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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Hermann Jansen war ein deutscher Architekt, Stadtplaner und
Hochschullehrer, der auch in der
Türkei gewirkt hat.
Er ist am 28. Mai 1869 in Aachen als Sohn des schon 1871
verstorbenen Konditors Franz Xavier Jansen und dessen Ehefrau
Maria Anna Catharina Jansen geboren. Nach dem Abitur studierte
er Architektur und Städtebau an der Rheinisch-Westfälischen
Technischen Hochschule Aachen. Nach seinem Abschluss im
Jahre 1893 n.Chr. arbeitete er in einem Architekturbüro in
Aachen. Berühmt wurde er, als er einen Architektenwettbewerb
für den Bismarckturm in Remscheid im Jahr 1897 gewann. Er zog
später nach Berlin. 1918 wurde Jansen in die Preußische
Akademie der Künste in Berlin und in ihren Senat aufgenommen
und erhielt den Titel Professor und erhielt nach und nach
verschiedene Lehrstühle.
Seine Zusammenarbeit mit der Türkei begann in den 1920er
Jahren und dauerte bis in die 1940er Jahre, während er
maßgeblich an der Gestaltung und Modernisierung türkischer
Städte beteiligt war.
Einer der bedeutendsten Beiträge von Hermann Jansen zur
türkischen Architekturgeschichte war die Erstellung des
Stadtplans für
Ankara, der 1932 offiziell verabschiedet wurde. Dieser
Plan folgte einem Wettbewerb, den Jansen gewann, als die neue
Hauptstadt der jungen Türkischen Republik modernisiert und
ausgebaut werden sollte. Jansen entwarf ein Konzept, das sich
auf eine moderne, gut organisierte und weitläufige
Stadtstruktur konzentrierte. Seine Pläne beinhalteten die
Anlage von breiten Straßen, Plätzen, Parks und öffentlichen
Gebäuden. Der Plan sah eine klare Trennung zwischen
Wohngebieten, Regierungsvierteln und anderen funktionalen
Bereichen vor. Besonders wichtig war die Schaffung von
großzügigen Grünflächen und Erholungsgebieten. Jansen legte
großen Wert darauf, die natürliche Topographie der Stadt in
seinen Entwurf zu integrieren, um der Stadt ein harmonisches
und naturnahes Erscheinungsbild zu geben.
Jansen war nicht nur für
Ankara tätig, sondern arbeitete auch an der Planung
anderer türkischer Städte, darunter
Izmir
und Kayseri. Jansen arbeitete eng mit der türkischen Regierung
zusammen.
Obwohl Jansen eine moderne Stadtplanung vertrat, versuchte
er auch, einige der traditionellen Elemente der osmanischen
Architektur und Stadtplanung in seine Entwürfe zu integrieren.
Dies war besonders wichtig, um die kulturelle Identität der
Städte zu bewahren, während sie modernisiert wurden.
Im Jahr 1939 wurde ihm die Goethe-Medaille für Kunst und
Wissenschaft verliehen.
Hermann Jansen starb am 20. Februar 1945 in Berlin im Alter
von 75 Jahren. Die Beisetzung erfolgte auf dem Friedhof
Heerstraße in Berlin-Westend.