Minab
Minab

Aussprache: minaab
arabisch:
میناب
persisch:
میناب
englisch: Minab

Foto: Burg Hezāreh (ISNA 2023 n.Chr.)

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Minab ist eine Stadt im Süden der Islamischen Republik Iran und Verwaltungssitz des gleichnamigen Kreises in der Provinz Hormozgan.

Die Stadt liegt im Hinterland der nördlichen Küste des Golfs von Oman, rund 25 km landeinwärts, östlich von Bandar Abbas und unweit der strategisch wichtigen Region der Straße von Hormus.

Das Umland steigt von der Küstenebene bis in höhere Bergzonen auf; der Norden und Nordosten des Kreises sind gebirgig, während die zentralen und westlichen Teile eine Ebene bilden. Der Minab-Fluss, ein rund 240 km langer Wasserlauf, durchquert die Stadt und mündet schließlich in den Golf von Oman.

Das Klima ist heiß und feucht mit Temperaturspannen von etwa 6 °C im Winter bis 48 °C im Sommer sowie einen durchschnittlichen Jahresniederschlag von rund 253 mm. Die Vegetation des Umlandes umfasst unter anderem Mangrovenbestände, Tamarisken, Tragant, Mandelbäume und Saxaulgewächse.

Der Name Minab wird in der Forschung auf Qalʿa-ye Minā, also die „Burg Minā“, zurückgeführt. In frühen europäischen Quellen begegnen Varianten wie Minao, Minau, Minav, Minaw oder Minnow. Historisch stand die Gegend in engem Zusammenhang mit Hormus/Hormuz, also der alten Handels- und Herrschaftslandschaft am Eingang des Persischen Golfs.

Die Region ist wesentlich älter besiedelt als die moderne Stadtgestalt vermuten lässt. Archäologische Hinweise reichen bis in die Mittelpaläolithik zurück. Außerdem sind Keramikfunde aus dem 3. Jahrtausend v. Chr., arsakidisch-sasanidische Keramik und frühmittelalterliche Handelskontakte belegt. Damit gehört das Gebiet von Minab zu den alten Siedlungsräumen Südostirans.

Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit spielte Minab eine Rolle im Umfeld des Königreichs Hormuz. Die Burg von Minab wird 1318 n.Chr. als Zufluchtsort eines Herrschers von Hormuz erwähnt. Im Jahr 1397 fiel Minab an einen Sohn Tamerlans (Timur Lenk). Nach der portugiesischen Expansion in Hormuz erscheint Minab im frühen 16. Jh. n.Chr. als eines der Außengebiete der portugiesisch kontrollierten Hormuz-Struktur. 1552 diente es während eines osmanischen Angriffs auf Hormuz als Zufluchtsort für portugiesische Familien; 1602 wurde es schließlich in den Herrschaftsbereich der Safawiden einbezogen.

Die Wirtschaft Minabs beruht traditionell auf Landwirtschaft, Fischerei und Handwerk. Besonders bedeutend ist die Dattelwirtschaft. Daneben werden unter anderem Mangos, Bananen, Zitronen, Weizen und Gerste angebaut. Wegen des Klimas kommen manche Sommerfrüchte in Minab 40 bis 50 Tage früher auf den Markt als im iranischen Landesdurchschnitt, was der Region einen wirtschaftlichen Vorteil verschafft.

Zu den traditionellen Handwerken zählen Goldstickerei, Mattenflechterei, Töpferei und die Herstellung lokaler Matratzen- und Polsterwaren. Moderne Industrie ist nur begrenzt entwickelt, vor allem Lebensmittelverarbeitung und Zitronensaftproduktion.

Minab gilt innerhalb Hormozgan als eine Stadt mit stark ausgeprägten lokalen Traditionen. Ein wichtiges historisches Bauwerk ist die Burg Hezāreh, auch Bibi Minu genannt. Lokale Überlieferungen verbinden die Gründung der Stadt mit zwei Frauenfiguren, Bibi Minu und Bibi Nazanin. Die Burg wird als Lehm- und Ziegelbau mit Verteidigungsfunktion beschrieben und zählt zu den bekanntesten baulichen Relikten der Stadt.

Traurige überregionale Berühmtheit erlangte die Stadt durch die Bombardierung der Schadschara Tayyiba Schule durch die USA, wodurch der Irankrieg 2026 eröffnet worden ist.

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