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zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Ercüment Kalmik (Kalmık) war ein bedeutender türkischer Maler
der frühen Republikzeit, der vor allem für seine Porträts,
Landschaften und Innenraumszenen bekannt ist und zu den
prägenden Figuren der akademisch-modernen Malerei in der
Türkei zählt.
Er ist 1908 n.Chr. in Istanbul
geboren und 1971 in seiner Heimatstadt gestorben.
Ercüment Kalmık studierte an der Sanayi-i Nefise Mektebi
(der späteren İstanbul Devlet Güzel Sanatlar Akademisi), dem
Zentrum der klassischen und modernen Kunstausbildung im
Osmanischen Reich und in der
frühen Republik.
Wie viele Künstler seiner Generation stand er unter dem
Einfluss der sogenannten „1914-Generation“ (u. a.
Ibrahim Tschalli (İbrahim
Çallı)), ohne dieser Gruppe zeitlich direkt anzugehören.
Er übernahm die solide akademische Zeichnung, kombinierte sie
jedoch mit einer freieren, moderneren Farb- und
Lichtbehandlung. Ein Auslandsstudium (vor allem in Frankreich)
erweiterte seinen Blick auf westliche Malerei, insbesondere
auf Impressionismus und postimpressionistische Farbauffassung.
Sein künstlerisches Werk umfasste Porträtmalerei,
Landschaften und Stadtansichten sowie Innenräume und
Stillleben.
Kalmık galt als hervorragender Porträtist. Seine Porträts
zeichnen sich aus durch psychologische Tiefe, ruhige,
konzentrierte Komposition und zurückhaltende, aber
differenzierte Farbigkeit. Er porträtierte sowohl
Persönlichkeiten des kulturellen Lebens als auch anonyme
Figuren aus dem Alltag.
Ein weiterer Schwerpunkt waren Istanbul-Ansichten sowie
Natur- und Küstenlandschaften. Als typisch für ihn gelten
atmosphärisches Licht, harmonische Farbflächen und der
Verzicht auf dramatische Effekte zugunsten von Stimmung und
Ruhe. Seine Innenraumbilder zeigen bürgerliche Wohnkultur,
stille, intime Szenen und ein feines Gespür für Raum, Textur
und Licht.
Ercüment Kalmık gehört zu jener Generation, die zwischen
Akademietradition und Moderne vermittelte, keine radikale
Avantgarde verfolgte, aber die türkische Malerei ästhetisch
konsolidierte.
Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit war Kalmık auch
als Lehrer und Mentor tätig. Er prägte jüngere Künstler durch
Betonung solider Grundlagen (Zeichnung, Komposition) und seine
Offenheit für individuelle stilistische Entwicklung.
Viele Werke von Ercüment Kalmık befinden sich heute in o
staatlichen Sammlungen, Museumsbeständen und privaten
Kollektionen in der Türkei. Er gilt als leiser, aber wichtiger
Vertreter der republikanischen Kunstgeneration.
Sein Gemälde „Dorf mit schiefen Minarett“
(Eğri Minareli Köy) befindet sich im
Staatlichen Kunst- und Skulpturenmuseum Ankara (siehe
Foto).

Foto Y.Özoguz (2104 n.Chr.)