Kyros-Zylinder
Kyros-Zylinder

Aussprache: ustuwaanat kuurusch
arabisch:
أسطوانة كورش
persisch:
استوانهٔ کوروش
englisch:
Cyrus Cylinder

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Der Kyros-Zylinder ist ein Ton­Zylinder aus dem 6. Jh. v. Chr. mit einer Keilschriftinschrift in akkadischer Sprache. Er stammt aus der Zeit des persischen Königs Kyross II.,dem Gründer des Achämenidenreichs.

Er gilt als eines der berühmtesten Artefakte des Alten Orients. Er wurde 1879 in Babylon gefunden. Der heutige Aufbewahrungsort ist das  British Museum in London.

Der Tonzylinder ist ca. 23 cm lang und mit Keilschrift beschrieben. Er diente ursprünglich als Grundstein bzw. Weiheobjekt, das in die Fundamente von Gebäuden eingelegt wurde. Die Inschrift ist propagandistisch und stellt Kyross II. Machtübernahme in Babylon (539 v. Chr.) dar. Sie enthält im Wesentlichen:

bulletKritik an Nabonid, dem letzten babylonischen König. Er habe die Götter nicht respektiert und das Land in Unordnung gebracht.
bulletDarstellung Kyross II. als rechtmäßiger, gottgesandter Herrscher. Er wird als von Marduk, dem babylonischen Hauptgott, erwählt dargestellt.
bulletRückgabe der von Nabonid entfernten Götterbilder. Kyros berichtet, er habe die Götterstatuen in ihre Heimatstädte zurückgeführt.
bulletWiederherstellung von Tempeln und Kulten. Ein Bild des Königs als Wiederhersteller von Ordnung und Religion.
bulletEntlassung von Gefangenen / Rückführung von Bevölkerung

Oft wird der Zylinder als Beleg dafür interpretiert, dass Kyros verschleppte Völkerschaften in ihre Heimat zurückgehen ließ. Dies wird traditionell mit der Rückkehr der Juden aus dem babylonischen Exil in Verbindung gebracht (Bibel: Esra 1:1–4), auch wenn der Zylinder die Juden nicht ausdrücklich erwähnt.

Der Kyros-Zylinder wird häufig als „früheste Erklärung der Menschenrechte“ bezeichnet. Dies ist ein moderne, symbolische Interpretation, die vor allem in der Populärkultur verbreitet ist. Historisch betrachtet ist der Text eher eine königliche Propaganda im Stil altorientalischer Herrschaftslegitimation. Aber er zeigt tatsächlich eine vergleichsweise tolerante Religionspolitik und einen Respekt vor lokalen Kulturen, der für die Antike ungewöhnlich offen erscheint. Kyross II. ließ auf den Tonzylinder schreiben: „Ich gewährte allen Menschen die Freiheit, ihre eigenen Götter zu verehren; ich ließ zerstörte Städte wieder aufbauen und duldete keine Unterdrückung …“.

Eine Kopie des Zylinders steht im UN-Hauptquartier.

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