.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Minab ist eine Stadt im Süden der
Islamischen Republik Iran und Verwaltungssitz des
gleichnamigen Kreises in der Provinz
Hormozgan.
Die Stadt liegt im Hinterland der nördlichen Küste des
Golfs von Oman, rund 25 km landeinwärts, östlich von
Bandar Abbas und unweit der strategisch wichtigen Region
der Straße von Hormus.
Das Umland steigt von der Küstenebene bis in höhere
Bergzonen auf; der Norden und Nordosten des Kreises sind
gebirgig, während die zentralen und westlichen Teile eine
Ebene bilden. Der Minab-Fluss, ein rund 240 km langer
Wasserlauf, durchquert die Stadt und mündet schließlich in den
Golf von Oman.
Das Klima ist heiß und feucht mit Temperaturspannen von
etwa 6 °C im Winter bis 48 °C im Sommer sowie einen
durchschnittlichen Jahresniederschlag von rund 253 mm. Die
Vegetation des Umlandes umfasst unter anderem
Mangrovenbestände, Tamarisken, Tragant, Mandelbäume und
Saxaulgewächse.
Der Name Minab wird in der Forschung auf Qalʿa-ye Minā,
also die „Burg Minā“, zurückgeführt. In frühen europäischen
Quellen begegnen Varianten wie Minao, Minau, Minav, Minaw oder
Minnow. Historisch stand die Gegend in engem Zusammenhang mit
Hormus/Hormuz, also der alten Handels- und
Herrschaftslandschaft am Eingang des Persischen Golfs.
Die Region ist wesentlich älter besiedelt als die moderne
Stadtgestalt vermuten lässt. Archäologische Hinweise reichen
bis in die Mittelpaläolithik zurück. Außerdem sind
Keramikfunde aus dem 3. Jahrtausend v. Chr.,
arsakidisch-sasanidische Keramik und frühmittelalterliche
Handelskontakte belegt. Damit gehört das Gebiet von Minab zu
den alten Siedlungsräumen Südostirans.
Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit spielte Minab
eine Rolle im Umfeld des Königreichs Hormuz. Die Burg von
Minab wird 1318 n.Chr. als Zufluchtsort eines Herrschers von
Hormuz erwähnt. Im Jahr 1397 fiel Minab an einen Sohn
Tamerlans (Timur Lenk). Nach der portugiesischen Expansion
in Hormuz erscheint Minab im frühen 16. Jh. n.Chr. als eines
der Außengebiete der portugiesisch kontrollierten
Hormuz-Struktur. 1552 diente es während eines osmanischen
Angriffs auf Hormuz als Zufluchtsort für portugiesische
Familien; 1602 wurde es schließlich in den Herrschaftsbereich
der
Safawiden einbezogen.
Die Wirtschaft Minabs beruht traditionell auf
Landwirtschaft, Fischerei und Handwerk. Besonders bedeutend
ist die Dattelwirtschaft. Daneben werden unter anderem Mangos,
Bananen, Zitronen, Weizen und Gerste angebaut. Wegen des
Klimas kommen manche Sommerfrüchte in Minab 40 bis 50 Tage
früher auf den Markt als im iranischen Landesdurchschnitt, was
der Region einen wirtschaftlichen Vorteil verschafft.
Zu den traditionellen Handwerken zählen Goldstickerei,
Mattenflechterei, Töpferei und die Herstellung lokaler
Matratzen- und Polsterwaren. Moderne Industrie ist nur
begrenzt entwickelt, vor allem Lebensmittelverarbeitung und
Zitronensaftproduktion.
Minab gilt innerhalb
Hormozgan als eine Stadt mit stark ausgeprägten lokalen
Traditionen. Ein wichtiges historisches Bauwerk ist die Burg
Hezāreh, auch Bibi Minu genannt. Lokale Überlieferungen
verbinden die Gründung der Stadt mit zwei Frauenfiguren, Bibi
Minu und Bibi Nazanin. Die Burg wird als Lehm- und Ziegelbau
mit Verteidigungsfunktion beschrieben und zählt zu den
bekanntesten baulichen Relikten der Stadt.
Traurige überregionale Berühmtheit erlangte die Stadt durch
die Bombardierung der
Schadschara Tayyiba Schule durch die USA, wodurch der
Irankrieg 2026 eröffnet worden ist.