Nasser-Eddine
Sayed Nasser-Eddine al-Hassani

Aussprache: sayyid naßir ad-diyn al-Hasani
arabisch:
السيد نصر الدين الحسني
persisch:
سید نصر الدين حسنی
englisch:
Sayyid Nasir ad-Din al-Hasani

1386 - 23.8.1447 n.d.H.
1967 - 12.2.2026 n.Chr.

.Bücher zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.

Sayed Nasser-Eddine al-Hassani war einer der bekanntesten islamischen Gelehrten in Deutschland.

Er ist 1967 in Algerien in einer sunnitische Familie mit Liebe zu Ahl-ul-Bait (a.) geboren und hat dort seine Schulausbildung bis zum Gymnasium absolviert. Mit dem Sieg der Islamischen Revolution 1979 n.Chr. kam er in Kontakt mit der Schia.

Über den Libanon wo er die Schia vertiefen konnte, wechselte er an die Hawza in Qum. Er vollendete seine Ausbildung zum Hudschat-ul-Islam.

Während des Studiums lernte er seine deutsch-spanische Ehefrau kennen, die ebenfalls in Qum studiert hat. Anschließend erfolgte die Einreise nach Deutschland, weil er für sich und seine Ehefrau beschlossen hatte Aufklärungsarbeit (Tabligh [تبليغ]) in Deutschland zu leisten. Diese Tätigkeit dient der Vermittlung islamischer Werte und der Förderung von Einheit, Respekt und Verantwortungsbewusstsein im gesellschaftlichen Miteinander.

Er lebte seither vor allem in Westdeutschland und wurde eingebürgert. Er hat insbesondere in Nordrhein-Westfalen viele Gemeinden geleitet. Manchmal leitete er zwei Freitagsgebete in benachbarten Städten nacheinander. Er war viele Jahre in Münster tätig, wo er vielen Schikanen der Behörden ausgesetzt war. Das Verbot der Imam Mahdi Zentrums Münster hat er Vorort miterlebt, obwohl er im Jahr 2021 n.Chr. aus familiären Gründen nach Delmenhorst gezogen ist. Er befand sich in Münster und gleichzeitig wurde seine Wohnung in Delmenhorst durchsucht und heilige Gelder entzogen, ohne dass er jemals eine Straftat begangen hat und stets zur Rechtstreue aufrief.

Nachdem fast alle libanesischen und iranischen Theologen Deutschland verlassen mussten und die verbliebenen geschwiegen haben, war er einer der wenigen, die die Liebe zur Statthalterschaft des Rechtsgelehrten [wilayat-ul-faqih] immer ohne Scheu ausgedrückt haben. Da es kaum noch arabischsprachige Theologen der Schia in Deutschland gab, musste er viele rituelle Vollkörperreinigung des Verstorbenen durchführen, einige Ehen schließen und Scheidungen aussprechen. Er hat die muslimische Gemeinschaft in bedeutender Weise unterstützt, indem er Eheschließungen und Scheidungen betreut und begleitet hat. Darüber hinaus engagierte er sich stark im sozialen Bereich: Besonders bei familiären Konflikten vermittelte er und stand Menschen in schwierigen Lebenssituationen beratend und unterstützend zur Seite. Zu seinen früheren Aktivitäten gehörte auch die Gruppenleitung bei der Pilgerfahrt [hadsch].

Er sprach Arabisch, Persisch, Französisch und Deutsch. Im Monat Ramadan und zu Aschura wurde er immer nach Frankreich und Belgien zu französischsprachigen Gemeinden eingeladen. Er war immer mit großer Liebe zu Imam Chomeini und Imam Chamenei sowie seinen Märtyrer-Anhängern. Selbst in seinen letzten Tagen hat er Besucher immer wieder darauf aufmerksam gemacht, Imam Chamenei  nicht im Stich zu lassen, weil er sich viele Sorgen um die Iraner gemacht hat. Bei seiner letzten öffentlichen Ansprache, bei der er persönlich anwesend war und die er unter großen Mühen zum Geburtstag von Imam Mahdi (a.) am 7. Februar 2026 von der ihm nahe stehenden Gemeinde in Delmenhorst gehalten hat, hat er sich von allen Teilnehmern verabschiedet. Er hatte keine Stimme mehr und hat alle Anwesenden gefragt, ob er noch Schulden bei ihnen habe (wie Prophet Muhammad (s.) es getan hatte), und allen war klar, dass es seine letzte Rede sein wird.

Nach über zwei Jahren schwerer Krankheit ist er am Morgen des 23. Schaban 1447, Do. 12. Februar 2026 (einen Tag nach den Revolutionsfeierlichkeiten in der Islamischen Republik Iran) zu Allah zurückgekehrt. Er war 36 Jahre verheiratet und hinterlässt Ehefrau, 3 Töchter, 2 Söhne und 6 Enkel.

Er wurde am 15. Februar 2026 auf eigenen testamentarischen Wunsch in den Libanon, wo sein neues Leben mit der Schia begann, überführt und am 16. Februar 2026 in Baalbek auf dem Friedhof An-Nabi Schayt beigesetzt. Seine Familie und viele seiner Anhänger aus Deutschland sind zu diesem Zweck mitgereist.

Allein in Deutschland wurden in mindestens einem Dutzend Städten Trauerveranstaltungen für ihn abgehalten. Weitere Veranstaltungen gab es in Frankreich, Belgien, London, Algerien, Libanon und Iran.

Links zum Thema

bullet Sayed Nasser-Eddine al-Hassani - Bildergalerie

© seit 2006 - m-haditec GmbH - info@eslam.de