Mustafa Devati
Mustafa Devati - Schrein und Moschee

Aussprache: mustafaa dawaatiy
arabisch:
مصطفى دواتي
persisch:
مصطفی دواتی
englisch: Mustafa Devati

??? - 1070 n.d.H.
??? - 1659 n.Chr.

Bild: Eingang zum Schrein (2008)

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Mustafa Devati war ein Scheich des Dschalwati (celvetî) Ordens [tariqa] und Nachfolger von Mahmud Hüdayi.

Sein Beiname „Devati“ (der Sich-Zurückziehende) wurde ihm verliehen aufgrund seiner Hingabe in ALLAH bereits in jungen Jahren.

Mustafa Devati war in seiner Heimat bekannt als großer Lehrer, der in den benachbarten großen Moscheen und daran anschließenden Madrasas lehrte. Es wird angenommen, dass er in Istanbul geboren und aufgewachsen ist.

Er lehrte zunächst an der Molla Kestel Madrasa (1651–1652) und später am Valide Sultan Dar al-Hadith in Üsküdar (1652–1657). Im Jahr 1657 zog er sich aus dem akademischen Leben zurück, um sich ganz der spirituellen Führung zu widmen. Ab 1656 n.Chr. soll er seine Lehrtätigkeit eingestellt und sich mehr und mehr der Mystik [tasawwuf] hingegeben haben. Er trat dem Dschalwati (celvetî) Orden [tariqa] durch Mukad Ahmed Efendi bei, einem Nachfolger von Aziz Mahmud Hudayi. Er machte rasche Fortschritte auf dem Sufi-Weg und wurde von seinem Mentor nach Kastamonu entsandt, um dort spirituelle Führung (irschad) zu leisten. Nach einiger Zeit kehrte er nach Istanbul zurück und schloss sich der Gelehrtenschaft an.

Mustafa Devati verwandelte die von Arslan Ağazade Mustafa Bey errichtete Moschee im Stadtteil Bülbülderesi Selmanağa in Üsküdar in eine Tekke. Dort diente er drei Jahre lang als spiritueller Führer, bis zu seinem Tod. Zu dem Komplex gehört auch der Mustafa Devati Friedhof.

Mustafa Devati starb 1067 n.d.H. (1657 n.Chr.) und wurde im nach ihm benannten Schrein im Stadtteil Üsküdar auf der asiatischen Seite Istanbul beigesetzt. Sein Sohn Mehmet Talip wurde als Nachfolger seines Vater in der Führung des Ordens bestimmt. 1679 starb auch er und wurde neben seinem Vater beigesetzt. Im Schrein liegen zudem Scheich Şeyh Hasib Efendi, ein weiterer spiritueller Führer des Tekke, und Fatma Zehra Hanım. Sie war für die Restaurierung des Tekke verantwortlich.

Als Mustafa Devatis einziges bekanntes Werk hinterließ er "Tuhfetu’s-Sufiyyin". Es enthält Berichte über seine mystischen Erfahrungen, Träume und spirituellen Erkenntnisse. Darin betont er, dass der Fortschritt auf dem Weg der Sufis einfach sei, jedoch das Verweilen auf dem Höhepunkt der Vollkommenheit schwierig. Er hebt die Bedeutung der Abgeschiedenheit hervor, um die Geheimnisse der Einheit [tauhid] zu erfassen, und warnt vor den Herausforderungen, in der Öffentlichkeit mit ALLAH verbunden zu bleiben.

Eine bekannte Allegorie aus diesem Werk vergleicht drei Gruppen:

bulletLiebende Gottes (Aschiqs): wie Trauben – ihr Geschmack ist allgemein bekannt.
bulletAsketen (Zahids): wie Melonen – ihr Geschmack ist verborgen, bis sie geöffnet werden.
bulletAllgemeine Menschen (Awām): wie Pflaumen – oft sauer und wenig geschätzt.

Diese Metapher illustriert nach seiner Ansicht die unterschiedlichen spirituellen Stufen und die Erkennbarkeit wahrer Gottesliebender.

Das Grab von Mustafa Devatis befindet sich in Üsküdar, (Istanbul), im Garten des von ihm gegründeten Tekke. Es ist heute als Şeyh Mustafa Devâtî Türbesi bekannt und kann besichtigt werden. Direkt daran angeschlossen ist auch die nach ihm benannte Moschee, die er in eine Tekke umgewandelt hatte. Über die Geschichte der Moschee ist ansonsten kaum etwas bekannt. Sie soll 1645 n.Chr. erbaut worden sein. Sie wurde 2024/2025 n.Chr restauriert.

Der Schrein und die Moschee befindet sich an der Selmanipak Caddesine, der Straße, die weg vom Bootsanleger Bergaufwärts führt. Der Schrein wurde 1991 vollständig renoviert. 1993 wurde eine Stiftung gegründet, die den erhalt des Schreins und daran anschließenden Moschee sichert. Überschüsse werden an Arme verteilt. Seit 2003 wird der Schrein von der Stadtverwaltung betreiben.

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