
schwer verletzt, in ein Krankenhaus gebracht und starb dort an
den Folgen der Verletzungen.
Er wurde anschließend im Dar al-Salam-Riwaq des Schreins
von
Imam Ridha Mausoleum in
Maschhad beigesetzt. In der Erinnerungskultur gilt er
seither als „Märtyrer
(Schahid) Hascheminedschad“. Der internationale Flughafen von
Mashhad trägt heute seinen Namen: Flughafen Schahid Hascheminedschad.