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Scheich Abd-ul-Mahdi al-Kerbelai, häufig auch Abd-al-Mahdi
as-Salami al-Karbalai genannt, ein irakischer
Geistlicher [ulama], der als langjähriger Vertreter
Großayatollah Ali Sistanis in
Kerbela bekannt ist.
Seit dem Sturz
Saddams 2003 n.Chr. gehört er zu den sichtbarsten
Übermittlern der Stellungnahmen der schiitischen religiösen
Autorität von
Nadschaf.
Sein Familienname lautet as-Salami und der
Abstammungsname al-Kerbelai. Das bedeutet „der aus
Kerbela“ beziehungsweise „der mit Kerbela Verbundene“. Unter
diesem Herkunftsnamen ist er praktisch ausschließlich bekannt.
Bei seinem Geburtsjahr besteht Unsicherheit, aber in der
Regel wird von 1955 n.Chr. ausgegangen. Auch über seine Ehe,
Kinder und sein privates Familienleben sind kaum belastbare
öffentliche Angaben verfügbar.
Al-Karbalai gehört zur traditionellen
Hawza.
Seine öffentliche Stellung zeigt, dass er eine umfassende
Ausbildung in den üblichen Disziplinen durchlaufen hat. Eine
verlässlich dokumentierte Liste seiner Lehrer, Studienorte und
akademischen Stufen liegt in allgemein zugänglichen
Primärquellen allerdings nicht vor. Er ist kein
Vorbild der Nachahmung. Seine zentrale Bedeutung beruht
auf seiner Funktion als autorisierter Repräsentant des
Vorbilds der Nachahmung
Großayatollah Ali Sistani und als Leiter beziehungsweise
Aufseher des
Imam Husain Mausoleum.
Al-Karbalai formulierte manche Predigten selbst. Bei
besonders bedeutsamen politischen oder gesellschaftlichen
Fragen machte er jedoch ausdrücklich deutlich, dass er einen
Text aus dem Büro
Sistanis in
Nadschaf verlas. Offizielle Predigttexte beginnen dann
etwa mit der Aussage: „Wir verlesen euch zunächst den Text,
der uns aus dem Büro Seiner Eminenz erreicht hat.“
Al-Karbalai ist seit 2003 n.Chr. Verwalter des
Imam Husain Mausoleums. Unter seiner Aufsicht wurde der
Schrein nach 2003 stark ausgebaut. Dazu gehören Erweiterungen
des Heiligtums, neue Höfe und Zugänge sowie medizinische,
erzieherische und soziale Einrichtungen. Zu den besonders
großen Bauprojekten zählt die Erweiterung durch den Zainab-Hof
und weitere geplante beziehungsweise begonnene
Schreinbereiche.
Al-Karbalai leitet oft das
Freitagsgebet [salat-ul-dschuma] am
Imam Husain Mausoleum. Nach der militärischen Niederlage
des IS (Daesch) verlas er im Dezember 2017 im
Imam-Husain-Schrein die sogenannte Siegespredigt. Darin wurden
die irakischen Streitkräfte, Freiwilligen, Verwundeten und
Familien der Getöteten gewürdigt. Zugleich wurde vor
Machtmissbrauch und einer politischen Ausbeutung des Sieges
gewarnt. Sein Predigtstil ist gewöhnlich ruhig, didaktisch und
institutionell.
Nach Berichten vom 9. Juli 2026 leitete Scheich
Abd-ul-Mahdi al-Kerbelai im Hof des
Imam Husain Mausoleums in
Kerbela ein
Ritualgebet für Verstorbene über den Leichnam
Imam
Sayyid Ali Chameneis.