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Der Qalawun-Komplex ist ein bedeutendes Bauensemble der
mamlukischer Architektur im
historischen Zentrum von
Kairo.
Er wurde in den Jahren 1284–1285 n.Chr. unter dem
mamlukischen Sultan al-Mansur
Qalawun errichtet und zählt zu den wichtigsten Monumenten der
sogenannten
Bahri-Mamluken.
Der Komplex vereint mehrere Funktionen in einer
architektonischen Einheit und entspricht dem Typus einer
frommen Stiftung (waqf). Zu den Hauptbestandteilen gehören:
Diese Kombination von religiösen, karitativen und
repräsentativen Funktionen ist charakteristisch für die
mamlukische Baupolitik und
diente sowohl der Versorgung der Bevölkerung als auch der
politischen Selbstdarstellung des Stifters.
Das Mausoleum bildet den repräsentativen Kern der Anlage.
Es zeichnet sich durch eine monumentale Kuppel und eine
aufwendig gestaltete Innenausstattung aus. Besonders
hervorzuheben sind reich ornamentierte Marmorverkleidungen,
eine kunstvoll gestaltete
Gebetsnische [mihrab], dekorative Elemente mit
byzantinischem Einfluss, insbesondere Glasmosaiken. Der
Innenraum gehört zu den qualitätvollsten erhaltenen Beispielen
mamlukischer Grabarchitektur.
Die
Madrasa war der Lehre
der vier
sunnitischen
Rechtsschulen gewidmet und
unterstreicht die religiös-gelehrte Funktion der Stiftung. Das
angeschlossene Bimaristan galt als eines der
fortschrittlichsten
Qalawun
Krankenhaus seiner Zeit und bot medizinische Versorgung
sowie Unterbringung für Patienten.
Architektonisch verbindet der Qalawun-Komplex verschiedene
Einflüsse: klassische Formen der islamischen
Sakralarchitektur, dekorative Elemente mit byzantinischer
Tradition, Verwendung von Spolien aus älteren Bauwerken.
Die Anlage markiert einen Höhepunkt der frühen
mamlukischen Architektur und
beeinflusste zahlreiche spätere Bauprojekte in
Kairo.

Mausoleum des Qalawun, aus „Die sechs Bücher
der Kunst - Orient“ 1910 n.Chr.