.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Mohammad Baqer Istarabadi, bekannt als Mir Damad (bzw.
Mirdamad), war ein bekannter
islamischer Philosoph im
Iran
aus der Zeit zu Beginn des 17. Jh. n.Chr.
Er hat zur Zeit der
Safawiden gelebt und kam circa 1020
n.d.H. im iranischen
Isfahan auf die Welt. Es ist unter anderem auch ihm zu
verdanken, dass die theologische Hochschule in
Isfahan zum Zentrum der rationalen islamischen
Wissenschaften wurde. Sein bekanntester Schüler, der namhafte
Mulla
Sadra, war deswegen von
Schiraz nach
Isfahan übergesiedelt. Das Isfahaner Theologiezentrum
zeichnete sich dadurch aus, dass es ernsthaft auch neue Themen
behandelte.
Mir Damad hat der Islamischen Welt zahlreiche Werke in der
Philosophie hinterlassen. Er widmete sich dabei vor allen
Dingen der Beweisführung für die
Einheit [tauhid]
Gottes, die
Erkenntnis und das
Imamat. In einer seiner
Abhandlungen stellt er die Lehre von Aristoteles über die von
Platon. Bekannt ist vor allen Dingen sein Werk Al-Qabasat. In
diesem schneidet er eine neue Debatte über die
Existenz der Welt an und fragt
sich, ob diese Welt immer bestanden hat oder in einem
bestimmten Abschnitt der Zeit hervorgerufen wurde. Mir Damad
ist davon überzeugt, dass zwischen der verborgenen
überirdischen Welt und der irdischen eine weitere Welt
existiert. Er nennt sie Alim Dahr und versteht darunter das
Reich der Beziehungen zwischen der verborgenen und der
materiellen Welt. In dieser Zwischenwelt sieht er den
Ausgangspunkt für Bewegung und Handeln in der irdischen. Er
setzt sich in diesem Buch Al-Qabasat mit den Attributen
Gottes wie Wille, Macht und
Vorhersehung auseinander.
Ein weiteres Werk des Mir Damad ist Isalat. In diesem Werk
behandelt er 20 verschiedene Problemfragen verschiedener
Bereiche - von der
Mathematik,
der Astronomie und der
Scholastik bis zu der Philosophie, dem
islamischen Recht [scharia]
und der
Logik.
Sein "Scharh-i Muqadama Taqwim ul-Iman" (Kalender des
Glaubens) ist eines seiner bedeutendsten Werke. Er erläutert
darin eine Reihe von
Überlieferungen des
Prophet
Muhammad (s.)*** über die Vorzüge und die Nachfolgerschaft
Imam Alis, nimmt zu den Ansichten der Gegner, die das Wissen
Imam Alis abstreiten, Stellung, und erklärt die Ausführungen
dieses Imams über Gotterkenntnis, Vorsehung, Zwang und
Entscheidungsfreiheit sowie den göttlichen Willen. Auf diese
Weise versucht er denen zu antworten, die fälschlich Imam Ali
als einen Menschen ohne Wissen vorstellen.
Auch wenn Mirdamad nicht zu den ersten Theosophen in der
Islamischen Welt gezählt wird, so kommt er dennoch mindestens
auf zweiter Stufe zu stehen. Er war auch in der Mathematik und
Physik bewandert und außerdem poetisch tätig. Insgesamt war er
ein allseitiger Gelehrter und deshalb ist er auch „Mualim
Thalith“ – „Dritter Lehrer“ genannt worden. Mirdamad starb
1631 auf einer Reise zwischen Kerbala und Nadschaf und wurde
im Mausoleum von Imam Ali in Nadschaf (Irak) beigesetzt. Aus
seinem viel besuchten Seminar gingen große Gelehrte wie Mulla
Sadra hervor.
In Teheran ist eine Straße nach ihm benannt.