.Bücher
zu islamischen Themen finden Sie im Verlag Eslamica.
Saim Özeren war ein türkischer Maler und Kunstpädagoge, der in
der Übergangszeit von der späten Osmanenzeit zur frühen
Republik eine eher „leise“, aber kunsthistorisch gut
verortbare Rolle spielte.
Er wird vor allem mit Landschaftsmalerei (Anatolien/Istanbul),
Galatasaray-Ausstellungen und der staatlich geförderten „Ressamların
Yurt Gezileri“ (Initiative Maler-Heimatreisen) in Verbindung
gebracht.
Er ist 1900 in
Istanbul geboren. Er absolvierte die Güzel Sanatlar
Akademisi / Sanayi-i Nefise (Istanbul) und schloss 1926 ab. Im
Anschluss arbeitete er unter anderem in der Werkstatt von
Ibrahim Tschalli (İbrahim Çallı). Bereits 1924 stellte er
in einer Ausstellung der jungen Malergeneration („Yeni Resim
Cemiyeti“/ähnlicher Kontext) aus. Er war in den
Galatasaray-Ausstellungen präsent, dem wichtigsten
Ausstellungsforum für moderne türkische Malerei in jener Zeit.
Özeren war nicht nur Maler, sondern lange auch Kunstlehrer mit
Lehrtätigkeiten unter anderem in Erzurum,
Trabzon und
Istanbul.
Ein zentraler Karrierepunkt ist seine Teilnahme an den
staatlich/halb-staatlich organisierten Heimatreisen (ab 1938),
bei denen Künstler in anatolische Regionen entsandt wurden, um
Landschaft, Dorfleben und „nationale“ Motive zu malen.
Özeren wurde 1938 nach
Konya
entsandt. Zeitzeugen- bzw. Archivmaterial (SALT
Galata) berichtet zu dieser Konya-Entsendung auch von
praktischen Restriktionen und Schwierigkeiten vor Ort (z. B.
Bewegungs-/Zugangsprobleme zu Dörfern), was die reale
Arbeitslage dieser Programme gut illustriert.
Kunsthistorisch wird er in populären Darstellungen häufig
in der Nähe der frühen republikanischen
Generation/Impressionismus-Nachwirkungen verortet. Er ist 1964
n.Chr. gestorben.
In der türkischen Presse wurde er als „vergessener“ Maler
bezeichnet; 2008 gab es eine Initiative
(Ausstellung/Publikation) zu seinem 100. Geburtstag, die ihn
wieder stärker sichtbar machte.
Sein Gemälde mit einer Landschaft in Erzurum befindet sich
im
Staatlichen Kunst- und Skulpturenmuseum Ankara (siehe
Foto).

Foto Y.Özoguz (2014 n.Chr.)