Ibn Abd Rabbih
Ibn Abdurraab

Aussprache: ibn abdurrabi
arabisch:
بن عبد ربه
persisch:
بن عبد ربه
englisch:
Ibn ʿAbd Rabbih

246 - 328 n.d.H.
860 - 949 n.Chr.

Foto: Sein Hauptwerk Al-Iqd al-Farid

Ibn ʿAbd Rabbih, häufig etwas ungenau „Ibn Abdurraab“ ausgesprochen, war ein bedeutender andalusisch-arabischer Dichter, Literat und Gelehrter. Er ist vor allem als Verfasser des enzyklopädischen Adab-Werkes al-ʿIqd al-Farīd bekannt.

Sein vollständiger Name lautet: أبو عمر أحمد بن محمد بن عبد ربه القرطبي Abu Umar Ahmad ibn Muhammad ibn Abd Rabbih al-Qurdubi.

Er wurde im Jahr 246 n.d.H. (860 n. Chr.) in Cordoba geboren und starb dort 328 n.d.H. (940 n. Chr.). Der Name Ibn Abd Rabbih bedeutet wörtlich: „Sohn des Abd Rabbih“ und Abd Rabbih heißt „Diener seines Herrn“. Die übliche wissenschaftliche Umschrift ist daher Ibn Abd Rabbih. Dennoch wird er oft fälschlicherweise als „Ibn Abdurraab“ wiedergegeben.

Ibn Abd Rabbih lebte im islamischen Andalusien unter der Herrschaft der Umayyaden von Cordoba. Seine Familie soll von einem freigelassenen Sklaven des umayyadischen Herrscherhauses abgestammt haben. Er gehörte somit nicht selbst zur umayyadischen Dynastie, war aber eng mit deren kulturellem und höfischem Umfeld verbunden.

Er erhielt in Córdoba eine breite klassische Ausbildung. Dazu gehörten wahrscheinlich: arabische Sprache und Grammatik, Dichtung, Geschichte und Genealogie, Hadith und religiöse Überlieferung, islamische Rechtslehre, Koranexegese, Redekunst und höfische Bildung.

Er war berühmt als Adib. Der Begriff Adib bezeichnet in der klassischen arabischen Kultur einen umfassend gebildeten Literaten: jemanden, der Sprache, Poesie, Geschichte, Anekdoten, Politik, Ethik und gesellschaftliche Umgangsformen beherrscht.

Ibn ʿAbd Rabbih stand dem umayyadischen Hof von Córdoba nahe. Er schrieb Lobgedichte für Herrscher und hochrangige Persönlichkeiten und genoss den Ruf eines gelehrten Hofdichters. Er lebte unter mehreren umayyadischen Emiren beziehungsweise Kalifen, besonders in der Zeit von: Abdallah ibn Muhammad (herrschte 888-912 n.Chr.) und Abdurrahman III. (912-929 n.Chr.).

Seine Werke zeigen, dass er die politische und literarische Kultur des arabischen Ostens sehr gut kannte, obwohl er selbst offenbar nicht oder nur wenig in den Osten reiste. Einen großen Teil seines Wissens gewann er aus Büchern und aus der andalusischen Gelehrtentradition.

Als sein Hauptwerk gilt Al-Iqd al-Farid. Neben seinem Hauptwerk war Ibn ʿAbd Rabbih ein anerkannter Dichter. Er verfasste Lobgedichte, Liebesdichtung, Weisheitsgedichte, Klagegedichte und religiös gefärbte Gedichte.

In späteren Lebensjahren soll er einen Teil seiner früheren Liebes- und Unterhaltungsdichtung bereut und eine Gegendarstellung geschrieben haben. Dabei dichtete er religiöse oder moralische Gegengedichte zu Versen seiner Jugend.

In seinen letzten Lebensjahren litt Ibn Abd Rabbih nach biografischen Berichten an einer Lähmung oder schweren körperlichen Erkrankung. Er starb 940 n.Chr. in Cordoba im Alter von ungefähr 80 Jahren.

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