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Mustafa Devati war ein
Scheich des Dschalwati (celvetî)
Ordens
[tariqa] und Nachfolger von Mahmud Hüdayi.
Sein Beiname „Devati“ (der Sich-Zurückziehende) wurde ihm
verliehen aufgrund seiner Hingabe in
ALLAH bereits in jungen
Jahren.
Mustafa
Devati war in seiner Heimat bekannt als großer Lehrer, der in
den benachbarten großen Moscheen und daran anschließenden
Madrasas
lehrte. Es wird angenommen, dass er in
Istanbul geboren und
aufgewachsen ist.
Er lehrte zunächst an der Molla Kestel Madrasa
(1651–1652) und später am Valide Sultan Dar al-Hadith in
Üsküdar (1652–1657). Im Jahr 1657 zog er sich aus dem
akademischen Leben zurück, um sich ganz der spirituellen
Führung zu widmen. Ab 1656 n.Chr. soll er seine Lehrtätigkeit eingestellt
und sich mehr und mehr der
Mystik [tasawwuf]
hingegeben haben. Er trat dem Dschalwati (celvetî)
Orden
[tariqa] durch Mukad Ahmed Efendi bei, einem Nachfolger
von Aziz Mahmud Hudayi. Er machte rasche Fortschritte auf dem
Sufi-Weg und wurde von seinem Mentor nach Kastamonu entsandt,
um dort spirituelle Führung (irschad) zu leisten. Nach einiger
Zeit kehrte er nach
Istanbul
zurück und schloss sich der Gelehrtenschaft an.
Mustafa Devati verwandelte die von Arslan Ağazade Mustafa
Bey errichtete
Moschee im Stadtteil
Bülbülderesi Selmanağa in Üsküdar in eine
Tekke. Dort diente er drei Jahre
lang als spiritueller Führer, bis zu seinem Tod. Zu dem
Komplex gehört auch der
Mustafa Devati Friedhof.
Mustafa Devati starb 1067
n.d.H. (1657 n.Chr.) und wurde im nach ihm
benannten Schrein im Stadtteil Üsküdar auf der asiatischen
Seite
Istanbul beigesetzt. Sein Sohn Mehmet Talip wurde als
Nachfolger seines Vater in der Führung des
Ordens
bestimmt. 1679 starb auch er und wurde neben seinem Vater
beigesetzt. Im Schrein liegen zudem Scheich Şeyh Hasib Efendi,
ein weiterer spiritueller Führer des
Tekke, und Fatma Zehra Hanım. Sie
war für die Restaurierung des
Tekke verantwortlich.
Als Mustafa Devatis einziges bekanntes Werk hinterließ er "Tuhfetu’s-Sufiyyin".
Es enthält Berichte über seine mystischen Erfahrungen, Träume
und spirituellen Erkenntnisse. Darin betont er, dass der
Fortschritt auf dem Weg der
Sufis
einfach sei, jedoch das Verweilen auf dem Höhepunkt der
Vollkommenheit schwierig. Er hebt die Bedeutung der
Abgeschiedenheit hervor, um die Geheimnisse der
Einheit [tauhid] zu erfassen,
und warnt vor den Herausforderungen, in der Öffentlichkeit mit
ALLAH verbunden zu bleiben.
Eine bekannte Allegorie aus diesem Werk vergleicht drei
Gruppen:
Diese Metapher illustriert nach seiner Ansicht die
unterschiedlichen spirituellen Stufen und die Erkennbarkeit
wahrer Gottesliebender.
Das Grab von Mustafa Devatis befindet sich in Üsküdar, (Istanbul),
im Garten des von ihm gegründeten
Tekke. Es ist heute als Şeyh Mustafa Devâtî Türbesi
bekannt und kann besichtigt werden. Direkt daran angeschlossen
ist auch die nach ihm benannte Moschee, die er in eine
Tekke umgewandelt hatte. Über die
Geschichte der Moschee ist ansonsten kaum etwas bekannt. Sie
soll 1645 n.Chr. erbaut worden sein. Sie wurde 2024/2025 n.Chr
restauriert.
Der Schrein und die Moschee befindet sich an der Selmanipak Caddesine, der
Straße, die weg vom Bootsanleger Bergaufwärts führt. Der
Schrein wurde 1991 vollständig renoviert. 1993 wurde eine
Stiftung gegründet, die den erhalt des Schreins und daran
anschließenden Moschee sichert. Überschüsse werden an Arme
verteilt. Seit 2003 wird der Schrein von der Stadtverwaltung
betreiben.